Am 20. Oktober 2026 ist Marlene Lufen an der Freien Universität Berlin vor allem als vertraute Stimme aus dem Fernsehen bekannt. Geboren wurde sie am 18. Dezember 1970 in Berlin-Charlottenburg, damals West-Berlin, unter dem Namen Marlene Franz. Heute arbeitet sie als Fernsehmoderatorin, Journalistin und Autorin, lebt in Köln und steht weiterhin regelmäßig vor der Kamera.

Ihr Weg begann nicht geradlinig, sondern mit einigen Kurven. Nach dem Abitur am Carl-Friedrich-von-Siemens-Gymnasium in Berlin-Siemensstadt arbeitete Lufen als Au-pair in Madrid und studierte anschließend Publizistik sowie Spanisch beziehungsweise Sprachen an der Freien Universität Berlin. 1995 folgte ein sechsmonatiges Praktikum beziehungsweise Volontariat beim US-Sender ABC in San Francisco. Ein Jahr später gewann sie einen Nachwuchs-Journalisten- beziehungsweise ARD-Journalistenwettbewerb von „TV Spielfilm“ und der ARD und berichtete als Nachwuchsreporterin von den Olympischen Spielen in Atlanta.

Vom „Akte“-Praktikum ins Frühstücksfernsehen

1996 begann Lufen bei SAT.1 zunächst als Praktikantin und arbeitete später als freie Mitarbeiterin für das Reportagemagazin „Akte“. 1997 gelang ihr der Durchbruch im „SAT.1-Frühstücksfernsehen“, das sie bis 2000 moderierte. Nach einer Babypause im Jahr 2000 wechselte sie vorübergehend zum öffentlich-rechtlichen Fernsehen.

Beim WDR moderierte sie von 2001 bis 2007 das Regionalprogramm „WDRpunkt Köln“, außerdem „Lokalzeit“ und „PunktKöln“. Hinzu kamen „Beste Freunde“ und „Liebe ist Alles“. Im Januar 2007 kehrte sie zum „SAT.1-Frühstücksfernsehen“ zurück, zunächst montags bis freitags gemeinsam mit Jan Hahn. Ab Mai übernahm sie die Samstagsausgabe; in den ersten beiden Ausgaben war Torgen Schneider ihr Partner, danach wieder Jan Hahn. Die Samstagsausgabe wurde im Juli 2007 eingestellt.

Seit 2006 gehört Lufen wieder fest zum Team des „SAT.1-Frühstücksfernsehens“ – die Angaben zu ihrer Rückkehr überschneiden sich dabei mit der Rückkehr als festangestellte Moderatorin im Januar 2007. Im Senderprogramm folgten „Überraschung heute heiraten!“ beziehungsweise „Überraschung! – Heute heiraten wir“, „Gräfin gesucht“, „The Royal Wedding – Highlights“ und „The Royals – Die Highlights“. Von August 2008 bis 2009 moderierte sie „Gräfin gesucht“. 2010 war sie Außenmoderatorin beim „Semperopernball“, 2011 präsentierte sie „William & Kate – Die Highlights“, 2013 „Küchenkönigin“ und 2017 „Dinner Party – Marlene lädt zum Talk“. Im Frühstücksfernsehen tritt sie unter anderem gemeinsam mit Daniel Boschmann auf.

Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Auch abseits des klassischen Moderationsjobs blieb sie beweglich: 2016 nahm sie an „Das große Promibacken“ teil. Im Januar 2022 belegte sie als „Zottel“ bei „The Masked Dancer“ den zweiten Platz. Bei „Dancing on Ice“ stand sie im Januar sowie im November und Dezember 2019 gemeinsam mit Daniel Boschmann vor der Kamera. Seit 2018 moderiert sie mit Jochen Schropp „Promi Big Brother“; ab dem 5. Oktober 2026 sollen beide auch die neue Staffel präsentieren.

Schwimmbad, Theater und ein Sprung vom Turm

Als Jugendliche war Lufen Leistungsschwimmerin beim Berliner Sport-Club. Bereits mit elf Jahren nahm sie an den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften teil. Mit 14 Jahren wurde sie nach eigenen Angaben von ihrer Schwimmtrainerin ohne ersichtlichen Grund von einem Wettkampf ausgeschlossen. Das traf sie so stark, dass sie das Schwimmen abrupt aufgab.

Später spielte sie Theater und gründete eine eigene Theatergruppe. Von 1994 bis 1995 schrieb sie Theater- und Filmkritiken für das Berliner Szenemagazin „Flyer“. Ganz losgelassen hat sie das Rampenlicht offenbar nie. Im Musikvideo zu Stefan Raabs Eurovision-Song-Contest-Beitrag „Wadde hadde dudde da?“ spielte sie 2000 eine Fernsehansagerin.

Beim „TV Total Turmspringen“ legte Lufen 2007 nach: einen Salto vom Dreimeterbrett und einen Handstandsprung vom Fünfmeterbrett. Seit diesen Sprüngen habe sie keinen Sprungturm mehr betreten. Verständlich, irgendwie. Heute kocht sie gern und betreibt Aquafitness.

Im Sommer 2011 begleitete sie eine Expedition rund um die Welt, unter anderem nach Tansania, in die Arktis, nach Mexiko und nach Panama. Für das „SAT.1-Frühstücksfernsehen“ berichtete sie über Natur, bedrohte Lebensräume und Armut. Weitere Stationen ihrer TV-Laufbahn waren 2018 „Auf uns! Wir feiern die Frauen!“ sowie 2021 „Marlene Lufen: Deutschland im Lockdown“ und „Deutschland hilft“.

Über Schweigen, Druck und neue Kraft

2016 erhielt Lufens Dokumentation „Vergewaltigt – Warum so viele Frauen schweigen“ bundesweite Aufmerksamkeit. Im Jahr 2018 veröffentlichte sie dazu ihr erstes Buch: „Die im Dunkeln sieht man nicht: Warum missbrauchte Frauen schweigen“. Außerdem sprach sie die Hörbücher „Scheißkerle“ aus dem Jahr 2010 und „Mehr vom Leben“ aus dem Jahr 2011.

Mit 19 Jahren wurde sie nach eigenen Angaben Opfer eines sexuellen Übergriffs. Während der #MeToo-Debatte sprach sie öffentlich darüber, um andere Betroffene zum Brechen ihres Schweigens zu ermutigen. Sie engagiert sich gegen Gewalt an Frauen und für einen offeneren Umgang mit Tabuthemen, äußert sich zu Gleichberechtigung, weiblicher Solidarität und dem gesellschaftlichen Druck auf Frauen.

Auch aus ihrer frühen Medienzeit berichtet sie von einem Umfeld, in dem sie sich als junge Frau häufig vor der gesamten Crew umziehen musste. Außerdem sei sie von einem Kollegen unter Druck gesetzt worden. Über solche Erfahrungen wird heute im Zusammenhang mit Machtmissbrauch gesprochen. Am 20. Februar 2019 fragte sie im „SAT.1-Frühstücksfernsehen“ einen Studiogast, der keinen Betreuungsunterhalt für die Mutter seiner Kinder zahlte, öffentlich, ob er dazu stehe, „ein Arschloch zu sein“. Sat.1 stellte sich später hinter Lufen.

Über die Demenzerkrankung ihrer Mutter berichtete Lufen unter Tränen. Trotz der Erkrankung empfindet sie ihre Mutter weiterhin als wichtige emotionale Stütze und spricht mit ihr über persönliche Gefühle. Seit 2007 ist Lufen außerdem Patin inklusiver Sportgruppen beim Turnverein Schiefbahn 1899, wo Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung gemeinsam Sport treiben.

Familie, Trennung und das Leben als Single

Seit 1997 war Marlene Lufen mit dem Sportjournalisten und „Sportschau“-Moderator Claus Lufen verheiratet. Das Paar hat einen Sohn und eine Tochter: Fritz, geboren 2000, und Frida, geboren 2004. Die Angaben zur Ehezeit werden unterschiedlich wiedergegeben: Nach 22 Jahren Ehe beziehungsweise nach 23 Jahren Ehe trennte sich das Paar 2019. Lufen machte die Trennung im Mai 2020 öffentlich und sprach später darüber.

Sie beschrieb diese Phase als emotional belastend. Enge Freundinnen und ihre Kinder halfen ihr, wieder Halt und Kraft zu finden. Heute lebt sie in Köln, ist geschieden und spricht in ihrem Podcast „M wie Marlene – Wie gelingt das Leben?“ regelmäßig über Beziehungen, Familie, Freundschaften, Gesundheit und das Älterwerden – ebenso über persönliche Erfahrungen und emotionale Herausforderungen.

Als Single Mitte 50 empfindet sie die Partnersuche als schwierig. Eine Partnerschaft fehlt ihr, Dating-Apps nutzt sie jedoch nicht. Stattdessen vertraut sie auf das Schicksal. Das klingt nach einem Plan, der bewusst keiner sein will.

Ihr Instagram-Account ist @marlenelufen. Aus dem Berliner Schwimmbecken, über Madrid, San Francisco und Köln bis in die Studios von SAT.1 zieht sich dabei eine Laufbahn, in der Lufen morgens Nachrichten moderiert, abends über gesellschaftliche Verletzungen spricht und zwischendurch auch mal vom Fünfmeterbrett springt.