Prof. Dr. Johanna Schönherr, die seit Oktober 2025 die Professur für Mathematikdidaktik an der Universität Osnabrück inne hat, setzt sich leidenschaftlich dafür ein, Kinder und Jugendliche für Mathematik zu begeistern und ihnen die Angst vor dem Fach zu nehmen. Ihre eigene Schulzeit war geprägt vom Spaß an Mathematik, der sie dazu motivierte, Mathelehrerin zu werden. Doch eine Vielzahl von Schülern empfindet das Fach als ein Angstfach, was durch gesellschaftliche Prägung und elterliche Zuschreibungen verstärkt wird. Laut Uni Osnabrück ist Matheangst ein bekanntes Phänomen, das etwa jede fünfte Person betrifft.
Die Herausforderungen im Mathematikunterricht sind vielfältig. Professorin Schönherr betont, dass das Tempo im Unterricht besonders bei mündlichen Leistungen zu einer Verstärkung der Matheangst beitragen kann. Mathe zeichnet sich durch klare Rückmeldungen aus – Lösungen sind entweder richtig oder falsch – was den Druck auf die Schüler erhöht. Die Herausforderung für Lehrkräfte liegt darin, einen Unterricht zu gestalten, der sowohl den unterschiedlichen Bedürfnissen der Schüler gerecht wird als auch ein Gleichgewicht zwischen Bedeutung, Herausforderung und Sicherheit bietet.
Neue Ansätze im Mathematikunterricht
Ein wichtiges Ziel von Prof. Schönherr ist es, einen Wandel im Mathematikunterricht hin zu einem verständnisorientierten Ansatz zu fördern. Dieser Ansatz zielt darauf ab, dass Schüler weniger auswendig lernen müssen und mehr Wert auf das Verständnis von mathematischen Konzepten gelegt wird. Sie hebt hervor, dass Emotionen wie Freude, Neugier und Stolz eine entscheidende Rolle im Lernprozess spielen. Aha-Momente beim Lernen sind nicht nur emotional prägend, sondern auch positiv für die mathematische Leistung der Schüler.
Besonders von Bedeutung ist die Tatsache, dass Mädchen häufiger von Matheangst berichten als Jungen. Das bedeutet für den Unterricht, dass zusätzliche Strategien entwickelt werden müssen, um insbesondere diese Gruppe zu unterstützen und auf ihre emotionalen Bedürfnisse einzugehen. Prof. Schönherr fordert einen Unterrichtsansatz, der mathematisches Denken und das Erkennen von Mustern fördert, um die Angst vor Mathe zu reduzieren.
Forschung und künftige Ausrichtungen
Um verschiedene Zugänge zu bieten, beschäftigt sich Schönherr auch mit der Nutzung von Zeichnungen und Skizzen im Matheunterricht. Diese Methode soll dazu beitragen, dass Schüler ihre Denkwege sichtbar machen und wertgeschätzt werden. Dadurch hoffen die Bildungsforscher, die Matheangst bereits vor dem Schulbesuch abzubauen und ein sicheres Lernumfeld zu schaffen.
Mit ihrer umfassenden Ausbildung in Mathematik und Sozialwissenschaften für das Lehramt sowie ihrer Promotion in Mathematikdidaktik hat Prof. Schönherr bereits Stationen in Santa Barbara und Paderborn hinter sich, bevor sie ihren Weg nach Osnabrück fand. Ihr Engagement zeigt, dass sie nicht nur die Herausforderungen, sondern auch die Potenziale des Mathematikunterrichts erkannt hat und bereit ist, neue Wege zu gehen, um die Angst vor dem Fach abzubauen und kreatives Lernen zu fördern.
Für weiterführende Informationen zum Thema Matheangst und deren Reduzierung können Interessierte die Webseite der IHK besuchen.