Für Lara Berge aus Bebra war der Weg in die Medizin früh vorgezeichnet: Schon als Kind wollte sie Allgemeinmedizinerin werden. Heute ist die 24-Jährige Medizinstudentin in Berlin. Ihre Heimatregion hat sie trotzdem nicht aus dem Blick verloren – im Gegenteil, sie fühlt sich ihr weiterhin eng verbunden.

Nun wurde Berge als erste Stipendiatin des Medizinstipendiums des Landkreises ausgewählt. Unterzeichnet wurde der Vertrag in der Praxis von Dr. Martin Ebel am Bad Hersfelder Markt. Ein Termin mit Signalwirkung für die Region, in der medizinischer Nachwuchs dringend gebraucht wird.

Mehr Zeit für Menschen

Berge möchte die Arzt-Patient-Beziehung stärken. Ihrer Erfahrung nach ist sie gerade im ländlichen Raum durch Zeitmangel und begrenzte Ressourcen belastet. Ihr eigenes Ziel klingt deshalb sehr konkret: Vor allem älteren Patientinnen und Patienten möchte sie später als verlässliche Ansprechpartnerin und Orientierungshilfe zur Seite stehen und damit zur medizinischen Versorgung in der Region beitragen.

Geprägt wurde ihr Interesse an der Medizin durch ihre Hausärztin. Deren Engagement, Menschlichkeit und Verantwortungsbewusstsein haben Berge nach eigenen Angaben nachhaltig beeindruckt. Nicht nur Diagnosen und Behandlungen, sondern der Umgang mit Menschen habe sie an diesem Beruf gereizt.

Landkreis setzt auf Rückkehr

Landrat Torsten Warnecke erklärte, der Landkreis wolle junge Menschen nach Ausbildung oder Studium für eine Rückkehr in die Region gewinnen und zugleich den ärztlichen Nachwuchs fördern. Dr. Martin Ebel, Vorsitzender der Hausarztakademie im Landkreis, bezeichnete die Nachwuchsgewinnung als zentral. Das Stipendium sei ein weiteres langfristig wirksames Instrument.

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Bewerben können sich Medizinstudierende, die aus dem Landkreis stammen oder einen Bezug zur Region haben. Voraussetzung ist außerdem das erfolgreiche Bestehen des ersten Abschnitts der Ärztlichen Prüfung.

900 Euro im Monat

Wird ein Bewerber oder eine Bewerberin durch das zuständige Gremium ausgewählt, zahlt der Landkreis während des Studiums monatlich 900 Euro. Die Förderung läuft für maximal acht Semester und damit bis zum Ende der Regelstudienzeit.

Ganz ohne Verpflichtung bleibt die Unterstützung allerdings nicht: Nach dem Studium müssen die Stipendiatinnen und Stipendiaten eine Weiterbildung im Landkreis absolvieren. Anschließend sind dort vier Jahre Tätigkeit als Fach- oder Hausarzt beziehungsweise Fach- oder Hausärztin vorgesehen.

Für Berge bedeutet das Stipendium mehr als finanzielle Hilfe während des Studiums in Berlin. Es hält die Verbindung zu Bebra und zur Region sichtbar offen – dorthin, wo ihr Wunsch, Allgemeinmedizinerin zu werden, einst begonnen hat. Weitere Informationen zum Programm gibt es unter www.hef-rof.de/medizin-stipendium.