Im Botanischen Garten der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf entfaltet sich im Mai eine beeindruckende Blütenpracht. Die weitläufige Anlage ist täglich bis 19:00 Uhr geöffnet und bietet Pflanzenliebhabern und Naturfreunden die Möglichkeit, die Vielfalt der Flora hautnah zu erleben. Viele Besucher kommen nicht nur wegen der ästhetischen Anziehungskraft der Blumen, sondern auch, um die faszinierenden Bestäubungsstrategien zu beobachten, die hier zu finden sind. So genießen wir Pfingstrosen und späte Magnolien, die derzeit noch ihre Farbenpracht zeigen.
Beesonders auffällig ist die Diversität an Insekten, die an den Blüten aktiv sind. Vom summenden Bienenvolk bis hin zu den grazilen Schmetterlingen sind zahlreiche Arten im Garten unterwegs. Diese sind nicht nur eine Freude fürs Auge, sondern erfüllen auch eine wichtige ökologische Rolle. Interessant sind beispielsweise die Hahnenfußblüten (Ranunculus-Arten), die ihren Nektar unter einer Schuppe auf den Kronblättern verstecken, während der Acker-Rettich (Raphanus raphanistrum) seinen Nektar am Blütenboden abgibt. Violette Adern auf den Blütenblättern fungieren dabei als Lockvögel für die kleinen Bestäuber.
Einblicke in die Pflanzenvielfalt
Besonders der Wiesen-Salbei (Salvia pratensis) hat eine raffinierte Strategie entwickelt: Sein Nektar ist speziell für langrüsselige Insekten zugänglich. Die Wildarten der Pfingstrose (Paeonia) sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch wertvoll für die Bestäuber. Im Gegensatz dazu bieten gezüchtete Sorten oft gefüllte Blüten, die weniger Pollen bereitstellen. Die Kelchblätter dieser beeindruckenden Blumen scheiden zudem Nektar aus, den Ameisen schätzen.
Die wild blühenden Wiesen rund um das Kuppelgewächshaus sind ein weiteres Highlight, neben Pflanzen wie dem Wiesen-Salbei fügen sich auch Bienenfreunde (Phacelia tanacetifolia) harmonisch in das Gesamtbild ein. Auch die seltenen Klappertöpfe (Rhinanthus) mit ihren kleinen gelben Blüten tragen zur Artenvielfalt bei. Außerdem blühen eindrucksvolle Exemplare wie die Rote Rosskastanie (Aesculus x carnea ‚Briotii‘) und die resistente Ulme (Ulmus ® Resista), die trotz der Bedrohung durch einen aus Ostasien eingeschleppten Pilz in der Anlage zu finden ist.
Rolle des Botanischen Gartens
Der Botanische Garten umfasst rund 8 Hektar und wurde 1979 eröffnet. Er ist ein Teil des Frischluft- und Grüngürtels Düsseldorfs und fungiert als wichtiges Trittsteinbiotop zur Erhaltung bedrohter Arten und zur Sicherung der Biodiversität. Vor allem die Pflanzenforschung und die Ausbildung von Studierenden stehen im Vordergrund.
Das Kuppelgewächshaus, welches im Jahr 1975 eröffnet wurde, beherbergt Pflanzen von allen Kontinenten und wird durch ein Südafrikahaus und eine große Orangerie ergänzt. Jährlich zieht der Garten über 100.000 Besucher an und bietet einen kostenfreien Audioguide sowohl auf Deutsch als auch Englisch an. Zudem gibt es ein vielfältiges Vortrags- und Führungsprogramm, das nicht nur ausgebildeten Gärtnern, sondern auch interessierten Bürgern einen Einblick in die Pflanzenwelt gewährt.
Ein spannendes Citizen Science-Projekt zur Dokumentation der Vielfalt von Wildarten über eine spezielle App runden das Angebot ab. Der Botanische Garten ist nicht nur ein Ort der ruhigen Erholung; er verkörpert das Selbstverständnis der HHU als Bürgeruniversität und wird tatkräftig vom Freundeskreis Botanischer Garten der HHU e.V. unterstützt. Zudem dient die Einrichtung als Ausbildungsstätte für bis zu zehn Gärtnerinnen und Gärtner in der Fachrichtung „Staudengärtnerei“.