Mit dem neuen Online-Modul zum Thema Hautkrebs setzt das DIPEx-Projekt der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB) einen wertvollen Schritt in der Aufklärung und Information über diese weit verbreitete Krankheit. Am 28. April 2026 wurden die Ergebnisse aus der systematischen Erhebung von Erfahrungsberichten von 38 Betroffenen während einer digitalen Veranstaltung vorgestellt. Diese Veranstaltung stand unter dem Motto „Hautkrebs verstehen – Erfahrungen sichtbar machen“ und legte den Fokus auf die Perspektiven von Patienten, die durch ihre Erlebnisse wertvolle Einblicke liefern.
Vor allem die psychischen Belastungen, die mit der Hautkrebsdiagnose einhergehen, wurden thematisiert. Viele Betroffene berichten von Ängsten vor Rückfällen sowie Unsicherheiten im Alltag. Solveig Schnaudt, die in einer Keynote über ihre persönlichen Erfahrungen sprach, teilte nicht nur ihre Herausforderungen, sondern auch ihre Bewältigungsstrategien. Raina Maria Lau von der Brandenburgischen Krebsgesellschaft e.V. verdeutlichte die Notwendigkeit, die Erfahrungen sichtbar zu machen, da sie anderen Erkrankten Orientierung geben können. Sie ergänzte, dass die Einbindung von Erfahrungswissen in die medizinische Beratung, wie von Dr. Anja Bargfrede von der Landesarbeitsgemeinschaft Onkologische Versorgung Brandenburg e.V. hervorgehoben, eine wichtige Rolle spielt.
Einblicke von Betroffenen
Das Modul, das von der Krebsallianz gGmbH gefördert wurde, ist Teil der Webseite Krankheitserfahrungen.de, die bereits zahlreiche Inhalte zu anderen Erkrankungen bietet, darunter Brust- und Darmkrebs, aber auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und Diabetes Typ 2. Ein zentraler Aspekt des Projektes ist die Verbesserung des Verständnisses von Krankheiten und deren Einfluss auf das Leben von Betroffenen. Beispielsweise werden die Themen Prävention, Sonnenschutz und der Umgang mit körperlichen Veränderungen nach der Diagnose ausführlich behandelt.
Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt, wie relevant das Thema Hautkrebs in der Gesellschaft ist: Im Jahr 2023 wurden in Deutschland rund 116.900 Menschen stationär wegen Hautkrebs behandelt, was einem Anstieg von 87,5 % seit 2003 entspricht. Besonders alarmierend ist der Anstieg der Behandlungsfälle für hellen Hautkrebs, der um 117 % auf 91.000 Fälle gestiegen ist. Für Betroffene können Vernetzung und Austausch in Selbsthilfegruppen, wie der neu gegründeten Münchner Präsenzgruppe der Selbsthilfe Kutane Lymphome, eine große Stütze sein. Diese Gruppen bieten den Mitgliedern die Möglichkeit, ihre Erlebnisse zu teilen und sich gegenseitig zu unterstützen.
Die Bedeutung der Aufklärung
Die Aufklärung über Hautkrebs geht Hand in Hand mit der Wichtigkeit der Prävention. Anne-Kathrin Ringel vom Gesundheitsamt Barnim betont, dass Präventivmaßnahmen wie der richtige Sonnenschutz essenziell sind, um das Risiko für Hautkrebs zu verringern. Angesichts der jährlich in Deutschland etwa 21.000 neuen Erkrankungen an schwarzem Hautkrebs ist es unerlässlich, das Bewusstsein für die Risiken zu schärfen und Betroffene sowie deren Angehörige zu informieren.
Die Stimmen von Betroffenen sind entscheidend – das zeigen auch die kreativen Workshops und Austauschformate, wie die „Ges-ch-ichtswerkstatt“, in denen Teilnehmer ihre persönlichen Geschichten kreativ verarbeiten und daraus Stärke schöpfen können. Es ist klar, dass die Erfahrungen der Patienten sowohl zur Aufklärung als auch zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung beitragen können, wie die Berichte von Betroffenen auf Hautkrebs-Netzwerk illustrieren. Es bleibt zu hoffen, dass solche Projekte weiterhin gefördert werden, um das Bewusstsein für Hautkrebs zu stärken und den Betroffenen die Unterstützung zu bieten, die sie benötigen.