PHP-Sicherheitslücke und Datenleck setzen die Uni Halle unter Druck
Am 22. Oktober 2026 liegt an der Uni Halle einiges gleichzeitig auf dem Tisch: Lehramtsstudierende brechen ihr Studium häufig ab, Webseiten von Hochschulen und Behörden waren wegen einer PHP-Sicherheitslücke zeitweise offline, und nach einem Cyberangriff wird weiterhin geprüft, welche Bewerbungsdaten abgeflossen sind. Dazu kommen eine Unternehmensinsolvenz mit Standorten in Sachsen-Anhalt und mehrere regionale Baustellen.
Bildungsminister Jan Riedel (CDU) kritisiert, dass Lehramtsstudierende mit Fachinhalten überfrachtet würden. An der Martin-Luther-Universität Halle kämen praktische Inhalte für den Schulalltag zu kurz. Studierende lernten etwa höhere Mathematik, aber nicht unbedingt, wie sie Kindern das Einmaleins vermitteln. Das Referendariat beschreiben Lehrkräfte weiterhin als besonders belastende Ausbildungsphase.
Viele Lehramtsstudierende kommen nicht bis zum Abschluss
Der Lehrkräftemangel in Sachsen-Anhalt bleibt bestehen. Bei rund 20.000 Schülerinnen und Schülern wurde wegen Unterrichtsausfalls mindestens ein Fach nicht benotet. Gleichzeitig schließt fast die Hälfte der Studienanfänger im Lehramt für Gymnasien und Grundschulen das Studium nicht ab.
Warum so viele abbrechen, ist bislang nicht ausreichend geklärt. Gefordert wird deshalb eine gründliche Analyse der Abbruchursachen. Riedel kritisiert außerdem die Universitäten und spricht von einer strengen Auswahl unter Studierenden. Sein Amt muss er verlassen; seine politische Zukunft will er in einem Podcast erläutern.
PHP-Lücke legt Internetseiten lahm
Eine neu entdeckte, weltweit kritische Sicherheitslücke in der weit verbreiteten Programmiersprache PHP hat Webseiten mehrerer Hochschulen, Kliniken und öffentlicher Einrichtungen zeitweise unerreichbar gemacht. PHP steckt in zahlreichen Internetangeboten – von Blogs und Nachrichtenportalen bis zu Onlineshops und Content-Management-Systemen.
Betroffen waren unter anderem die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, das Universitätsklinikum Halle, das BG Klinikum Bergmannstrost, das Harzklinikum und die Stadt Magdeburg. Auch die Webseiten von Halberstadt, Stendal und Wernigerode waren in Sachsen-Anhalt nicht erreichbar. In Sachsen gingen unter anderem Dresden und Freiberg offline, die Seite der Stadt Plauen war ebenfalls nicht erreichbar. In Thüringen liefen Anfragen unter anderem zur Webseite der Stadt Jena ins Leere.
Mehrere Bundesländer, Kommunen und Behörden schalteten ihre Online-Angebote vorsorglich ab. Auch Universitäten und Krankenhäuser, darunter die Charité, reagierten mit Abschaltungen. Für Nutzer bedeutet das: Online-Dienste sind zeitweise gar nicht oder nur eingeschränkt verfügbar. Weitere Webseiten könnten in den nächsten Tagen vorübergehend langsamer oder nicht erreichbar sein.
Angreifer könnten über die Schwachstelle aus der Ferne Schadcode ausführen, Daten abgreifen, verändern oder löschen und möglicherweise die vollständige Kontrolle über Webseiten übernehmen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stufte die Lage mit der Warnstufe „3 / Orange“ als außerordentlich hoch ein und warnte vor einer möglichen Welle von Cyberangriffen. Ein Sicherheitsupdate für PHP soll innerhalb der kommenden Stunden veröffentlicht werden; Webseitenbetreiber sollen es laut BSI umgehend installieren.
Die betroffenen Einrichtungen installieren Sicherheitsupdates und überprüfen ihre Systeme. Für einen Moment bleibt dabei oft nur der leere Bildschirm – nicht gerade beruhigend, wenn man dringend ein Formular oder einen Termin braucht.
Angriff auf Uni Halle: Ermittlungen dauern an
Nach dem Angriff auf die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg laufen die Ermittlungen zum Datenabfluss weiter. Nach bisherigen Angaben sind rund 51.000 Studienbewerbungen betroffen. Möglicherweise abgeflossen sind Namen, Adressen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen.
In Bewerbungsunterlagen können außerdem Zeugnisse, Lebensläufe, Ausweiskopien und weitere sensible Dokumente enthalten sein. IT-Sicherheitsexperte Karl-Ludwig Lies stuft die Daten als Risiko der mittleren bis hohen Klasse ein. Die technische und kriminalpolizeiliche Untersuchung dauert an.
Betroffenen wird empfohlen, ihre E-Mail-Konten mit Zwei-Faktor-Authentifizierung zu sichern, auf verdächtige Nachrichten zu achten und regelmäßig die eigenen Bonitätsdaten zu überprüfen. Gerade bei gefälschten Mails mit scheinbar vertrauten Absendern ist Vorsicht angesagt.
Insolvenz bei großem Ferkelerzeuger
Die Leipziger LFD Holding hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Das Unternehmen zählt zu den größten deutschen Ferkelerzeugern. Als Gründe nennt die Holding verschlechterte wirtschaftliche Rahmenbedingungen und stark gesunkene Ferkelpreise.
Zur Unternehmensgruppe gehören auch Standorte in Sachsen-Anhalt, darunter die Glava GmbH in Gladau bei Genthin. Die Gruppe galt 2020 mit rund 55.000 Sauen als größter Ferkelzuchtbetrieb Deutschlands. Der Preis für Ferkel ist von etwa 74 Euro Mitte 2025 auf rund 30 Euro gesunken.
Der Geschäftsbetrieb soll wegen der genehmigten Eigenverwaltung zunächst weiterlaufen, auch die Versorgung der Tiere an den betroffenen Standorten soll sichergestellt werden. Welche Folgen das Verfahren für Beschäftigte, Standorte und Tierbestände in Sachsen-Anhalt hat, ist noch offen.
Im Newsletter werden daneben eine Brandserie auf der Silberhöhe in Halle und die Suche nach Verantwortlichen genannt. Ein neuer Mietspiegel in Halle soll helfen, Mieterhöhungen zu begrenzen. Der Hafen Mücheln steht vor Veränderungen, wobei ein Konflikt die Pläne verzögern könnte. Und eine Umfrage fragt, ob die zeitweise Abschaltung von Onlineseiten wegen der Gefahr von Cyberangriffen Angst macht.
