Seit gestern fährt in Braunschweig ein ungewöhnlicher Kleintransporter vor: Die Technische Universität Braunschweig hat am 1. Oktober 2026 den mobilen LeoVan gestartet. In Betrieb genommen wurde das mobile Schülerinnenlabor an der Ricarda-Huch-Schule in Braunschweig. Heute, am 2.10.2026, ist der Van damit offiziell unterwegs – vom Campus direkt ins Klassenzimmer.

Schulen und Jugendzentren in Braunschweig und der Region können den LeoVan künftig kostenfrei buchen. Er soll jungen Menschen unabhängig vom Standort ihrer Schule Zugänge zu Wissenschaft, Technik, Forschung und Studium ermöglichen. Beim Auftakt experimentierten Schülerinnen an mehreren Stationen, probierten wissenschaftliche Arbeitsweisen aus und lernten, wie Forschung praktisch aussehen kann.

Experimentieren, messen, auswerten

Das Angebot richtet sich an unterschiedliche Alters- und Klassenstufen und knüpft an den Lehrplan an. Der LeoVan ergänzt die stationären LeoLabs der TU Braunschweig und bringt Experimentierboxen aus verschiedenen Fachrichtungen dorthin, wo sonst vielleicht kein Schülerlabor erreichbar wäre.

Vor Ort beobachten, messen und untersuchen die Schülerinnen Zusammenhänge. Danach werden die Ergebnisse ausgewertet – nicht bloß schnell ein Häkchen gesetzt. Wissenschaftliche und studentische Mitarbeitende begleiten die Experimente, erklären die Hintergründe und informieren über Forschung, Studiengänge und mögliche Berufsfelder. Für manche beginnt die Studienorientierung also nicht erst auf einer Hochschulmesse, sondern zwischen Klassentischen, Messgeräten und ziemlich vielen neugierigen Fragen.

Gebucht werden kann der LeoVan über die TU-Braunschweig-Webseite: www.tu-braunschweig.de/transferservice/wissenstransfer/leovan. Weitere Informationen gibt es unter www.tu-braunschweig.de/leovan.

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Die Grundfinanzierung erfolgt über „zukunft.niedersachsen“, ein gemeinsames Wissenschaftsförderprogramm des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und der VolkswagenStiftung. Weitere Unterstützung leisten die Stiftung Volkswagen Financial Services und die Achterkerke Stiftung.

Wenn Biologie auf Mathematik trifft

Wie eng verschiedene Fachrichtungen zusammenarbeiten können, zeigt auch GEMIAL, ein Projekttag der TU Braunschweig, der Biologie und Mathematik interdisziplinär verbindet. Schülerinnen und Schüler lernen dort durch eigenes Entdecken, Experimentieren und Ausprobieren wissenschaftlicher Methoden.

Sie führen themenspezifische Experimente selbstständig durch, modellieren und simulieren biologische sowie mathematische Vorgänge, interpretieren Versuchsergebnisse und analysieren große Datensätze. Dabei geht es nicht nur um Rechnen oder Beobachten: Die Teilnehmenden erfahren, wie Biologie und Mathematik zusammenwirken und welche Bedeutung interdisziplinäres Denken für reale Herausforderungen hat. Wissenschaftliche Fragestellungen erweitern ihr Verständnis naturwissenschaftlicher Zusammenhänge.

Auf dem Programm stehen unter anderem analytisches Denken, wissenschaftliches Arbeiten und verantwortungsbewusstes Handeln im gesellschaftlichen und ökologischen Kontext. GEMIAL richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab Jahrgang 7 im Alter von 12 bis 18 Jahren. Der Projekttag dauert einen Schultag, also 4–6 Zeitstunden inklusive Pausen, und verbindet die Fächer Biologie und Mathematik.

Die Anmeldung erfolgt per E-Mail; weitere Informationen stehen auf der Internetseite. Kontakt: gemial(at)tu-braunschweig.de. Kooperationspartner sind das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, das Biotechnologische Schülerlabor und das Institut für Flugführung.

Mobile Labore gibt es auch anderswo

Mit dem LeoVan steht Braunschweig nicht allein da. An der Technischen Universität Darmstadt gibt es „Schülerlabore on Tour“, ein Angebot, das im Rahmen des Studienstrukturprogramms des Landes Hessen gefördert wird. Ziel ist es, Schülerinnen frühzeitig für naturwissenschaftliche, technische und ingenieurwissenschaftliche MINT-Themen zu begeistern und die Studien- und Berufswahlorientierung durch praktische Angebote zu ergänzen.

Lehrkräfte und Schulen können dort mobile MINT-Experimente gemeinsam mit ausgebildeten Studierenden durchführen. Die Versuche stammen unter anderem aus Maschinenbau, Informationstechnologie, Robotik und Materialwissenschaft. Studierende demonstrieren die Experimente und leiten die Schülerinnen an, sie selbstständig durchzuführen. Danach bleibt Zeit für Fragen: Welcher Studiengang passt? Was hat zur Studienmotivation geführt? Und welche besonderen Herausforderungen bringt ein Studium mit sich?

Die Idee dahinter ist angenehm bodenständig: praktische, also „Hands-on“, Module für Schülerinnen, aktuelle Forschung zum Ausprobieren und Studierende, die gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen Experimente durchführen. Sie stehen außerdem als Ansprechpartnerinnen für Fragen rund um das Studium zur Verfügung. Das kann helfen, Hemmnisse und Vorbehalte gegenüber MINT-Fächern abzubauen und Interesse am wissenschaftlichen Arbeiten zu wecken.

Das Darmstädter Angebot lässt sich an unterschiedliche Jahrgangsstufen anpassen. Möglich sind Termine von zwei Stunden bis zu einem ganzen Vormittag, in der Schule und/oder im Fachunterricht, für einzelne Klassen oder komplette Jahrgangsstufen. Angesprochen sind alle weiterführenden Schulen; die Teilnahme ist kostenlos. Schulen können längerfristig mit der TU Darmstadt kooperieren, um forschungsorientiertes Lernen in den MINT-Fächern zu vermitteln.

Interessierte Schulen und Lehrkräfte können sich an die Projektkoordination wenden, um weitere Informationen zu erhalten oder mobile Experimente im Unterricht beziehungsweise in einer AG durchzuführen. In Braunschweig beginnt der nächste Schritt dagegen mit einer Buchung des LeoVan – und vielleicht mit einer Experimentierbox, die bald vor einer Schule in der Region ausgeladen wird.