Stromausfall legt Notaufnahme des Universitätsklinikums Freiburg lahm
Ein großflächiger Stromausfall hat am frühen Sonntagmorgen Teile Freiburgs, den gesamten Freiburger Osten und das Dreisamtal getroffen. Rund 25.000 Menschen waren laut Polizei betroffen, zeitweise hatten etwa 10.000 Haushalte keinen Strom. Auch das Universitätsklinikum Freiburg war ohne reguläre Stromversorgung – mit Folgen für die Notaufnahme.
Rund vier Stunden lang musste sich die Klinik bei der Leitstelle von der regulären Notfallversorgung abmelden. In dieser Zeit nahm sie keine neuen Patientinnen und Patienten auf; Rettungsdienste wurden auf umliegende Kliniken verwiesen. Die Notaufnahme konnte zunächst nur lebensbedrohliche Notfälle versorgen, weil eine zuverlässige Diagnostik nicht möglich war. Andere Patientinnen und Patienten wurden gebeten, umliegende Notaufnahmen und Notfallpraxen aufzusuchen.
Notstrom hielt die entscheidenden Bereiche am Laufen
Während des Ausfalls wurde gerade eine schwerverletzte Person nach einem Unfall behandelt. Die Behandlung wurde nicht unterbrochen. Im Operationsbereich sprang die Notstromversorgung ein und stellte die Versorgung sicher. Intensivstationen und Operationsbereiche verfügen über zusätzliche Puffer, sodass es dort keine Unterbrechungen gab.
In den großen Klinikgebäuden liefen Notstrom-Dieselaggregate an. Trotzdem wurde es in anderen Bereichen zeitweise dunkel. Nicht dringliche Operationen begannen erst nach 10 Uhr, als die reguläre Stromversorgung wiederhergestellt war.
Nach der Sicherung der Patientenversorgung war die Arbeit längst nicht vorbei. Technische Systeme mussten wieder hochgefahren werden, darunter MRT- und CT-Geräte, deren Neustart aufwendig war. Aufzüge wurden kontrolliert, damit niemand eingeschlossen blieb. Auch Kühlschränke und weitere Bereiche prüfte das Personal auf ihre Funktionsfähigkeit. Das band Zeit und zusätzliches Personal – während andernorts im Haus wahrscheinlich längst der nächste Handgriff wartete.
Sturm, Freileitungen und ein Kurzschluss
Die ersten Störungen traten gegen 3:40 Uhr im Stadtteil Kappel auf. Nach Angaben des Energieversorgers Badenova waren Bäume durch starken Wind auf Freileitungen gefallen. Gegen 5:30 Uhr wirbelte der Sturm außerdem ein Wellblechdach in einem Umspannwerk in Freiburg-Littenweiler auf. Das Dach verursachte dort einen Kurzschluss, der den großflächigen Ausfall auslöste.
Die letzten Haushalte wurden laut Badenova gegen 11 Uhr wieder angeschlossen. Nach Angaben der Stadt Freiburg war zeitweise auch das Mobilfunknetz ausgefallen. Für viele bedeutete das: kein Licht, kein Internet, möglicherweise kein Anruf – und im Klinikum zusätzlich eine Menge Technik, die nicht einfach per Knopfdruck zurückkommt.
Im Laufe des Montags konnte die Uniklinik den regulären Betrieb wieder aufnehmen. Auch die Stromversorgung des Klinikums war wiederhergestellt; der reguläre Klinikbetrieb wurde anschließend schrittweise hochgefahren. Mitarbeitende waren an diesem Montag weiterhin mit Überprüfungen und Reparaturarbeiten beschäftigt.
Geübte Abläufe, viel Handarbeit danach
Die Uniklinik übt regelmäßig Strom-, IT- und andere Krisenszenarien und verfügt über Notfallpläne. Verhindern können solche Pläne einen Ausfall nicht. Sie sollen aber die Sicherheit des Klinikbetriebs und der Patientenversorgung gewährleisten – gerade in den Bereichen, in denen eine Unterbrechung keine Option ist.
Der Vorfall in Freiburg zeigt zugleich, wie schnell eine Störung außerhalb des Klinikgeländes in den Alltag einer Großklinik hineinreicht: von der Leitstelle über Rettungsdienste und Diagnostik bis zu Aufzügen, Kühlschränken und Mobilfunk. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe stellt zum Themenfeld Gas- und Stromausfall eine entsprechende Empfehlung als PDF bereit. Der hier vorliegende Inhalt dieser Quelle ist allerdings ein komprimierter beziehungsweise binärer PDF-Datenstrom; ein lesbarer Nachrichtenartikel lässt sich daraus nicht entnehmen.
Für die Uni Mainz bleibt der Freiburger Fall damit ein konkreter Blick auf eine Lage, die in Kliniken regelmäßig mitgedacht werden muss: Erst laufen die Aggregate, dann beginnt die lange Liste der Kontrollen.
