Am Botanischen Garten der Philipps-Universität Marburg findet derzeit eine bedeutende Veranstaltung statt, die sich mit dem dringenden Thema des Insektenschutzes und der Artenvielfalt beschäftigt. Im Rahmen des BionicBlitz 2026 präsentieren Forschende, wie Künstliche Intelligenz (KI) das Monitoring von Insekten unterstützen kann. Die Veranstaltung läuft bis morgen, den 3. Juni, und zielt darauf ab, neue Methoden zur Erfassung und zum Schutz der abnehmenden Insektenvielfalt zu demonstrieren.
Insekten spielen eine entscheidende Rolle für die Gesundheit unserer Ökosysteme. Dennoch verzeichnen wir weltweit einen besorgniserregenden Rückgang ihrer Populationen. Der BionicBlitz bietet eine Plattform, um die Vorteile bildbasierter KI und automatisierter Monitoring-Systeme zu demonstrieren. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dokumentieren während der Veranstaltung eine Vielzahl von Insektenarten und vergleichen traditionelle Feldbeobachtungen mit modernen KI-Technologien. Besucher haben die Möglichkeit, die Datenerfassung in Echtzeit zu verfolgen, Sensor-Trails zu erkunden und eigene Insektenbeobachtungen beizusteuern.
Innovative Ansätze zur Insektenüberwachung
Im Rahmen des Projekts KInsecta, einem KI-Leuchtturmprojekt, werden neue Wege für die digitale und automatisierte Erfassung der Insektenvielfalt entwickelt. Das Hauptziel dieses Projekts ist ein weitgehend automatisiertes Monitoring von Insekten, das diese dabei nicht schädigt. KInsecta hat ein kostengünstiges Multisensorsystem entwickelt, das eine Kamera, einen Flügelschlagsensor und verschiedene Umweltsensoren umfasst. Insekten werden in einer speziellen „Arena“ erfasst, wodurch sie nicht verletzt werden.
Eine Monitoringstudie aus dem Jahr 2017 hat den dramatischen Rückgang der Insekten in Deutschland dokumentiert. Die Verursacher dieses Rückgangs sind vielfältig und umfassen Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung sowie den Einsatz von Insektiziden. KInsecta zielt darauf ab, Sensortechnik und KI ressourcenschonend im Naturschutz einzusetzen und trägt zur Sensibilisierung der Bevölkerung für das Insektensterben bei.
Neue Technologien zur Biodiversitätserfassung
Zusätzlich arbeitet die TU Clausthal an einem eigenen Projekt namens BioIntAkt, das die Nutzung akustischer Sensoren zur Erfassung der Artenvielfalt in Ökosystemen erforscht. Hierbei konzentriert sich das Forschungsteam auf die Analyse der Geräusche von Insekten. Innovatives Monitoring mit Hilfe von KI soll helfen, die akustischen Signale der Insekten effizient zu erfassen, selbst in Umgebungen mit hohem Störgeräusch.
Um die Herausforderungen des Insektenschutzes anzugehen, setzen beide Projekte auf moderne Technologie und interdisziplinäre Zusammenarbeit. Die augenblicklichen Entwicklungen im Insektenmonitoring könnten nicht nur zur Erhebung von Daten über die Artenvielfalt beitragen, sondern auch zur Gestaltung effektiverer Umweltschutzmaßnahmen.
Die Veranstaltung BionicBlitz 2026 hebt die Notwendigkeit einer engen Kooperation zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit hervor. Beteiligte Organisationen und Partner wie MAFEX und andere Bildungseinrichtungen zeigen großes Interesse an den entwickelten Technologien und deren Anwendung im Umweltschutz.
Für weitere Informationen über die Veranstaltung und ihre Ziele kann die Webseite BionicBlitz 2026 besucht werden.