Am 29.09.2026 hat das Braunschweiger Start-up Aeon Robotics seinen humanoiden Roboter AEVO erstmals öffentlich vorgestellt. Beim AI & Robotics Summit in Berlin zeigte das Unternehmen die Maschine vor rund 200 Menschen aus Forschung, Industrie und Politik. Entwickelt wurde AEVO am Unternehmenssitz in Braunschweig.

Für einen humanoiden Roboter wirkt AEVO auf den ersten Blick erstaunlich kompakt: Er ist 1,52 Meter groß, wiegt weniger als 35 Kilogramm und verfügt über 65 Freiheitsgrade. Sie bestimmen, auf welche Weise sich die Maschine bewegen kann. Die Idee dahinter: hohe Beweglichkeit und Fingerfertigkeit, ohne dass der Roboter unnötig schwer oder sperrig wird.

Für die Arbeit in der Industrie

Vorgesehen ist AEVO für industrielle Handhabungs- und Manipulationsaufgaben. Konkrete Anwendungsfälle will Aeon Robotics gemeinsam mit Industriepartnern umsetzen. Rund zehn Kilogramm Nutzlast kann der Roboter tragen. Er soll Objekte greifen und aufnehmen, Gegenstände orientieren und umsetzen sowie Dinge in Montage- und Handhabungsprozesse einbringen können.

Denkbar sind etwa der Transport und die präzise Positionierung von Bauteilen oder Werkstücken. Der technische Schwerpunkt liegt dabei auf kontrollierten Bewegungen, Kraftregelung und Fingerfertigkeit. AEVO soll also nicht bloß etwas von A nach B tragen, sondern auch dann sauber zugreifen, wenn es auf Ausrichtung und Gefühl in den Händen ankommt.

Die dafür nötigen Antriebe, Roboterhände und die zentrale Steuerungstechnologie hat Aeon Robotics selbst entwickelt. Bewegungen lassen sich über Handcontroller intuitiv vormachen und anlernen. Der Bediener bekommt dabei direkt zurückgemeldet, welche Kräfte auf den Roboter wirken. Das klingt nach viel Technik, ist im Kern aber ein ziemlich anschauliches Prinzip: vormachen, spüren, nachmachen.

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Vom TU-Spin-off zum eigenen Humanoiden

Aeon Robotics wurde 2021 von den Brüdern Sönke und Sören Michalik sowie Lars Heim als Ausgründung der TU Braunschweig gegründet. Bislang bot das Unternehmen unter anderem Roboterhände, Antriebe und Robotikplattformen an. Mit AEVO bringt Aeon Robotics nun erstmals einen vollständigen humanoiden Roboter auf den Markt.

Laut Mitgründer und Geschäftsführer Lars Heim wurde AEVO von Anfang an für eine skalierbare Produktion entwickelt – perspektivisch also auch für größere Stückzahlen. Ob und wie schnell daraus ein breiter Einsatz in Betrieben wird, soll sich über die Zusammenarbeit mit den Industriepartnern zeigen. Der erste öffentliche Auftritt in Berlin war jedenfalls kein stiller Labortest, sondern eine Vorstellung vor Publikum aus Forschung, Industrie und Politik.

Am Ende bleibt ein Roboter aus Braunschweig, der nicht mit Größe punkten will. Seine Stärken liegen eher in den 65 Freiheitsgraden, den selbst entwickelten Händen und Antrieben, der Kraftregelung und der Möglichkeit, Bewegungen direkt anzulernen. Für Montagehallen, in denen Bauteile bewegt, gedreht und genau platziert werden müssen, ist das ein Ansatz mit ziemlich bodenständiger Zielrichtung.