Die Sanierung des denkmalgeschützten Emil-Fischer-Saals an der Humboldt-Universität zu Berlin wird deutlich teurer als zunächst angenommen. Nach aktuellem Stand kostet die Reparatur voraussichtlich etwa 250.000 Euro. Frühere Schätzungen waren noch von 60.000 bis 100.000 Euro Sachschaden ausgegangen.

Beschädigt wurde der Hörsaal am 16. April 2025, als propalästinensische Aktivisten ihn besetzten. Im Saal und im Treppenhaus wurden Holzbänke herausgerissen und gestapelt. Fenster, Wände und Holzvertäfelungen beschmierten die Besetzer mit Farbe – darunter mit dem sogenannten Hamas-Dreieck sowie den Schriftzügen „Free Gaza“ und „Zionisten sind Faschisten“.

Stühle und Boden schlagen besonders zu Buche

Allein die Aufarbeitung und Reparatur der Stühle sowie die teilweise Erneuerung der Bodenverankerungen kosteten 170.000 Euro. Nach Angaben der HU entstand an der historischen Bausubstanz kein irreparabler Schaden. Trotzdem bleibt eine Rechnung, die an der Universität ordentlich ins Gewicht fällt.

Die Polizei leitete nach der Besetzung 100 Strafverfahren ein. Derzeit richten sich die Ermittlungen gegen 88 namentlich bekannte Beschuldigte. Bislang übermittelte die Polizei 95 Einzelvorgänge an die Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen dauern an.

Proteste an Berliner Hochschulen

Seit dem Hamas-Terrorangriff auf Israel kam es an Berliner Hochschulen wiederholt zu propalästinensischen Protestaktionen und Schmierereien. Der Fall an der HU reiht sich damit in eine Reihe von Auseinandersetzungen ein, bei denen politische Proteste, Sachbeschädigungen und die Frage nach dem Umgang mit antisemitischen Parolen eng beieinanderliegen.

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Wer die HU-Seite mit dem Statement nach dem Ende der Besetzung aufrufen will, kann dabei derzeit allerdings auf eine digitale Hürde stoßen: Die JavaScript-Komponente Anubis konnte nicht geladen werden, möglicherweise weil der Server überlastet ist. Die Universität empfiehlt, die Seite neu zu laden.

Anubis schützt Webseiten vor Bots und schädlichen Anfragen, ähnlich wie ein CAPTCHA. Statt Bilderrätsel abzufragen, erhält der Browser eine Berechnungsaufgabe, einen sogenannten „Proof of Work“, der innerhalb weniger Sekunden gelöst werden soll. Nach erfolgreicher Berechnung wird der Zugriff gewährt.

Dafür benötigt Anubis moderne JavaScript-Funktionen. Plugins wie JShelter können diese Funktionen deaktivieren und sollen deshalb für die betreffende Domain abgeschaltet werden. Zwischen herausgerissenen Holzbänken, laufenden Ermittlungen und einer kleinen Rechenaufgabe im Browser liegt an der Humboldt-Universität derzeit also mehr als nur ein technisches Detail.