Neues Uni-Sportzentrum in Saarbrücken verkürzt Wartelisten und verbindet Bewegung mit Gesundheitsförderung
Nach drei Jahren Bauzeit ist das neue Uni-Sportzentrum der Universität des Saarlandes in Saarbrücken eröffnet worden. Rund zehn Millionen Euro hat der Neubau gekostet. Er steht direkt neben den neuen Studierendenwohnheimen, wurde Ende September eröffnet und wird bereits seit dem Sommersemester genutzt.
Für viele Studierende dürfte sich damit vor allem eines ändern: das Warten. Vor dem Neubau standen pro Semester teilweise bis zu 2.000 Menschen auf der Liste für einen Kursplatz. Mit den zusätzlichen Räumen ist das Kursangebot um 20 Prozent gewachsen, im Fitnessstudio UniFit stieg die Kapazität nach Angaben der Universität sogar um 30 Prozent. Der AStA bewertet den Ausbau positiv und erwartet, dass die Wartelisten kürzer werden.
Drei Räume, viele Möglichkeiten
Das Zentrum verfügt über drei multifunktionale Räume. Grundsätzlich können sie für verschiedene Sportarten genutzt werden; zur Ausstattung gehören Sportgeräte, Schallschutz, Spiegel und Musikanlagen. Nur in Raum eins hängen Boxsäcke. Wer also auf genau diese Ausstattung aus ist, muss ein wenig genauer hinschauen.
Bei der Anmeldung haben Studierende und Beschäftigte der Universität Vorrang. Die Online-Anmeldung startet etwa vier Wochen vor Semesterbeginn. Danach können freie Plätze auch von Gästen gebucht werden. Gerade in den ersten zwei bis drei Semesterwochen wird es noch Bewegung geben: Wird ein Platz frei, informiert das Buchungssystem Personen auf der Warteliste per E-Mail. Buchen darf, wer zuerst kommt.
Die Semestergebühren liegen bei 30 Euro für Studierende, 40 Euro für Beschäftigte und 70 Euro für Gäste. Das gilt unter anderem für Yoga, Pilates, Krafttraining und Judo. Rund ein Drittel des Sportangebots ist hingegen kostenlos – darunter Tischtennis, Badminton, Volleyball und Basketball.
UniFit, Unisport und Uniboost
Organisiert ist das Angebot in drei Bereiche. Im neu ausgestatteten UniFit werden Mitglieder von Sportstudierenden betreut und erhalten eine Einführung. Unisport bündelt Kurse, Veranstaltungen und Bewegungsangebote für Studierende und Beschäftigte, darunter auch digitale Formate und Bewegungspausen während Vorlesungen.
Uniboost versteht sich als studentisches Gesundheitsmanagement. Auf dem Programm stehen Bewegung, psychische Gesundheit, gesunde und nachhaltige Ernährung, Nachhaltigkeit sowie Schlüsselkompetenzen wie Zeitmanagement und Selbstorganisation. Der AStA sieht durch die neue Struktur außerdem bessere Möglichkeiten für Menschen mit Behinderung, internationale Studierende und Studierende mit psychischen Belastungen.
Praktisch ist das Zentrum auch jenseits des eigentlichen Kursbetriebs. Barrierefreie Umkleiden, Außenduschen und Toiletten können Personen nutzen, die keinen Sportkurs besuchen – etwa nach einer Fahrradtour zur Universität. Die Toiletten bleiben sogar am Wochenende zugänglich, wenn die Sporthalle geschlossen ist. Nach einer langen Fahrt über den Campus ist das keine Kleinigkeit.
Der Leiter des Uni-Sportzentrums sieht im hohen Anteil internationaler Studierender einen Beleg für die verbindende Wirkung des Sports. Gemeinsame Bewegung ermögliche Kontakte über Sprachgrenzen hinweg, weil Regeln und Spielabläufe unabhängig von der gesprochenen Sprache verstanden werden können.
Online-Ansicht mit klaren Vorgaben
Auch die Kurs- und Kalenderansicht der Universität ist fest gestaltet. Für die Klasse .group sind orange Schrift- und Hintergrundfarben vorgesehen. Verwendet werden Verdana beziehungsweise Lucida mit 12 Pixeln, ohne Textschatten; Kursnamen erscheinen mit 11 Pixeln und fett.
Kursbilder sind sieben Rem breit und 4,7 Rem hoch. Bestimmte Ansichtsbuttons werden ausgeblendet, Links in Terminlisten ebenfalls. Verborgene Terminzeilen werden dagegen angezeigt. Kalenderzellen erhalten eine Höhe von 9,5 Rem, Kalender-Vorschauspaltenspalten eine Breite von 6,8 Rem. Mehrere Inhaltsbereiche dürfen maximal 100 Prozent hoch sein. Klingt trocken, entscheidet aber darüber, ob man den passenden Kurs schnell findet oder erst einmal durch ein kleines digitales Labyrinth stolpert.
Bewegung als Teil des Studienalltags
Der Ausbau in Saarbrücken passt zu einer bundesweiten Entwicklung. Seit 2017 fördern der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband, kurz adh, und die Techniker Krankenkasse gemeinsam die nachhaltige Bewegung von Studierenden. Die Initiative heißt „Bewegt studieren – Studieren bewegt!“
Auf die erste Projektphase von 2017 bis 2019 folgte unmittelbar die zweite Runde: „Bewegt studieren – Studieren bewegt! 2.0“. Ziel war es, partizipative Modelle für nachhaltige Bewegungsförderung in der Lebenswelt Hochschule zu entwickeln. Studierende sollten im Studienalltag zu mehr Bewegung motiviert und beim Aufbau individueller Ressourcen unterstützt werden.
Die Ansätze reichten von „Nudging“ und Buddy-Projekten über einen „Bewegten Campus“ bis zu digital ausgerichteten Bewegungsprogrammen. Sie ergänzten bestehende Hochschulsportangebote und sollten Gesundheitsbewusstsein sowie Alltagsbewegung fördern. Die Projekte sind inzwischen abgeschlossen; eine Projektübersicht informiert über die einzelnen Vorhaben.
Begleitet wurde die Initiative durch die Qualifizierungsreihe „Gesundheitsmanagement im und durch den Hochschulsport“. Sie stärkt den Hochschulsport als Akteur im Gesundheitsmanagement. Der adh koordiniert die Initiative zentral und ist für Konzeption und Umsetzung verantwortlich. Im Sinne des Präventionsgesetzes setzt der Verband auf Kooperation, Koordination, Vernetzung und Partizipation.
