Am 6. Mai 2026 steht an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt eine wegweisende Wahl an: Präsidentin Prof. Dr. Gabriele Gien, die seit 2014 in dieser Position tätig ist, wird als einzige Bewerberin vorgestellt. In einem hochschulinternen Hearing wird sie ihre Pläne und Visionen für die kommenden Jahre präsentieren. Die Wahl erfolgt durch ein Gremium von insgesamt 28 Mitgliedern, das sich aus internen und externen Hochschulräten sowie Senats- und Stiftungsratsvertretern zusammensetzt, wie ku.de berichtet.
Gabriele Gien, die am 11. Januar 1962 in München geboren wurde, hat seit ihrer kommissarischen Ernennung im Jahr 2014 einige bemerkenswerte Erfolge erzielt. Ihre Amtszeit, die alle fünf Jahre verlängert werden kann, hat bereits einige wichtige Meilensteine erreicht, darunter die Aufnahme in die Deutsche Forschungsgemeinschaft sowie eine Steigerung der Drittmittel und die Profilierung des Studienangebots. Die Wahl wird jedoch nicht nur von ihren vorherigen Leistungen geprägt sein, sondern auch von ihrem wichtigen Ziel, die Finanzierung der Universität nach 2028 zu sichern.
Einblicke in die Wahlmodalitäten
Die Wahl wird gemäß der Wahlsatzung der Trägerstiftung der KU durchgeführt, und eine kirchliche Unbedenklichkeitserklärung muss dabei vor der Wahl an den Heiligen Stuhl in Rom geschickt werden. Dies ist ein wichtiger Schritt im Verfahren, das zuletzt von einer Auswahlrunde geprägt war, in der sieben Kandidaten geprüft und eingeladen wurden, ihre Vorstellungen zu präsentieren. Ursprünglich befanden sich auch Prof. Dr. Wolfgang J. Duschl und zum Teil andere Mitbewerber im Rennen, jedoch setzte sich Gien in der ersten Runde durch, wie die Bayerische Hochschule hochschule-bayern.de ergänzt.
Die Teilnahme von Studierenden an der Wahl über ihre Vertreter im Hochschulrat und im Senat zeigt das Bestreben der Universität, eine breite Mitbestimmung zu gewährleisten, ein zunehmend wichtiger Aspekt in der deutschen Hochschulpolitik.
Frauen in Führungspositionen
Der Fall von Prof. Dr. Gabriele Gien ist besonders bemerkenswert in einem Kontext, in dem Frauen in Deutschland auf höheren Qualifikationsebenen und in Leitungsfunktionen oft unterrepräsentiert sind. Aktuelle Statistiken zeigen, dass Frauen rund 26 % der Professuren und etwa 25 % der Hochschulleitungen besetzen. Diese Zahlen verdeutlichen die Notwendigkeit eines strukturellen Wandels, um die Sichtbarkeit und die Funktionen von Frauen in der Wissenschaft zu erhöhen, wie hrk.de erläutert.
Die Herausforderungen, mit denen Frauen konfrontiert sind, wie die Abstimmung wissenschaftlicher Qualifikation mit Familiengründung und die Notwendigkeit individueller Förderbeziehungen, sind nach wie vor präsent. Dennoch ist die Bestätigung von Gabriele Gien ein Schritt in die richtige Richtung und könnte andere Frauen ermutigen, Führungspositionen in der akademischen Welt zu übernehmen. Sie hat sich insbesondere auch für Projekte engagiert, die die Gleichstellung in der Bildung fördern, und ist Mitglied im Board of Governors in Uganda, wo sie die internationale Vernetzung katholischer Universitäten vorantreibt.
Die nächsten Schritte der Katholischen Universität unter der Leitung von Gien könnten nicht nur die Hochschule weiter stärken, sondern auch dazu beitragen, das Profil weiblicher Führungskräfte in der Hochschullandschaft zu schärfen. Die kommende Präsidentenwahl wird somit nicht nur für die Universität, sondern auch für die Diskussion um Geschlechtergerechtigkeit in der Wissenschaft von Bedeutung sein.