Nach rund 16 Stunden Flug sind die Riesenpandas Ping Ping und Fu Shuang in Atlanta angekommen. Die beiden Tiere aus Chengdu reisten in einer Boeing 777 von FedEx, die den Namen „Panda Express“ trägt. An Bord waren ausschließlich die Pandas – dazu Bambus, Wasser und Futter.

Nach der Landung ging es per Lastwagen und unter Polizeieskorte weiter in den Zoo. Dort bleiben die 2020 geborenen Tiere zunächst etwa einen Monat in Quarantäne. Auch chinesische Tierärzte kümmern sich um sie. Der Zoo hofft, dass Ping Ping und Fu Shuang sich danach natürlich paaren. Wann sie erstmals öffentlich zu sehen sein werden, steht noch nicht fest.

Ein kleines Stück Panda-Diplomatie

Chinas Staatschef Xi Jinping hatte die Ankunft drei Tage zuvor bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus angekündigt. Xi nannte die Tiere „Botschafter der Freundschaft“ zwischen China und den USA. Die Leihgabe gehört damit zu den wenigen konkreten Ergebnissen des Gipfels.

Für Atlanta ist das auch deshalb eine Nachricht mit Gewicht, weil die USA zwischenzeitlich fast vollständig pandafrei zu werden drohten. Im November 2023 kehrten drei Tiere aus dem Nationalzoo in Washington nach China zurück. Im Oktober 2024 wurden die Pandas Lun Lun, Yang Yang und zwei Jungtiere aus Atlanta zurückgebracht – mitten in einer deutlichen Verschlechterung der Beziehungen zwischen Washington und Peking. 2024 erhielten San Diego und später Washington wieder Pandas. Atlanta ist nun der dritte US-Zoo mit den beliebten schwarz-weißen Bären.

Japan besitzt dagegen seit Januar 2026 keine Pandas mehr. Die Zwillinge Xiao Xiao und Lei Lei mussten Ende Januar den Ueno-Zoo in Tokio verlassen. Damit ist Japan erstmals seit 1972 ohne die Tiere. Einen offiziellen politischen Grund für die Rückforderung nannte China nicht. Sie erfolgte allerdings während neuer Spannungen, nachdem Japans Ministerpräsidentin Sanae Takaichi einen möglichen Militäreinsatz Tokios im Fall eines chinesischen Angriffs auf Taiwan angedeutet hatte.

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Von Geschenken zu Verträgen

Die sogenannte Panda-Diplomatie begann mit Geschenken. 1957 erhielt die Sowjetunion erstmals Pandas. International bekannt wurde die Praxis 1972 nach dem China-Besuch von US-Präsident Richard Nixon. Nachdem Nixons Ehefrau Pat eine Bemerkung über Pandas auf einer Zigarettenschachtel gemacht hatte, schenkte China den USA Ling-Ling und Hsing-Hsing. Im April 1972 zogen die beiden in den Nationalzoo von Washington ein.

Auch West-Berlin bekam ein Panda-Paar: 1980 als Geschenk des chinesischen Regierungschefs Hua Guofeng an Bundeskanzler Helmut Schmidt. Seit 1984 verschenkt China jedoch keine Pandas mehr, sondern verleiht sie zunächst jeweils für zehn Jahre. Die Tiere und ihr Nachwuchs bleiben Eigentum Chinas und können jederzeit zurückgefordert werden. Die Leihgebühr liegt bei etwa einer Million US-Dollar pro Jahr.

Der Berliner Zoo zahlt diesen Betrag seit der Ankunft von Meng Meng und Jiao Qing im Jahr 2017. Die Vereinbarung läuft über 15 Jahre. Für die Berliner ist das kein völlig neues Kapitel: Schon in den 1930er-Jahren war der Panda Happy im Zoo zu sehen. 1958 hielt sich das Weibchen Chi Chi drei Wochen im Ost-Berliner Tierpark auf; etwa 400.000 Menschen kamen, um es zu sehen. Später inspirierte Chi Chi das Logo der Umweltorganisation WWF.

Vier Pandas in Berlin, zwei in München

Derzeit leben im Berliner Zoo vier Pandas: die Eltern Meng Meng und Jiao Qing sowie die im August 2024 geborenen Zwillinge Meng Hao und Meng Tian, die Leni und Lotti genannt werden. Rund um das Gehege dürfte es also auch am heutigen 29.09.2026, wenn an der FU Berlin über Wissenschaft und Stadtleben gesprochen wird, genügend Gesprächsstoff geben – Panda-Nachrichten ziehen irgendwie immer.

Und die nächste deutsche Panda-Adresse ist bereits angekündigt. Ab 2028 soll der Münchner Tierpark Hellabrunn für zunächst zehn Jahre zwei Pandas erhalten. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kündigte das Anfang 2026 an. Bis dahin bleibt Atlanta der neue Schauplatz: Ping Ping und Fu Shuang müssen erst die Quarantäne hinter sich bringen, Bambus verdauen und sich an ihre neue Umgebung gewöhnen. Der erste öffentliche Auftritt kann warten.