Universität des Saarlandes startet mit 2.263 Erstsemestern ins Wintersemester
Am 1. Oktober 2026 ist im Saarland das Wintersemester 2026/2027 gestartet, die Vorlesungen an der Universität des Saarlandes begannen am 12. Oktober. Auf dem Campus ist inzwischen wieder dieses typische Semestergeräusch zu hören: Türen klappen, Fahrräder quietschen, irgendwo wird noch schnell der Raumplan fotografiert. Zum Semesterbeginn nahmen 2.263 Erstsemester ein Studium auf. Dieser Stand stammt vom 7. Oktober und ist noch vorläufig.
Die größte Gruppe kommt aus dem Saarland selbst: 1.071 Studienanfänger haben ihre Hochschulzugangsberechtigung dort erworben. 516 Erstsemester stammen aus anderen Bundesländern, 676 aus dem Ausland. Internationalität gehört an der Universität des Saarlandes ohnehin zum Alltag: 24 Prozent der Studierenden sind internationale Studierende, insgesamt 3.823 Personen. Im Vorjahr waren es 3.787 – ein leichter Anstieg.
Medizin liegt vorn
Bei der Wahl der Studiengänge führt Medizin mit 291 Erstsemestern im Staatsexamen. Dahinter folgen Betriebswirtschaftslehre mit 196 Bachelor-Studierenden und Rechtswissenschaft mit 188 Studierenden im Staatsexamen. Psychologie kommt auf 116 Anfängerinnen und Anfänger im Bachelor, Pharmazie auf 104 im Staatsexamen.
Die Zahlen für die neuen Studierenden können sich noch verändern. Der bundesweite statistische Endstand wird am 30. November erhoben. Bis dahin bleibt der Blick auf den Campus also eine Momentaufnahme – ziemlich aussagekräftig, aber noch nicht in Stein gemeißelt.
Viele bleiben, etliche gehen
Wie stark das Saarland seine eigenen Abiturientinnen und Abiturienten beim Studium hält, zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes für das Wintersemester 2025/2026. 60,1 Prozent der Studienanfänger mit im Saarland erworbener Hochschulzugangsberechtigung begannen ihr Studium auch im Saarland. Rund 40 Prozent zogen für den Studienstart über die Landesgrenze.
Bundesweit blieben durchschnittlich 69 Prozent der Studienanfänger im Bundesland, in dem sie ihre Hochschulzugangsberechtigung erworben hatten. Das Saarland lag damit unter dem Durchschnitt. In Nordrhein-Westfalen blieb der Anteil mit 82 Prozent am höchsten. In Rheinland-Pfalz waren es knapp 48 Prozent.
Für die abwandernden Saarländer ist Rheinland-Pfalz das wichtigste Ziel: 20,1 Prozent begannen dort ihr Studium, also rund ein Fünftel. Baden-Württemberg folgte mit 5,7 Prozent beziehungsweise knapp 6 Prozent. In die übrigen Bundesländer zog es jeweils weniger als fünf Prozent.
Warum sich junge Menschen für ein anderes Bundesland entscheiden, dürfte auch mit der Größe und Vielfalt der Hochschul- und Studienlandschaft zusammenhängen. Das ist kein rein saarländisches Muster. Aus Rheinland-Pfalz gingen Studienanfänger unter anderem nach Baden-Württemberg, wo 16,9 Prozent studierten, nach Nordrhein-Westfalen mit 11,9 Prozent und nach Hessen mit 10,3 Prozent.
Die offene Frage nach dem Zurückkommen
Für das Saarland bleibt damit eine Frage, die sich nicht am Einschreibungstag beantworten lässt: Kehren auswärtige Studierende nach ihrem Abschluss zurück – oder bauen sie ihren Lebensmittelpunkt außerhalb des Landes auf? Gerade bei 676 internationalen Erstsemestern an der Universität des Saarlandes bekommt diese Frage noch eine weitere Ebene.
Eine breitere Datengrundlage liefert die Studie „Hochschulwahl von Studierenden in Deutschland“. Marc Hüsch veröffentlichte sie am 18. April 2024 als CHE Impulse Nr. 16. Die Publikation erschien in Gütersloh, umfasst 34 Seiten und trägt die ISBN 978-3-911128-08-7.
Grundlage der Analyse sind Daten des Statistischen Bundesamtes. Der Datensatz erfasst Studierende im Wintersemester 2022/23 an einzelnen Hochschulen in Deutschland. Aufgeschlüsselt wird nach dem Kreis oder der kreisfreien Stadt beziehungsweise dem Staat, in dem die Hochschulzugangsberechtigung erworben wurde, außerdem nach Geschlecht und ausgewählten Studienfächern.
Untersucht werden die Hochschulwahl von Studierenden aus Deutschland und dem Ausland, die Einzugsgebiete und Ausschöpfungsquoten von Hochschulen sowie die Hochschulwahl in einzelnen Landkreisen und kreisfreien Städten. Parallel zur Veröffentlichung erschien auf dem CHE-Portal „hochschuldaten.de“ ein begleitender DatenCHECK mit interaktiven Grafiken und Tabellen.
Der DatenCHECK umfasst alle Hochschulen mit mindestens 1.000 Studierenden, sämtliche Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland sowie ausgewählte Staaten mit mindestens 500 Studierenden. Zum Artikel wurde außerdem die PDF-Datei „CHE_Impulse_Hochschulwahl von Studierenden in Deutschland.pdf“ bereitgestellt. Sie ist 1,09 MB groß; als Downloadzahl sind 19.180 angegeben.
