Hochschulen und Forschungseinrichtungen sehen sich in den letzten Jahren zunehmend mit rechtspopulistischen Äußerungen, diskriminierenden Zwischenrufen und sogar Störversuchen konfrontiert. Diese Entwicklungen machen die Fragen zur souveränen, rechtssicheren und haltungsstarken Reaktion umso relevanter. In Anbetracht dieser Situation plant UniverCity Bochum einen Workshop, der am 22. Oktober 2026 stattfindet und sich gezielt an Lehrende, Verwaltungsmitarbeitende und Veranstaltungsverantwortliche richtet.
Der Workshop, dessen Ort von der Teilnehmerzahl abhängt, hat eine klare Struktur und besteht aus drei wesentlichen Bausteinen. Dazu gehört ein Input von Prof. Dr. Dr. Sigrid Graumann von der Evangelischen Hochschule, der das Neutralitätsgebot, die Wissenschaftsfreiheit und die demokratische Verantwortung thematisieren wird. Hierbei wird auch ein Handlungsleitfaden vorgestellt. Anschließend wird Prof. Dr. Isolde Karle von der Ruhr-Universität Bochum die Schutz- und Fürsorgeverantwortung aus institutioneller Perspektive beleuchten.
Handlungsfähigkeit in kritischen Situationen
Ein zentraler Aspekt des Workshops wird die Diskussion über die Handlungsmöglichkeiten in eskalierenden oder sicherheitsrelevanten Situationen sein. Hierzu gehört auch die Klärung von Zuständigkeiten und die frühzeitige Konflikterkennung. Außerdem wird eine effektive Zusammenarbeit mit externen Stellen im Ernstfall erörtert.
Die sprachlichen Strategien von Rechtspopulisten sind ein weiterer Punkt von Bedeutung. Diese politischen Akteure versuchen, die gesellschaftlichen Grenzen des Sagbaren zu verschieben. In diesem Zusammenhang berichtete die Bundeszentrale für politische Bildung, dass die Sprache von Rechtsextremisten darauf abzielt, eine gesellschaftliche Übereinkunft über das, was sagbar ist, zu verletzen und somit Tabubrüche zu provozieren. Prominente Beispiele sind Äußerungen von Alexander Gauland, die darauf abzielen, die Grenzen des Sagbaren zu erweitern.
Einblicke in den rechtspopulistischen Wortschatz
Die Verwendung von belasteten Begriffen ist kein Zufall. Es gibt verschiedene Kategorien von Wörtern, die im rechtsextremen Kontext genutzt werden, um politische Konzepte abzuwerten oder eine bestimmte Ethnie zu exaltieren. So wurde etwa der Begriff „Lügenpresse“ zur pauschalen Abqualifizierung von Medien verwendet, während das Wort „völkisch“ eine positive Neubewertung erfahren soll, wie Frauke Petry 2016 forderte.
Zusätzlich wird die Sprache der rechtspopulistischen Parteien häufig als Kampf um die Deutungshoheit beschrieben. Dabei wird versucht, sowohl Denkverbote als auch die politische Korrektheit in Frage zu stellen. In diesem Rahmen können auch diskriminierende Äußerungen zu einem Teil der politischen Agenda werden, um bestimmte Gruppen weiter auszugrenzen und Ängste zu schüren.
Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Hochschulen nicht nur eine wichtige Rolle in der Vermittlung von Wissen spielen, sondern auch eine Verantwortung haben, positive gesellschaftliche Werte zu fördern und sich gegen Diskriminierung zu positionieren. Der Workshop von UniverCity Bochum bietet dazu eine wertvolle Gelegenheit. Der Anmeldeschluss ist der 28. August 2026 – ein Termin, den Interessierte sich merken sollten.
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