Vom 31. Oktober bis 8. November 2026 wird die NürnbergMesse wieder zum Forschungslabor für Neugierige: Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) nimmt an der 72. Consumenta teil und präsentiert im Themenbereich „Spiel und Technik“ in Halle 1 aktuelle Forschungsprojekte. FAU und Ohm teilen sich dort den Stand B41.

Ganztägig gibt es Exponate, Live-Vorträge, Workshops und Mitmachstationen. Besucherinnen und Besucher können Fragen stellen, experimentieren und wissenschaftlichen Phänomenen selbst auf den Grund gehen. Der Schwerpunkt liegt auf Angeboten für Kinder, darunter Veranstaltungen der KinderUni – aber auch Erwachsene dürfen selbstverständlich tüfteln.

Katapulte, Schmetterlingsfarben und Quantentheorie

Prof. Dr. Boris Dreyer, Althistoriker an der FAU, bringt gemeinsam mit seinem Team originalgetreu rekonstruierte antike römische Katapulte nach Nürnberg. Die Modelle sollen nicht bloß gut aussehen: Beschusstests untersuchen Ballistik, Reichweite und Durchschlagskraft und helfen dabei, Funktionsweise und technische Möglichkeiten der antiken Waffen wissenschaftlich zu erforschen. Zu sehen sind die Katapulte vom 4. bis 8. November täglich. Die Vorführungen beginnen samstags und sonntags um 14:00 Uhr, montags bis freitags um 14:30 Uhr.

Beim Sonderforschungsbereich SFB 1411 „Design of Particulate Products“ wird es farbenfroh. In der Mitmachaktion „Mission Schmetterlingsfarbe“ helfen Kinder dem Schmetterling Morphi, das Geheimnis seiner braunen statt blau erwarteten Flügel zu lösen. Farbfilter, UV-Licht und ein Regenbogen-Puzzle machen dabei wissenschaftliche Prinzipien von Farben greifbar – auch die Färbung von Schmetterlingsflügeln. Das Angebot läuft täglich vom 4. bis 8. November 2026.

Mit „Quantastische Comics“ kommt außerdem eine Ausstellung zur Quantentheorie an den Stand. Anlass ist der 100. Geburtstag der Quantentheorie. Entwickelt wurde sie vom Erlanger Zentrum für Literatur und Naturwissenschaft gemeinsam mit dem Department Physik der FAU und Comicschaffenden. 27 Comic-Perspektiven erzählen von quantenphysikalischen Phänomenen, verpackt in Superhelden- und Fantasy-Geschichten. Die Ausstellung ist vom 31. Oktober bis 8. November täglich geöffnet.

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Prof. Klaus Mecke führt an vier Terminen jeweils 30 Minuten durch die Ausstellung: am Samstag, 31. Oktober, um 15:30 Uhr, am Dienstag, 3. November, um 15:30 Uhr, am Freitag, 6. November, um 15:30 Uhr, und am Sonntag, 8. November, um 15:30 Uhr.

Selbst ausprobieren statt nur zuschauen

Aus „Technikland – auf Tour“ sind ausgewählte Experimentierstationen dabei. Kinder, Jugendliche und Familien können naturwissenschaftliche und technische Phänomene selbst ausprobieren. Beteiligt sind unter anderem die FAU, das Stadtmuseum Erlangen, TechNat e. V., die Museen der Stadt Nürnberg/Museum Industriekultur und das Schulmuseum Nürnberg. Die Stationen stehen täglich vom 31. Oktober bis 8. November bereit.

Auch das panOPTICUM lädt zum Experimentieren ein. Die Stationen zeigen polarisiertes Licht, Laser als Lichtquelle und die Materialbearbeitung mit Laserlicht. Es geht darum, wie Licht genutzt wird und welche Anwendungen Lasertechnik in Technik und Alltag hat. Ausprobieren ausdrücklich erwünscht – täglich vom 31. Oktober bis 8. November.

Auf der FAU-Fläche wechseln sich außerdem täglich Aktionen und Mitmachstationen ab. Am Montag, 2. November, organisieren Studierende der FAU das „Teddybärkrankenhaus Erlangen“ für Kinder im Alter von etwa 3 bis 8 Jahren. Die kleinen Besucherinnen und Besucher untersuchen und behandeln ihre Kuscheltiere, machen spielerische Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen und schauen in der Teddy-Apotheke vorbei. Ein Organ-Teddy erklärt, wie der menschliche Körper und seine Organe aufgebaut sind.

Ebenfalls am Montag geht es bei „Jungbleiben für Fortgeschrittene“ um Ernährung, Bewegung sowie den Erhalt von Mobilität und Selbstständigkeit im Alter. Wer möchte, kann Blutdruck, Muskelkraft und Gleichgewichtssinn testen. Bei „FAU Scientia“ informiert die Universität über ihr Gaststudium, das Menschen jeden Alters die Teilnahme an ausgewählten Vorlesungen und Seminaren ermöglicht. Zusätzlich gibt es eine fächerübergreifende Scientia-Vorlesungsreihe. Am Informationsstand werden Inhalte, Teilnahme, Voraussetzungen und Ablauf erläutert.

KinderUni mit Strom, Robotern und Silber

Die KinderUni richtet sich an Kinder zwischen acht und zwölf Jahren. Als Partner der KUF KinderUni der Stadt Nürnberg bietet die FAU Kurse am Consumenta-Stand an – mit Workshops, Vorlesungen und Experimenten. Die Anmeldung startet am Montag, 5. Oktober, über das Amt für Kultur und Freizeit der Stadt Nürnberg.

  • Samstag, 31. Oktober: Ingenieurskunst, Chemie, Mathematik und die bunte Welt des Silbers

  • Dienstag, 3. November: Woher kommt eigentlich Strom?

  • Dienstag, 3. November: Crash-Kurs Roboter – autonomes Fahren in der Smart City

  • Donnerstag, 5. November: „Das Geheimnis der Superkids“ – gesunde Ernährung und Bewegung

  • Freitag, 6. November: Spiele von Rittern und Burgfräulein

Informationen und Termine der FAU gibt es unter fau.de. Die Anmeldung zur KinderUni läuft über nuernberg.de. Weitere Informationen zur Consumenta stehen unter consumenta.de.

Wissenschaft muss aus dem Elfenbeinturm heraus

Die FAU bringt damit eine Form der Wissenschaftskommunikation auf die Messe, die nicht bei Schautafeln stehen bleibt. Das passt zu einer breiteren Arbeit an der Universität: Der Lehrstuhl für Systematische Theologie (Ethik) veröffentlicht Forschungsergebnisse für ein Fachpublikum ebenso wie für die breite Öffentlichkeit. Dazu gehören Veranstaltungen zur Wissenschaftskommunikation, Gesprächsrunden und Talkshows sowie Beiträge in populärwissenschaftlichen Zeitschriften und Tages- und Wochenzeitungen.

Wie lebendig das werden kann, zeigte etwa der Science Slam „EmpkinS & Friends“ am 21. Oktober 2023 im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaften. Sechs Wissenschaftlerinnen aus Soziologie, Medizin, Germanistik und Informatik präsentierten kurze, witzige und verständliche Beiträge. Tabea Ott und Nils Albrecht moderierten den Abend im großen Hörsaal der Medizin, der mehr als 400 Personen fasst. Der Andrang war so groß, dass einige Zuhörende am Rand stehen mussten.

Auf dem Programm standen unter anderem Künstliche Intelligenz im Vergleich mit einem Couchtisch, Sprach- und Kommunikationsanalyse durch Germanistinnen im Krankenhaus, Gehirnstrukturen anhand eines Biervergleichs, Künstliche Intelligenz im Krankenhaus aus soziologischer Perspektive, programmierende Köche und die Rekonstruktion von Autoprototypen mithilfe von 3D-Modellen. Ein Quiz zu den Arbeitsplätzen der Vortragenden brachte Gummibärchen ein; einige flogen durch den Saal, laut Bericht wurde niemand verletzt. Danach sammelte das Publikum Fragen für die abschließende Runde.

Pinke Plüschhandschellen zur Erklärung von Gehirnstrukturen und ein Beitrag, bei dem ein halber Lehrstuhl seine Füße hinhalten musste, gehörten zu den ungewöhnlicheren Präsentationselementen. Als Slammerinnen werden David Samhammer, Judith Willberg, Bernhard Egger, Alexander German, Stephan Graßmann und Conrad Schröder genannt. Der Bericht von Fiona Bendig dankt außerdem den Moderatorinnen, den Organisatorinnen und dem Publikum.

Schon am 10. Februar 2023 hatten im E-Werk Erlangen neun Nachwuchswissenschaftler*innen des EmpkinS-Projekts unter dem Titel „Zukunftsdiagnose – HighTech meets Medicine“ ihre Forschung vorgestellt. Es ging um neue Sensortechnik für bessere Diagnose- und Behandlungsmethoden in der Medizin. Der Andrang war derart groß, dass bereits 30 Minuten vor Beginn ein Einlassstopp verhängt wurde.