UDE-Veranstaltungsreihe stärkt demokratische Strategien gegen Rechtsextremismus an Hochschulen
An der Universität Duisburg-Essen geht die Veranstaltungsreihe „Was hat das mit uns zu tun?“ im Wintersemester 2026/27 weiter. Im Mittelpunkt stehen Rechtsextremismus an Universitäten und Hochschulen sowie die Frage, wie demokratisches Miteinander im Hochschulalltag gestärkt werden kann. Drei Termine verbinden fachliche Impulse, persönlichen Austausch und Gespräche über konkrete Handlungsstrategien.
Organisiert wird die Reihe von der AG gegen Rechtsextremismus, dem Diversity Support Center und der BRÜCKE, dem Evangelischen Studierendenzentrum. Zur Sprache kommen rechtsextreme Erscheinungsformen und ihre Auswirkungen auf Hochschulen, Handlungsmöglichkeiten gegen Rechtsextremismus und die Stärkung demokratischer Strukturen an der Universität Duisburg-Essen. Neben Expert:innenvorträgen soll auch der Austausch über eigene Erfahrungen Raum bekommen. Eingeladen sind Angehörige aller Bereiche der UDE. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Drei Termine an zwei Campus
Los geht es am 3. November 2026 von 16 bis 18 Uhr im Raum LX 1203 am Campus Duisburg. Unter dem Titel „Das hat was mit uns zu tun! Handlungsstrategien gegen Rechtsextremismus an der UDE“ diskutieren Prof. Dr. Barbara Albert, Rektorin der UDE, Berfin Çelik, AStA-Vorsitzende der UDE, und Prof. Dr. Susanne Pickel, UDE, über Handlungsstrategien gegen Rechtsextremismus an der Universität.
Am 17. November 2026 von 16 bis 18 Uhr folgt die Veranstaltung „Rechtsextreme Parteien zwischen Verbot und Regierungsmacht“. Veranstaltungsort ist Die Brücke am Campus Essen. Prof. Dr. Stefan Huster von der Ruhr-Universität Bochum spricht über das Spannungsfeld zwischen Parteiverbot und politischer Macht.
Der dritte Termin findet am 26. Januar 2027 von 16 bis 18 Uhr wieder im Raum LX 1203 am Campus Duisburg statt. Dann geht es um den „Demokratiebericht NRW“. Referentin ist Prof. Dr. Susanne Pickel von der UDE.
Weitere Informationen stehen unter https://www.uni-due.de/diversity/. Ansprechpartner ist Dr. Toralf Stark von der Fakultät für Gesellschaftswissenschaften. Er ist unter 0203/379-1396 und per E-Mail an toralf.stark@uni-due.de erreichbar.
Was neben Vorträgen helfen kann
Für die pädagogische und politische Bildungsarbeit gibt es bereits eine breite Auswahl an Materialien zu Rassismus, Rechtsextremismus, Antisemitismus, Diskriminierung, Verschwörungserzählungen und demokratischer Bildung. Die Bundeszentrale für politische Bildung stellte dazu am 21.08.2024 eine Auswahl vor. Die Angebote kommen unter anderem von der Bundeszentrale und den Landeszentralen für politische Bildung, Bildungsträgern, Stiftungen, Medienanstalten und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Es gibt Spiele, Filme, Websites, Apps, Broschüren, Arbeitsblätter, Planspiele und Online-Kurse.
Ein Beispiel ist „Augen auf!“ der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit aus dem Jahr 2022. Das Videospiel behandelt rechtsextreme Strategien in sozialen Medien, Fake News, Codes, Symbole und rechtsextreme Musik. Spielende treffen Entscheidungen und verändern damit den Verlauf der Handlung. Für den Unterricht gibt es ein Handbuch, Vor- und Nachbereitung sowie fünf Stundenentwürfe. Gedacht ist das Angebot ab Klasse 8; Spiel und Nachbereitung dauern rund 90 Minuten, möglich ist der Einsatz in Politik, Ethik und Religion.
Der „Baustein zur nicht-rassistischen Bildungsarbeit“ des DGB-Bildungswerks Thüringen von 2008 umfasst rund 450 Seiten mit Methoden, Aktivitäten, Arbeitsblättern und Hintergrundinformationen. Behandelt werden unter anderem Rassismus, Antisemitismus, Rechtsextremismus, Nationalismus, Migration, Flucht, Verschwörungserzählungen, Kolonialismus und Arbeit. Im Zentrum stehen die Erfahrungen der Teilnehmenden; genutzt werden Visualisierungen, spielerische Methoden und handlungsorientierte Übungen. Das Material richtet sich an Menschen ab etwa Klasse 8, an Berufsschulen, Auszubildende, Lehrkräfte und die außerschulische Bildung. Die Methoden haben unterschiedliche Zeitumfänge.
Die von der Bundeszentrale für politische Bildung 2020 herausgegebene Handreichung „… begegnen“ begleitet die „Begegnen-Reihe“ mit Infofilmen über Rassismus, Antisemitismus, Homophobie, Antiziganismus, Sexismus und Muslimfeindlichkeit. Im Mittelpunkt stehen Diskriminierungssituationen im Alltag und Handlungsmöglichkeiten gegen stereotype Aussagen. Enthalten sind 13 Methoden von jeweils etwa 15 bis 45 Minuten für Lernende ab Klasse 7 und Lehrkräfte.
„Bewusst wie – Rassismus überwinden“ der Arbeitsgemeinschaft Jugend und Bildung aus dem Jahr 2023 arbeitet auf einer Website mit den Modulen „Alltagsrassismus“, „Rassismus im digitalen Raum“ sowie „Vielfalt und kulturelle Aneignung“. Storys, Videos, Grafiken, Diagramme und ein Glossar gehören dazu. Lehrkräfte finden drei Unterrichtseinheiten mit Arbeitsblättern. Vorgesehen sind drei Doppelstunden für Klassen ab der 9. Jahrgangsstufe, etwa in Ethik, Religion, politischer Bildung und Sozialwissenschaften.
An den rassistischen und extrem rechten Brandanschlag von Solingen erinnert „Da war doch was!“ von Re_Struct und IDA-NRW aus dem Jahr 2023. Die Materialien richten sich an die Altersgruppen 10–12, 13–15 und 16–18 Jahre. Neun Module enthalten Arbeitsblätter und Anleitungen für Fachkräfte; jedes dauert 45 bis 90 Minuten. Es geht um Rassismus, Diskriminierung, Rechtsextremismus, Migration, Solidarität und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Sensibilisierung, Aufklärung, Empathie, Perspektivwechsel, Vorurteilsabbau und Handlungsmöglichkeiten sind die Ziele.
Im Planspiel „Die Welt am Abgrund“ der Amadeu Antonio Stiftung von 2018 entwickeln die Teilnehmenden eine Verschwörungstheorie und werten anschließend ihre gesellschaftlichen Gefahren und antisemitischen Bezüge aus. Wahrheit, Toleranz, Quellen- und Medienkritik sowie Ursachen, Funktionen und Folgen von Verschwörungstheorien werden dabei behandelt. Das Angebot richtet sich an Klassen 7 bis 13 und Lehrkräfte. Für Planspiel und Auswertung sind vier Stunden vorgesehen, ein Zusatzmodul zu Antisemitismus und Verschwörungstheorien dauert weitere 90 Minuten.
„Extremismus im Internet“ des Bundeskriminalamts, Forschungsstelle Terrorismus/Extremismus, aus dem Jahr 2018 besteht aus drei aufeinander aufbauenden Lernarrangements zu Online-Propaganda, Hate Speech, Fake News, Counter Speech und Medienkritik. Die Broschüre gibt außerdem Hinweise zu pädagogischer Haltung, Didaktik und Unterrichtseinsatz. Zielgruppe sind Klassen 8 bis 13 und Lehrkräfte; jede Einheit dauert etwa 90 Minuten.
Mit digitalen Spielen beschäftigt sich der Online-Selbstlernkurs „Gaming und Rechtsextremismus“ von Violence Prevention Network aus dem Jahr 2024. Drei Übungen helfen Jugendlichen, rechtsextreme Inhalte zu erkennen und sich zu schützen. Für Pädagog:innen gibt es ein „Starterkit gegen Rechtsextremismus im Kontext digitaler Spiele“. Der Kurs ist ab Klasse 8 geeignet, die Übungen dauern 20 bis 40 Minuten, der gesamte Kurs etwa fünf Stunden. Themen sind Rechtsextremismus, Gaming, Hass im Netz, Antifeminismus und Propaganda.
Die Webdokumentation „Gegen uns“ von RAA Sachsen aus dem Jahr 2021 wird im Überblick als Veröffentlichung von Violence Prevention Network aus dem Jahr 2024 geführt. Fünf Episoden porträtieren Betroffene von Rassismus und rechter Gewalt und erzählen von Gewalt, Ausgrenzung, Kriminalisierung, Solidarität und Widerstand. Fotos, historische Dokumente und Hintergrundtexte ergänzen die Videos. Das Methodenheft schlägt einen Projekttag und optionale Vertiefungsmodule vor. Gedacht ist das Angebot für Menschen ab Klasse 8, Lehrkräfte und politische Bildner:innen; empfohlen werden sechs Unterrichtseinheiten à 45 Minuten.
Für Ausbildungsbetriebe, Berufsschulen und Auszubildende bietet der Verein „Mach’ meinen Kumpel nicht an!“ die „Gelbe Hand: Rechtsextremismus – Fremdenfeindlichkeit“ mit 16 Unterrichtseinheiten. Rechtsextreme Lebensstile, Vielfalt, Reaktionen auf rechtsext
