Am 23. April 2026 war es wieder so weit! Rund 40 Schülerinnen und Schüler besuchten den Campus der FernUniversität Hagen, um am diesjährigen Girls‘ und Boys‘ Day teilzunehmen. Dabei stand vor allem eines im Vordergrund: Berufe kennenlernen, die bisher oft als geschlechteruntypisch gelten. Auch in diesem Jahr zeigte sich, dass die geschlechtertypische Berufswahl nach wie vor stark von Familie, Schule und kulturellen Einflüssen geprägt ist, was die FernUniversität Hagen seit 2003 mit dem Girls‘ Day und seit 2012 mit dem Boys‘ Day aktiv bekämpft, wie die FernUniversität Hagen berichtet.
Die Veranstaltung wurde feierlich von Kanzler Michael Strotkemper eröffnet. Während die Mädchen die Möglichkeit hatten, in Bereiche wie IT, Videoproduktion und Hörspielproduktion hineinzuschnuppern, erforschten die Jungen Berufe als Bildungsforscher, in der Bibliothek und als Reporter. Ein anschauliches Beispiel aus dem Veranstaltungstag ist Alexey, der in der Bibliothek ein spannendes Bücherrätsel löste und dabei half, die Künstliche Intelligenz Athena zu stoppen. Auf der anderen Seite konnte Amira Einblicke in den Alltag einer Videoproduzentin gewinnen und drehte ein eigenes Video vor einem Greenscreen.
Ein Blick auf Geschlechterklischees
Doch warum sind solche Veranstaltungen so wichtig? Um das zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die Hintergründe. Der Girls‘ Day, der seit 2001 existiert, und der Boys‘ Day, der seit 2011 ins Leben gerufen wurde, zielen darauf ab, sowohl Mädchen als auch Jungen für Berufe zu begeistern, in denen ihr Geschlecht noch unterrepräsentiert ist. In MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) sind Frauen weiterhin stark unterrepräsentiert. Der Frauenanteil in diesen Berufen stieg zwar in den letzten Jahren langsam auf 16,4 Prozent, doch die Fortschritte bleiben bescheiden, wie der WDR anmerkt.
Gleichzeitig zeigt die Statistik, dass Männer in sozialen, erzieherischen und pflegenden Berufen ebenfalls selten vertreten sind. Denn Männer machen nur rund 20 Prozent in sozialen Berufen aus, in Kitas sind es sogar nur knapp 8 Prozent. Ziel dieser Aktionstage ist es, die jungen Leute mit neuen Perspektiven vertraut zu machen und sie anzuregen, Berufswahlentscheidungen ohne traditionelle Rollenklischees zu treffen.
Erfahrungen und Feedback
Den abschließenden Teil des Tages bildete eine Runde, in der die Teilnehmer ihr positives Feedback teilen konnten. Bei einer Pizza zum Mittagessen ließen sich die Schülerinnen und Schüler die vielen neuen Eindrücke noch einmal durch den Kopf gehen. Insgesamt wurden viele Türen geöffnet und die Rückmeldungen verdeutlichten, dass der Girls‘ und Boys‘ Day an der FernUniversität Hagen ein voller Erfolg war.
Mit Events wie diesen wird deutlich, wie wichtig eine gendersensible Berufsorientierung ist. Ein bemerkenswerter Beitrag zur Förderung von Gleichstellung im Berufsleben! Und während Unternehmen zunehmend potenzielle Praktikantinnen und Praktikanten kennenlernen konnten, bleibt abzuwarten, wie viele neue Talente in die oft noch geschlechtlich geprägte Berufswelt hineinwachsen werden. Der Girls‘ Day und Boys‘ Day sind hier definitv ein Schritt in die richtige Richtung, um die Weichen für eine klischeefreie Berufswahl zu stellen, wie auch der DIHK hervorhebt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Nachfrage nach Veranstaltungen, die Mädchen und Jungen in Berufsfelder einführen, die sie zuvor vielleicht nicht in Betracht gezogen hätten, weiterhin groß ist. Und das ist auch gut so!
Für weitere Informationen zu den Hintergründen und Zielen der Aktionstage besuchen Sie bitte die Seiten der FernUniversität Hagen, des WDR sowie des DIHK.