Am 6. Mai 2026 startet an der Universität Kassel ein neuartiges Forschungsprojekt, das sich mit dem rechtlichen Rahmen der Rohstoffgewinnung beschäftigt. Das Vorhaben trägt den Titel „Verfügbarmachung – Verteilung – Regulierung: Das Rohstoffverwaltungsrecht in der transnationalen Konstellation“. Dr. Andreas Gutmann leitet dieses innovative Projekt, das nicht nur zur Nachhaltigkeit in der Rohstoffversorgung beiträgt, sondern auch die Wechselwirkungen zwischen Recht und Rohstoffpolitik analysiert.
Die zentrale Fragestellung des Projekts ist, wie das Recht die Rohstoffgewinnung ermöglichen, regulieren und die damit verbundenen Verteilungsentscheidungen beeinflussen kann. Um diese Fragen zu klären, werden Fallbeispiele aus nationalem und transnationalem Recht untersucht. Diese vielschichtige Analyse ist besonders notwendig in Zeiten, in denen Fragen der Ressourcennutzung und -verteilung zunehmend komplexer werden.
Förderung durch das Emmy-Noether-Programm
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt über einen Zeitraum von sechs Jahren mit rund 1,4 Millionen Euro im Rahmen des Emmy-Noether-Programms. Dieses Programm ist darauf ausgelegt, herausragende Nachwuchswissenschaftler zu unterstützen, um innovative Forschung in Deutschland zu fördern. Die Benennung nach der bedeutenden Mathematikerin Emmy Noether, die von 1882 bis 1935 lebte, unterstreicht den Anspruch, vielfältige akademische Disziplinen zusammenzubringen.
Im Rahmen des Projekts werden zudem drei Doktorandenstellen ausgeschrieben, die eine vielversprechende Gelegenheit für junge Wissenschaftler darstellen, sich aktiv an der Forschung zu beteiligen. Der Forschungsbereich ist am Kassel Institute for Sustainability angesiedelt und steht in Verbindung mit dem jüngst etablierten Käte-Hamburger-Kolleg zu „Rohstoffwelten“.
Verknüpfung zu aktuellen rechtlichen Themen
Die wissenschaftliche Arbeit an der Universität Kassel wird auch von der rechtlichen Diskussion rund um internationale Themen wie Enteignung und die Einhaltung von Menschenrechtsstandards beeinflusst. JProf. Dr. Anton Zimmermann hat in Publikationen zum Internationalen Enteignungsrecht und der Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) bedeutende Beiträge geleistet. Diese Entwicklungen sind von zentraler Bedeutung für das Verständnis der globalen Rohstoffpolitik und der notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen.
In einer Zeit, in der geopolitische Konflikte, wie der russische Angriffskrieg in der Ukraine, die internationale Rechtsordnung herausfordern, wird die Studie an der Universität Kassel auch Brücken zu aktuellen rechtlichen Themen schlagen. Diese Arbeiten sind Teil einer größeren Debatte über den Umgang mit territorialen und völkerrechtlichen Normen im Kontext von Rohstoffgewinnung und -verteilung.
Für weiterführende Informationen über das Emmy-Noether-Programm und dessen Rolle in der Forschungsmlandschaft lässt sich die Webseite der DFG unter hier besuchen.
Die Universität Kassel positioniert sich somit nicht nur als Wissensstandort, sondern auch als ein Zentrum für die interdisziplinäre Forschung zum Thema Rohstoffe und Nachhaltigkeit.