Am 8. Mai 2026 feierte die Universität Osnabrück einen bedeutenden Erfolg: Zwei Absolventinnen haben den Verwaltungslehrgang II (VL II) erfolgreich abgeschlossen. Dr. Wilfried Hötker, der Vizepräsident für Personal und Finanzen, gratulierte den Kolleginnen, Marie Gomez und Jasmin Brosius, die nun offiziell den Titel „Verwaltungsfachwirtin“ tragen dürfen. Diese Fortbildung stellt einen wichtigen Schritt in der beruflichen Entwicklung dar, insbesondere für Mitarbeitende im öffentlichen Dienst.
Der Verwaltungslehrgang II richtet sich an Beschäftigte, die bereits eine Ausbildung zur/zum Verwaltungsfachangestellten oder die Verwaltungsprüfung I erfolgreich abgeschlossen haben. In der Regel dauert der Lehrgang etwa zehn Monate und umfasst die Fächer Kommunalrecht, Sozialrecht, Privatrecht sowie öffentliche Finanzwirtschaft und Kosten- und Leistungsrechnung. Die Lehrinhalte wurden sowohl in Präsenzphasen am Studieninstitut des Landes in Bad Münder als auch durch Online-Phasen vermittelt. Ein strenges Prüfungssystem forderte die Teilnehmerinnen mit vier Klausuren und einer mündlichen Prüfung.
Hintergrund des Lehrgangs
Der VL II ist eine anerkannte Qualifizierungsmaßnahme für tariflich Beschäftigte im öffentlichen Dienst. Ziel dieser berufsbegleitenden Fortbildung ist die Vorbereitung auf höherwertige Sachbearbeitungen und Führungsaufgaben. Diese Qualifizierung führt in vielen Bundesländern zur Bezeichnung „Verwaltungsfachwirt/in“ und bietet damit wichtige Karrierechancen. Die Inhalte des Lehrgangs sind umfangreich: Neben vertieftem Verwaltungsrecht werden auch Haushaltsrecht, Personalrecht und Organisationsrecht behandelt. Diese Kenntnisse sind entscheidend für die Übernahme von verantwortungsvollen Tätigkeiten im öffentlichen Dienst.
Laut Kommunalforum sind die Teilnahmevoraussetzungen für den Lehrgang ein abgeschlossener Verwaltungslehrgang I oder eine gleichwertige Qualifikation, mehrjährige Berufserfahrung im öffentlichen Dienst sowie die Zustimmung des Arbeitgebers. Die Struktur des Lehrgangs ist modular aufgebaut und umfasst sowohl Leistungsnachweise als auch Prüfungen.
Karriereperspektiven für Verwaltungsfachwirte
Verwaltungsfachwirte übernehmen in der Regel leitende Positionen im öffentlichen Dienst, ähnlich den Tätigkeiten von Diplom-Verwaltungswirten im gehobenen Dienst. Ihre Arbeitsorte sind vielfältig und umfassen Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen sowie EU-Behörden, Hochschulen und Wirtschaftsverbände. Die Qualifizierung zum Verwaltungsfachwirt eröffnet zahlreiche Karrierechancen im öffentlichen Sektor und wird auch als Qualifikationsnachweis für bestimmte Gehaltsgruppen, wie E 11, angesehen, wobei sie nicht zwingend erforderlich ist, um diese Positionen zu erreichen.
Die Verantwortlichkeiten eines Verwaltungsfachwirts sind umfassend. Diese umfassen nicht nur rechtliche Aspekte, wie Staats- und Verfassungsrecht, sondern auch praktische Fähigkeiten in der Kommunikation und Mitarbeiterführung. Die Qualifikation bietet eine solide Grundlage für die Herausforderungen und Anforderungen im modernen öffentlichen Dienst.
Die erfolgreiche Zeugnisübergabe am 17. April im Studieninstitut des Landes ist ein weiterer Beweis für das Engagement der Universität Osnabrück in der Ausbildung und Weiterbildung von Fachkräften im öffentlichen Dienst. Dieses Engagement zeigt sich nicht zuletzt auch darin, dass die Universität jährlich Ausbildungsplätze in verschiedenen Berufen anbietet, darunter Verwaltungsfachangestellte, Fachinformatiker, Gärtner und Tischler. Weitere Informationen zur Berufsausbildung sind auf der Webseite der Universität verfügbar.