Neuer Bibliothekskatalog: KI-revolutionierte Suche an KU gestartet!
Die Universitätsbibliothek der Katholischen Universität hat einen neuen Online Public Access Catalogue (OPAC) eingeführt, der die Suche nach wissenschaftlicher Literatur revolutionieren soll. Besondere Aufmerksamkeit gilt hierbei der Integration von Künstlicher Intelligenz (KI), um sowohl die Benutzerfreundlichkeit als auch die Suchergebnisse zu verbessern. Die neue Suchumgebung basiert auf der Open-Source-Lösung VuFind und bietet den Nutzer:innen die Möglichkeit, Suchbegriffe und logische Verknüpfungen nach Belieben zu verändern. Dies sorgt für mehr Transparenz in der Suchmethodik, wie Tobias Potoczki von der Bibliothek betont.
Diese Transparenz ist entscheidend, da trotz des Einsatzes von KI die bibliothekarische Recherche nicht ersetzt wird. Stattdessen übersetzt die KI natürliche Fragen in strukturiert formulierte Suchanfragen. Damit ist die neue Smart Search nicht nur ein erster Schritt zur Verbesserung der Recherchequalität, sondern sie öffnet auch die Tür für zukünftige Entwicklungen, die möglicherweise semantische Suchen beinhalten werden. Die UB der Katholischen Universität zeigt damit eine Vorreiterrolle in der Integration von KI in bibliothekarische Prozesse.
Moderne Funktionen des OPAC
Der neue Katalog bietet Zugang zu über zwei Millionen physischen Medien sowie rund 700.000 E-Books und verschiedensten Datenbanken. Die Benutzeroberfläche wurde modernisiert, sodass die Trefferanzeige und die Verfügbarkeit der Medien nun übersichtlicher sind. Darüber hinaus haben Nutzer:innen jetzt die Möglichkeit, die neue Umgebung bequem auf Smartphones und Tablets zu nutzen, ohne eine Vorauswahl eines bestimmten Bibliotheksstandorts vornehmen zu müssen.
Besonders positiv zu erwähnen ist, dass das Nutzerfeedback maßgeblich in die Entwicklung des neuen OPAC einfloss. Bei einem Testessen konnten Studierende die neue Oberfläche ausprobieren und Verbesserungsvorschläge einbringen. Ab sofort ist der OPAC unter opac-ub.ku.de zugänglich und wird bis Ende des Sommersemesters 2026 parallel zum alten Katalog genutzt. Ab 1. September 2026 wird der alte OPAC dann vollständig ersetzt. Die Merklisten aus dem bisherigen Katalog werden vor dem Umstieg übertragen, und die Anmeldung erfolgt wie gewohnt mit Nutzernummer und Passwort.
KI-Tools zur Literaturrecherche
Zusätzlich zur Einführung des neuen OPAC kommen auch verschiedene KI-Tools zur Anwendung, die die Literaturrecherche optimieren. Diese Tools werden in „Finders“ und „Connectors“ unterteilt. Während die „Finders“ durch die Eingabe von Stichworten oder Fragen nach geeigneten Publikationen suchen, nutzen die „Connectors“ bereits vorhandene Metadaten, um thematisch verwandte Literatur zu identifizieren. Besonders geeignet sind „Finders“ für naturwissenschaftliche und medizinische Recherchen, während für Geistes- und Sozialwissenschaften die Nutzung der „Connectors“ empfohlen wird.
Die Vielfalt an KI-gestützten Tools ist beeindruckend. Plattformen wie Elicit, SciSpace und Semantic Scholar bieten Funktionen, die sich primär an Forscher:innen und Studierende richten und eine semantische Suche oder Datenvisualisierung umfassen. Jedes dieser Tools hat seine eigenen Stärken und könnte sich als nützlich erweisen, abhängig von den individuellen Anforderungen der Nutzer:innen.
Obwohl der Einsatz von KI in der Literaturrecherche zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist Vorsicht geboten. Halluzinierte oder inkorrekte Literaturangaben kommen nach wie vor vor, sodass die Nutzer:innen darauf achten sollten, die Ergebnisse kritisch zu hinterfragen.
Für weitere Informationen über die neuen KI-Tools zur Literaturrecherche und deren Funktionen, besuchen Sie uni-due.de oder uni-tuebingen.de.
