Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung der Universität Wien, mit Beteiligung der Universität Göttingen, hat in einer bahnbrechenden Studie die globale Verbreitung und das Invasionsrisiko gebietsfremder Pflanzen untersucht. Diese Ergebnisse wurden in der renommierten Fachzeitschrift Nature Ecology & Evolution veröffentlicht. Die Studie analysiert die veränderten klimatischen Bedingungen und Landnutzungsszenarien der Zukunft, um ein klareres Bild darüber zu erhalten, welche Regionen besonders gefährdet sind.

Laut uni-goettingen.de verlagern sich die Hotspots für invasive Pflanzenarten. Insbesondere gemäßigte Regionen, wie Mitteleuropa, sind künftig stärker gefährdet, während weniger invasive Pflanzenarten in heißen, trockenen subtropischen Regionen zu erwarten sind. Europa wird hierbei als das Gebiet mit dem höchsten Risiko für die Ausbreitung dieser gebietsfremden Pflanzen identifiziert.

Hotspots der invasiven Pflanzen

Die Daten, die in dieser Studie verwendet wurden, stammen aus der GloNAF-Datenbank, die als zentrale Grundlage für die Erfassung gebietsfremder Pflanzenarten dient. Die Untersuchung umfasst 9701 Arten und deren Verbreitung sowie deren Einflussfaktoren wie Klima und Landnutzung. Ein Drittel der globalen Landfläche bietet zudem geeignete Bedingungen für mindestens 10 Prozent der invasiven Arten.

Besonders alarmierend ist die Prognose, dass abgelegene boreale und polare Regionen zunehmend anfälliger für invasive Pflanzen werden. Die Ökologie dieser Gebiete könnte sich erheblich verändern, da Pflanzen, die gut an Wärme angepasst sind, voraussichtlich dominieren werden. Dies könnte letztendlich auch zu einem vollständigen Wandel der PflanzenGemeinschaften führen, besonders unter den Bedingungen eines starken Klimawandels.

Handlungsbedarf und Prävention

Die Studie hebt den dringenden Handlungsbedarf zur Eindämmung der Schäden durch biologische Invasionen hervor. Informationen über gebietsfremde und invasive Arten sowie allgemeine Empfehlungen und Maßnahmen zur Begrenzung solcher Arten sind auch auf der Webseite des BfN zu finden. Hier wird ein verantwortungsvoller Umgang mit Neobiota gefördert und die Methodik der naturschutzfachlichen Invasivitätsbewertung (NIB) erläutert.

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Zusätzlich informiert die Rubrik „Invasivitätsbewertung“ über spezifische Steckbriefe gebietsfremder Pflanzen-, Tier- und Pilzarten. Weiterhin wird die Unionsliste behandelt, die invasive gebietsfremde Arten von unionsweiter Bedeutung gemäß EU-Verordnung Nr. 1143/2014 auflistet.

Prof. Dr. Holger Kreft von der Universität Göttingen hat wertvolle Kontakte zu den spezifischen Details der Studie bereitgestellt und weist auf die erheblichen Auswirkungen des Klimawandels auf die biologische Vielfalt hin. Die Akzeptanz dieser Veränderungen und ein proaktiver Umgang mit Neobiota sind entscheidend, um die weitreichenden Konsequenzen der Invasionen zu managen.