Transfernale 2026: Wie Forschung an der TU Braunschweig in Unternehmen ankommt
Heute, am 2.10.2026, ging es an der TU Braunschweig um Ideen, die nicht im Labor liegen bleiben sollen. Beim fachlichen Abschluss der Transfernale 2026 rückten Unternehmen aus der Region in den Mittelpunkt – mit digitalem Schienenverkehr, neuen Werkstoffen, Energienetzen, Batterien und Produktionsverfahren. Ziemlich viel Stoff für einen Tag, aber gerade darin lag der Reiz.
Von Braunschweig bis Wolfsburg, von Gifhorn bis Goslar und von Helmstedt bis Salzgitter zeigte sich, wie unterschiedlich Technologietransfer aussehen kann: mal als 3D-gedruckter Prototyp, mal als Reallabor für die Energiewende, mal als industrielle Fertigung, die ihre Tradition nicht einfach über Bord wirft.
Schienenverkehr, der mitdenkt
Siemens Mobility präsentierte in Braunschweig intelligente Infrastruktur und nachhaltige Lösungen für den digitalisierten Schienenverkehr. Dazu passt eine auf der InnoTrans 2026 unterzeichnete Vereinbarung: Siemens Mobility und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben einen Rahmenvertrag für gemeinsame Forschung und Entwicklung geschlossen.
Die langfristige Kooperation soll den Schienenverkehr durch Digitalisierung und Automatisierung leistungsfähiger, resilienter und nachhaltiger machen. Im Mittelpunkt stehen Technologien für den automatisierten Zugbetrieb sowie moderne Leit- und Sicherungstechnik, mit der sich die Schienenkapazitäten besser nutzen lassen. Das DLR bringt seine Forschungsexpertise ein, Siemens Mobility die internationale industrielle Umsetzungskompetenz.
Geplant sind unter anderem innovative Betriebskonzepte und vorausschauende Instandhaltung. Forschungsergebnisse des DLR sollen außerdem in marktreife Anwendungen überführt werden. Der Rahmenvertrag schafft dafür eine langfristige Grundlage – Papierkram, ja, aber mit ziemlich konkretem Ziel.
Vom Prototyp bis zum Hochleistungsmaterial
In Gifhorn zeigte die Rapid Prototyping Technologie GmbH moderne 3D-Druckverfahren. Sie ermöglichen die schnelle Entwicklung marktfähiger Prototypen und unterstützen zugleich zirkuläre Wertschöpfung. In Goslar stellte die H.C. Starck Tungsten Powders GmbH nachhaltige Werkstoffentwicklung, innovative Recyclingverfahren und Hochleistungsmaterialien für Zukunftsindustrien vor.
Auch in der Produktion selbst tut sich einiges. Bei der Hoffmann Maschinen- und Apparatebau GmbH in Lengede standen digitale Produktionsprozesse sowie innovative Kälte- und Filtersysteme im Mittelpunkt. Die MKN Maschinenfabrik in Wolfenbüttel verband traditionelle Fertigung mit Industrie 4.0, Digitalisierung und Automatisierung. Alt und neu nebeneinander – nicht immer spektakulär, aber oft genau dort entscheidend, wo später tatsächlich gearbeitet wird.
Energie, Batterien und neue Geschäftsmodelle
Die Avacon AG präsentierte in Helmstedt intelligente Energienetze, digitale Infrastruktur und Reallabore als Elemente der Energiewende. In Salzgitter gab die PowerCo SE Einblicke in den Aufbau einer europäischen Batterieindustrie, in Technologietransfer und in leistungsfähige Wertschöpfungsketten.
Zum fachlichen Abschluss zeigte die Volkswagen AG in Wolfsburg, wie der Innovationsfonds II innovative Ideen fördert und daraus neue Geschäftsmodelle entstehen. Der Blick ging damit nicht nur auf einzelne Maschinen oder Verfahren, sondern auch auf die Frage, wie aus einer Idee etwas wird, das in Unternehmen Bestand haben kann.
Die Transfernale an der TU Braunschweig verband damit Forschung, regionale Industrie und praktische Anwendung – von der ersten gedruckten Form bis zur europäischen Batterieproduktion, vom intelligenten Zugbetrieb bis zum Reallabor im Energienetz. Und irgendwo dazwischen steht vermutlich noch ein Prototyp, der dringend getestet werden möchte.
