Am 30. April 2026 äußert Verena Bentele, die blinde Paralympics- und Politikwissenschaftlerin, alarmierende Einschätzungen zur pflegerischen Versorgung in Deutschland. Sie stellt fest, dass das Land nicht ausreichend auf die wachsende Zahl älterer und pflegebedürftiger Menschen vorbereitet ist. Bentele kritisiert, dass die Unterstützung für pflegende Angehörige in vielen Fällen unzureichend sei. Besonders im Hinblick auf die häusliche Pflege, die etwa 85 Prozent aller Pflegeleistungen ausmacht, sind gezielte Maßnahmen notwendig.
Bentele betont die Wichtigkeit interdisziplinärer Ansätze zur Verbesserung der Pflege- und Gesundheitsversorgung. Es sei entscheidend, Ressourcen in Bereichen wie der Gendermedizin und Digitalisierung gezielt einzusetzen. Zudem liegt ihr ein gleichmäßiger Zugang zum Sozialstaat sowie zu Gesundheits- und Pflegeleistungen am Herzen. Dies wird in den kommenden Themen des neuen Instituts „heles“, das an der Schnittstelle zwischen stationärer Langzeitpflege und Krankenhaus tätig sein wird, berücksichtigt.
Das Institut „heles“: Ein neuer Weg in der Pflege
Das Institut „heles“, das mit Wissenschaftlern aus den Bereichen Ökonomie, Gesundheits- und Pflegewissenschaften besetzt ist, zielt darauf ab, die Zahl von Krankhauseinweisungen zu reduzieren und die Zusammenarbeit zwischen Hausärzten und Pflegefachpersonen zu stärken. Ein konkretes Projekt des Instituts fokussiert sich auf die Begleitung von Quartiermanagementansätzen, um die häusliche Pflege zu unterstützen. Der Sozialverband VdK hat in der Vergangenheit bereits mit wissenschaftlichen Einrichtungen kooperiert und beispielsweise eine Studie zur häuslichen Pflege an der Universität Osnabrück durchgeführt. Die Bedeutung solcher wissenschaftlichen Studien ist laut Bentele unerlässlich für zukünftige politische Entscheidungen.
Der Kontakt zwischen dem VdK und dem neuen Institut wurde von Prof. Beyer hergestellt, was zeigt, wie wichtig die Vernetzung zwischen Wissenschaft und Praxis ist. Diese Kooperation schafft einen wertvollen Zugang zu Mitgliedern für qualitative und quantitative Erhebungen, die zur politischen Arbeit des VdK beitragen sollen.
Die Charta der Rechte Pflegebedürftiger
Ein weiterer Eckpfeiler der Diskussion um die Pflegequalität ist die „Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen“, die die Rechte von Pflegebedürftigen und deren Angehörigen in Deutschland genau beschreibt. Viele Einrichtungen und Dienste verwenden diese Charta als wichtiges Instrument für Qualitätsmanagement und zur Unterstützung der täglichen Praxis. In Deutschland gibt es bereits zahlreiche Engagements und Ansätze zur Verbesserung in der Pflege, die durch die Charta unterstützt werden.
Die Charta soll unterstreichen, dass trotz Hilfe- und Pflegebedarfs Lebensqualität erreicht werden kann. Praktiker und Fachleute haben in Zusammenarbeit Schulungen und Fortbildungsmaterialien entwickelt, die in verschiedenen Kategorien online verfügbar sind. Diese Materialien sollen helfen, die Werte der Charta in der täglichen Praxis zu verankern, und ermutigen Einrichtungen, den guten Beispielen der Qualitätsverbesserung zu folgen.
Wichtige Merkmale guter Pflege, wie fachgerechte Pflege, Beachtung der Selbstbestimmung und Sicherheitsaspekte, sind grundlegend, um den Ansprüchen von Pflegebedürftigen gerecht zu werden. Die Rückmeldungen von Betroffenen, Angehörigen, Pflegenden und Ärzten spielen dabei eine zentrale Rolle, um die Pflege kontinuierlich zu verbessern und an die Bedürfnisse aller Beteiligten anzupassen.
Die Herausforderung der Pflegequalität bleibt groß, und es ist klar, dass der Weg zur Verbesserung nur durch die Zusammenarbeit von Wissenschaft, Politik und praktischen Akteuren geebnet werden kann. Für viele Familien und Pflegekräfte ist dies nicht nur eine Frage der Organisation, sondern eine Herzensangelegenheit, die zunehmend an Bedeutung gewinnt.
KU.de berichtet, dass …
BMBF-SFJ informiert über die Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen und deren Angehörigen in Deutschland.
ZQP stellt grundlegende Merkmale guter Pflege dar, die von verschiedenen Perspektiven abhängen.