Neun Tore in einem Spiel – Max Hermann dürfte diesen Nachmittag so schnell nicht vergessen. Beim 11:2-Auswärtssieg der Sportfreunde Stuttgart gegen die SGM Steinhaldenfeld/Max-Eyth-See II traf der 19-jährige Angreifer gleich neunmal. Fünf seiner Treffer fielen innerhalb von nur sieben Minuten: in der 52., 53., 57., 58. und 59. Minute. Da wurde es selbst für die Statistik beinahe unübersichtlich.

Schon in der 15. und 31. Minute hatte Hermann getroffen, danach noch in der 47. und 79. Minute. Marlon Dahlinger (51.) und Todor Velikov (85.) steuerten die beiden übrigen Tore der Sportfreunde bei. Für die SGM waren Carmine Faderl (48.) und Daniel Keller per Foulelfmeter (90.) erfolgreich.

Ein Lupfer, ein Volley und ein geplatzter Knoten

Hermann sagt, die Leistung habe sein Selbstbewusstsein gestärkt. Besonders gefreut habe er sich über die Reaktionen seines Trainers und seiner Eltern. Mitspieler und Coach gratulierten ihm, wobei der Trainer davon sprach, dass bei Hermann nach bislang nicht konsequent genutzten Chancen „der Knoten geplatzt“ sei. Die Kollegen ließen den jungen Stürmer allerdings nicht völlig ungeschoren davonkommen: Sie scherzten, er hätte vor dem Tor gelegentlich auch noch abspielen können.

Sein persönlicher Lieblingsmoment war die Volley-Direktabnahme zum 2:0 nach einer Flanke von rechts. Als besonders wichtig bezeichnete Hermann außerdem sein Lupfertor zum 3:0. Danach habe er eine besonders starke Offensivphase erwartet – und die kam dann tatsächlich, mit fünf Treffern in sieben Minuten.

Bereits in der Jugend war Hermann Torschützenkönig und B-Jugend-Meister in der Saison 2023. Zu Saisonbeginn wollte er sich im Herrenbereich etablieren und seine Leistungen aus der Jugend bestätigen. Das ist ihm bisher ziemlich deutlich gelungen: Für die erste Mannschaft erzielte er in fünf Saisonspielen zwölf Tore und bereitete zwei weitere vor. Bei einem Einsatz für die zweite Mannschaft kamen fünf Treffer dazu. Macht 17 Tore in sechs dokumentierten Einsätzen.

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Ganz allein schreibt sich diese Torquote trotzdem nicht. Hermann verweist auf das gute Zusammenspiel, präzise Pässe in die Tiefe und die Vorlagen seiner Mitspieler. Trotz der neun Tore sieht er weiteres Verbesserungspotenzial – bei Abschlüssen und bei Entscheidungen in Offensivaktionen. Als Vorbild nennt er Miroslav Klose; besonders dessen Kaltschnäuzigkeit möchte Hermann übernehmen.

Der Blick geht nach oben

Nach sieben Spielen stehen die Sportfreunde Stuttgart mit vier Siegen, einem Unentschieden, zwei Niederlagen und 13 Punkten auf dem vierten Tabellenplatz. Das Torverhältnis lautet 25:11. Sechs Punkte fehlen auf Tabellenführer TSV Birkach, dahinter folgen der TSV Leinfelden mit 16 Punkten und der TSV Heumaden mit 14 Punkten aus acht Spielen.

Nach dem Abstieg aus der Kreisliga A ist der Wiederaufstieg das Mannschaftsziel. In der Saison 2025/26 tritt die erste Mannschaft in der neuntklassigen Kreisliga A an; gespielt wird in der Kreisliga A Stuttgart, Staffel 2. In der Saison 2024/25 belegte das Team den 9. Platz. Hermanns nächster Schwerpunkt liegt deshalb neben der persönlichen Torserie auf dem gemeinsamen Erfolg und der Rückkehr in die Kreisliga A.

Langfristig möchte er sich weiterentwickeln, den Spaß am Fußball bewahren und mit der Mannschaft erfolgreich sein. Abseits des Platzes verbringt er Zeit mit seiner Freundin, Freunden, Kollegen und seiner Familie. Außerdem studiert er Maschinenbau an der Universität Stuttgart. Derzeit lassen sich Studium und Fußball nach eigener Aussage gut vereinbaren; in Prüfungsphasen erwartet er allerdings mehr Belastung. Fußball ist für ihn eben nicht nur Leidenschaft, sondern auch Ausgleich zum Studium – ein paar Stunden raus aus Formeln und Lernstoff, rein ins Spiel.

Ein Verein mit langer Geschichte auf der Waldau

Die Sportfreunde Stuttgart 1874 e. V. sind ein Sportverein aus dem Süden Stuttgarts in Baden-Württemberg. Gegründet wurde der Verein am 18. April 1874, sein Sitz ist Stuttgart. Die Heimspielstätte ist das Sportzentrum Waldau mit zwei Fußballplätzen. Der Sportfreunde-Platz neben dem heutigen Gazi-Stadion auf der Waldau wurde am 8. August 1909 mit einem Spiel gegen den Karlsruher FC Phönix eröffnet; dort tragen die Sportfreunde weiterhin ihre Heimspiele aus.

Der Ursprung liegt im Turnverein Heslach, der am 18. April 1874 im Gasthaus „Zur Grünen Au“ gegründet wurde. Ein weiterer Vorgänger war der am 20. Juni 1896 gegründete Fußballclub Karlsvorstadt, der sich vor 1910 in FV Stuttgarter Sportfreunde 1896 umbenannte. Am 2. August 1919 schlossen sich beide Vereine zu den Stuttgarter Turn- und Sportfreunden 1874 zusammen. Den heutigen Namen Sportfreunde Stuttgart 1874 trägt der Verein seit dem 9. April 1987.

Die erfolgreichste Vereinsphase lag vor dem Zweiten Weltkrieg. Zunächst spielte die Mannschaft in der Bezirksklasse Württemberg, später in der Gauliga Württemberg – beide Ligen gehörten damals zu den höchsten deutschen Spielklassen. Im letzten Kriegsjahr musste der Verein eine Kriegssportgemeinschaft mit den Stuttgarter Kickers bilden. In der Saison 1947/48 gelang der Aufstieg in die Fußball-Oberliga Süd, doch als Tabellenletzter stieg die Mannschaft anschließend sofort wieder ab. Bis zum Abstieg 1954 spielte der Verein in der Amateurliga Württemberg, Mitte der 1960er Jahre kehrte er vorübergehend in diese Liga zurück. Danach ging es sportlich in niedrigere Spielklassen.

Neben Fußball gibt es beim Verein Abteilungen für Faustball, Tennis, Turnen, Volleyball und Singchor. Die Angaben zur Mitgliederzahl unterscheiden sich je nach Quelle: Die Wikipedia-Seite nennt etwa 800 Mitglieder, darunter mehr als 350 Jugendliche. Die Vereinsseite spricht von rund 1.050 Mitgliedern und mehr als 500 Kindern und Jugendlichen.

Waldau, Heslach und Vereinsleben

Das Hauptgelände mit Vereinsgaststätte liegt auf der Waldau in Stuttgart-Degerloch, nahe dem Fernsehturm. In Stuttgart-Süd, also in Heslach, werden Fitnessangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie Volleyball angeboten. In Degerloch befinden sich der Fußballbereich mit einem Rasenplatz und die Tennisabteilung. Die Tennisanlage umfasst sechs Außenplätze und eine Tennishalle mit zwei Spielfeldern.

Das Sportangebot der Vereinsseite nennt Fitness, Fußball, Tennis und Volleyball. Geschäftsführerin ist Birgit Bartle, 1. Vorsitzender Alexander Bader, 2. Vorsitzender Volker Möhrle. Um die Finanzen kümmert sich Hauptkassierer Martin Holjewilken, Schriftführerin und für die Mitgliederverwaltung zuständig ist Katrin Mikolajczyk. Die Öffentlichkeitsarbeit und das Amt der Pressewartin übernimmt Petra Zimmermann. Die Abteilungsleitungen liegen bei Sven Sost-Wolter für Fitness und Volleyball, Reinhard Bohne für Fußball sowie Stefan Glasmeyer für Tennis.

Zum Vereinsalltag gehört auch die Zeitschrift „Sportfreunde aktuell“. Sie erscheint zweimal jährlich, berichtet über sportliche und gesellige Aktivitäten, Jubilare und Vereinsformalitäten und umfasst inzwischen 101 Ausgaben. Mitglieder erhalten sie über die Abteilungen oder teilweise per Post. Werbepartner können sich an Petra Zimmermann wenden; sie hat auch Zugriff auf das Archiv.

Auf der Website standen 2026 unter anderem „Sportfreunde Aktuell ist da“ vom 10. Oktober mit Themen zu Faustball, Fitness, Kinderturnen, Fußball, Tennis und Volleyball, „www.ig-waldau.de“ vom 25. Juli, „Summer Dance Vibes“ vom 18. Juli, „Waldau Sommer unterm Turm“ vom 8. Juli, „Poster Waldau Sommer“ vom 2. Juli sowie das „Tennis Saisoneröffnungsturnier 2026“ vom 30. Januar.

Während auf der Waldau also Vereinsheft, Tennisplätze und Fußballgeschichte zusammenkommen, wartet auf Max Hermann die nächste Aufgabe: weiter treffen, klüger entscheiden – und mit den Sportfreunden Stuttgart den Weg zurück in die Kreisliga A schaffen.