Am 9. Juni 2026 wurde Prof. Dr. Sebastian Conrad, ein renommierter Historiker und Globalhistoriker, mit dem Schader-Preis ausgezeichnet. Dieser Preis, der mit 15.000 Euro dotiert ist, ehren Gesellschaftswissenschaftler, die maßgeblich zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beitragen. Die Preisverleihung fand in Darmstadt statt und wurde von Prof. Dr. Dorothea Kübler, Sprecherin des Senats der Schader-Stiftung, gewürdigt, die Conrads Einfluss auf gesellschaftliche Debatten sowohl in Deutschland als auch international lobte. Der Schader-Preis zeichnet die Arbeit von Wissenschaftlern aus, die an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis tätig sind, so die Stiftung seit 1988.

Conrad, geboren am 19. März 1966 in Heidelberg, hat seit 2010 den Lehrstuhl für Neuere Geschichte an der Freien Universität Berlin inne. Seine Forschung konzentriert sich auf Themen wie Globalgeschichte, Kolonialgeschichte und die Geschichte der Geschichtsschreibung. In seiner Preisträgerrede betonte er die wesentliche Rolle der Demokratie und die Notwendigkeit, verschiedene Perspektiven in gesellschaftliche Diskurse einzubeziehen. Damit spricht er ein aktuelles Thema an, das in der heutigen Zeit von großer Bedeutung ist.

Einblicke in seine Forschung

Zur Erschließung seines Forschungsfeldes hat Conrad zahlreiche Werke verfasst, darunter „Auf der Suche nach der verlorenen Nation“ und „Globalisierung und Nation im Deutschen Kaiserreich“. In seinen jüngsten Publikationen beschäftigt er sich mit der deutschen Kolonialgeschichte und deren zeitgenössischen Relevanz, wie zum Beispiel in „Die Königin. Nofretetes globale Karriere“, das im Jahr 2024 veröffentlicht wurde und für den Deutschen Sachbuchpreis nominiert war. Conrads Arbeiten haben nicht nur in der akademischen Welt hohe Anerkennung gefunden, auch die Breite seines Themas wird von einer breiteren Öffentlichkeit reflektiert.

Sebastian Conrad leitet den Master-Studiengang „Global History“ an der Freien Universität Berlin, ein Studiengang, der in Zusammenarbeit mit der Humboldt-Universität angeboten wird. Darüber hinaus ist er Sprecher des Graduiertenkollegs „Global Intellectual History“ und Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften sowie der Academia Europaea. Sein Engagement in verschiedenen wissenschaftlichen Redaktionen und als Herausgeber von Buchreihen in der Globalgeschichte unterstreicht sein Bestreben, den Dialog in der Wissenschaft aktive zu fördern.

Kulturelle und soziale Verantwortung

Die Auseinandersetzung mit der deutschen Erinnerungskultur ist ein zentrales Element von Conrads Schaffen. In Anbetracht der Herausforderungen, die die Erinnerung an den Holocaust und andere gesellschaftliche Themen für die gegenwärtige Generation darstellen, ist die Förderung einer lebendigen und vielschichtigen Erinnerungskultur unerlässlich. Die Rolle von Gedenkstätten und Denkmälern, wie dem Denkmal für die ermordeten Juden Europas und dem Denkmal für die unter NS-Ideologie verfolgten Sinti und Roma, bleibt in der heutigen Zeit ein wichtiger Bestandteil der gesellschaftlichen Reflexion über die Vergangenheit.

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In einer Zeit, in der die Distanz zu diesen historischen Ereignissen wächst, erinnert Conrad daran, wie wichtig es ist, aus der Geschichte zu lernen, um aktuellen Herausforderungen wie Populismus und Extremismus wirksam zu begegnen. Seiner Meinung nach muss das Engagement für Menschenrechte und die Aufklärung über gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit weiter intensiviert werden.

Die Auszeichnung mit dem Schader-Preis ist nicht nur ein persönlicher Triumph für Conrad, sondern auch ein Zeichen für die Relevanz seiner Forschungsarbeit in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Debatte. Die Schader-Stiftung wird auch in den kommenden Jahren seine Expertise nutzen, da Conrad für sieben Jahre Mitglied des Senats der Stiftung wird und somit aktiv an der Förderung des Dialogs zwischen Wissenschaft und Gesellschaft mitwirkt.

Für weitere Informationen zu Sebastian Conrads Arbeit und dem Schader-Preis besuchen Sie FU Berlin, die Wikipedia und die Bundeszentrale für politische Bildung.