Ein neues Forschungsprojekt, das an der Technischen Universität Braunschweig und der Universität Göttingen ins Leben gerufen wurde, hat sich das Ziel gesetzt, rechtliche Barrieren in der Zusammenarbeit zwischen Universitäten, Start-ups und Unternehmen abzubauen. Dieses Projekt, mit dem Namen „Transfex – Transfer in Hochschul-Experimentierräumen“, wird durch die VolkswagenStiftung mit 550.000 Euro über drei Jahre gefördert. Damit soll ein Beitrag zur Innovationskraft und zum wirtschaftlichen Wachstum in Deutschland geleistet werden.
Die Innovationsstudien der OECD verdeutlichen, dass Innovationen erheblich zum BIP-Wachstum beitragen können, bis zu 60 Prozent. Um diesen positiven Trend zu unterstützen, wird betont, dass eine enge Kooperation zwischen Universitäten und der Wirtschaft zu einem Anstieg der Gründungen und Exporte um 30 Prozent führt. Doch trotz dieser ermutigenden Zahlen stehen Projekte oft vor erheblichen Herausforderungen.
Rechtliche Strukturen und Herausforderungen
Die bestehenden komplexen Verwaltungs- und Rechtsstrukturen behindern häufig die Ausgründungen und die direkte Beteiligung von Universitäten an diesen Prozessen. Auch die Nutzung geförderter Großgeräte wird durch rechtliche Einschränkungen limitiert, die nur eine Verwendung zu Forschungszwecken zulassen, was zur Inaktivität dieser Geräte beiträgt. Fragen zur tatsächlichen Zusammenarbeit zwischen Start-up-Mitarbeitern und Universitätsangehörigen auf gemeinsamen Flächen bleiben oft ungeklärt.
Die Projektleiterin Prof. Dr. Anne Paschke von der TU Braunschweig betont die Notwendigkeit, Rechtssicherheit und schlankere Strukturen zu schaffen, um die wirtschaftliche Verwertung von Innovationen zu fördern. Zudem sollen verlässliche rechtliche Pfade, Musterverträge und praxisnahe Leitfäden entwickelt werden. Ein weiteres Ziel ist die gesetzliche Verankerung von Lösungen durch eine Novellierung des Hochschulgesetzes. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen später auch weiteren Hochschulen bundesweit präsentiert werden.
Die Rolle der Förderberatung
Ein weiterer Aspekt, der für die erfolgreiche Umsetzung von Forschungs- und Innovationsprojekten entscheidend ist, ist die Unterstützung durch Förderberatungen. Martin Rahmel, der seit 2023 das vom Bund geförderte Verbundprojekt GreenCHEM koordiniert, hebt hervor, wie wichtig die Förderberatung des Bundes in diesem Prozess war. Anja Ruhland, die Leiterin der Förderberatung „Forschung und Innovation“ des Bundes, beschreibt die Projektförderung als einen zentralen Baustein im deutschen Forschungs- und Innovationssystem.
Die neuartigen Ansätze wie die steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung (FuE) und die Agentur für Sprunginnovationen (SprinD) haben das Ziel, innovative Ideen effizient zu unterstützen und deren Umsetzung voranzutreiben. Ein intensiver Austausch zwischen den Akteuren ist dabei unerlässlich, um die Innovationskraft zu stärken und den Herausforderungen im Bereich der Forschung und Entwicklung begegnen zu können.