Die Auswirkungen des Klimawandels zeigen sich zunehmend in der Natur, und ein aktuelles Forschungsprojekt bringt neue Erkenntnisse über die Phänologie in Europa. Heute, am 12. Mai 2026, ist zu beobachten, dass Haselsträucher bereits früher blühen und Obstbäume zeitiger austreiben. Diese Veränderungen sind klare Indikatoren für die Auswirkungen des Klimawandels, die nicht nur das Wachstum und die Entwicklung von Pflanzen beeinflussen, sondern auch weitreichende ökologische Prozesse, das Lokalklima sowie die Interaktionen zwischen Pflanzen, Insekten und Menschen betreffen, wie KU.de berichtet.

Ein neues Forschungsprojekt der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt mit dem Titel „REPHASE – Reproduktion, Phänologie und Saisonalität im europäischen Vergleich“, das von Prof. Dr. Susanne Jochner-Oette geleitet wird, zielt darauf ab, diese Veränderungen näher zu untersuchen. Das Team, das auch Dr. Lisa Buchner als wissenschaftliche Mitarbeiterin umfasst, knüpft an das Netzwerk der Internationalen Phänologischen Gärten Europas (IPG) an und untersucht wiederkehrende Entwicklungsphasen in der Natur, wie Blüte und Blattentfaltung.

Zusammenarbeit und Förderung

Die wissenschaftliche Leitung und Koordination des IPG obliegt seit 2023 Prof. Dr. Jochner-Oette. Das Projekt wird bis Ende 2028 von der Eva Mayr-Stihl Stiftung unterstützt, einer gemeinnützigen Stiftung, die Wissenschaft, Forschung, Medizin, Kunst und Kultur fördert. Rund 100 Standorte in 18 europäischen Ländern, von Finnland bis Portugal, werden in die Untersuchungen einbezogen. Ein Ziel von REPHASE besteht darin, die Phänologie mit der Pflanzenphysiologie zu verknüpfen, und dazu werden Bäume mit Dendrometern ausgestattet, um die Umfangsänderungen des Stamms zu erfassen.

Klimawandel und Pflanzenentwicklung

Die Analyse der Dendrometer-Daten soll Aufschluss über die Vegetationsperioden in Europa geben und die Anpassungsfähigkeit der Bäume untersuchen. Dabei sind Temperatur- und Feuchtigkeitsmessgeräte, die an den Pflanzen installiert werden, von großer Bedeutung. Im Rahmen des Projekts wird auch die Reproduktionsökologie von Bäumen analysiert, insbesondere in sogenannten Mastjahren, in denen besonders viele Samen produziert werden. Besonders im Fokus stehen Buchen, da sie in vielen IPG-Standorten vorkommen.

Die gesammelten Messdaten werden nach Eichstätt gesendet und dort ausgewertet. Dies geschieht nicht zufällig: die Ergebnisse sollen helfen, die Auswirkungen des Klimawandels auf Waldbäume besser zu verstehen und somit Grundlagen für Anpassungsstrategien in der Forstwirtschaft zu schaffen. Ein geplanter Workshop in Eichstätt soll den Austausch innerhalb des Netzwerks stärken und die Zusammenarbeit der beteiligten Forscher fördern.

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Wie das Umweltbundesamt ergänzt, gibt es detaillierte Informationen zu den Verschiebungen phänologischer Phasen im aktuellen Monitoringbericht zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel. Die „Länderinitiative Kernindikatoren“ bietet dazu phänologische Daten für einzelne Bundesländer an, während der Deutsche Wetterdienst zahlreiche Produkte zur aktuellen Pflanzenentwicklung bereitstellt. So wird das Phänomen des vorzeitigen Austreibens in einem umfassenden Kontext sichtbar.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Forschung zu phänologischen Veränderungen eine Schlüsselrolle im Verständnis der ökologischen Auswirkungen des Klimawandels spielt. Die Erkenntnisse aus Projekten wie REPHASE werden unabdingbar sein, um den Herausforderungen der Zukunft emsig zu begegnen und vernünftige Anpassungsstrategien zu entwickeln.