Heute, am 2. Oktober 2026, gibt es an der Universität Münster mehrere personelle Nachrichten auf einmal: neue Professorinnen, eine gewählte Studierendenvertreterin, eine Beauftragte für den Spitzensport – und zwei Todesfälle ehemaliger Hochschullehrer. Dazu kommt ein Forschungspreis, der weit über Münster hinausweist.

Prof. Dr. Susanne Menzel-Riedl wurde zur Universitätsprofessorin für Biologiedidaktik am Zentrum für Didaktik der Biologie ernannt. Während ihrer Amtszeit beziehungsweise ihrer Amtszeiten als Rektorin der Universität Münster ruht die Professur.

Neu berufen wurden außerdem Prof. Dr. Isabel Raabe als Juniorprofessorin für Sozialisation, Bildung und soziale Nachhaltigkeit am Institut für Soziologie, Prof. Dr. Alina Roitberg als Universitätsprofessorin für Künstliche Intelligenz am Institut für Informatik sowie Prof. Dr. Martina Zizza als Juniorprofessorin für Angewandte Mathematik am Institut für Analysis und Numerik.

Neue Aufgaben und ein Preis für die Zellforschung

Der Senat wählte Amina Catic aus der Gruppe der Studierenden zur stellvertretenden Gleichstellungsbeauftragten. Ihre einjährige Amtszeit begann am 1. Oktober. Dr. Barbara Halberschmidt, Sportpsychologin am Institut für Sportwissenschaft, wurde vom Rektorat zur Spitzensportbeauftragten bestellt.

Prof. Dr. Karin Böllert, langjährige Vorsitzende des Erziehungswissenschaftlichen Fakultätentags, erhielt den Ehrenpreis der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe. Gewürdigt wird ihr Wirken für die Kinder- und Jugendhilfe sowie die Jugendpolitik.

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Für Prof. Dr. Sara Wickström gab es den Körber-Preis für die europäische Wissenschaft. Die finnische Medizinerin und Zellbiologin erhält eine Million Euro. Sie forscht am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster daran, wie Zellen auf Druck, Zug und andere Belastungen reagieren.

Mit ihrem Team untersucht Wickström, wie Zellen ihre Umgebung wahrnehmen und sich an unterschiedliche mechanische Bedingungen anpassen. Das klingt zunächst nach einem Detail aus dem Labor, betrifft aber unseren ganzen Körper: Die Haut am Ellbogen ist beispielsweise anders aufgebaut als die Haut am Augenlid, weil die Belastungen je nach Körperregion verschieden sind.

Wickström entdeckte einen bislang unbekannten Mechanismus, der beschreibt, wie Zellen auf Druck oder Zug reagieren. Mechanische Belastungen verändern Markierungen an der DNA innerhalb der Zellen. Dadurch werden andere Gene abgelesen und genutzt, sodass sich die Zellen schnell an veränderte Bedingungen anpassen.

Der überraschende Punkt: Entgegen der bisherigen Annahme, dass solche Genveränderungen mehrere Tage dauern, zeigte Wickströms Forschung, dass die Umprogrammierung innerhalb von Minuten erfolgen kann. Für die Krebsforschung könnten die Ergebnisse relevant sein. Das Team untersucht unter anderem, wie sich Gewebe verändert, wenn ein Tumor Druck darauf ausübt.

Ein europäischer Preis mit politischer Geschichte

Der von der Körber-Stiftung vergebene Preis wird an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Europa verliehen und ist mit einer Million Euro dotiert. Sara Wickström erhält ihn für ihre Forschung zur Wahrnehmung mechanischer Kräfte durch Zellen.

Kurt A. Körber verband mit dem Preis von Beginn an ein politisches Anliegen. Mithilfe der Wissenschaft wollte er den Eisernen Vorhang zwischen Ost- und Westeuropa durchlässiger machen. In den ersten Jahren wurden Forschungsgruppen ausgezeichnet; seit 2005 geht der Preis an einzelne herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die an einer europäischen Institution forschen.

Die Idee dahinter ist geblieben: Investitionen in die Grundlagenforschung und eine stärkere europäische Rolle im globalen Wettbewerb um die besten Köpfe und Ideen. Für Münster bedeutet das in diesem Jahr sehr konkret eine Forscherin, deren Arbeit im Labor beginnt – bei Zellen, die auf Druck und Zug reagieren, und bei DNA-Markierungen, die sich innerhalb von Minuten verändern.

Abschied von zwei Professoren

Verstorben ist Prof. Dr. Peter Weber, geboren am 13. November 1935 und ehemaliger Professor für Geographie am Fachbereich Geowissenschaften. Er starb am 2. September.

Ebenfalls zu betrauern ist Prof. Dr. Bernd Strauß, geboren am 27. Februar 1959 und ehemaliger Professor für Sportpsychologie am Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaft. Er starb am 27. September.