Lebensmittel sind ein zentrales Thema in der heutigen Gesellschaft, und die Sicherstellung ihrer Qualität und Herkunft nimmt einen immer wichtigeren Platz in der Forschung ein. An der TU Braunschweig widmet sich Prof. Dr. Marina Creydt dieser Herausforderung mit einem interdisziplinären Ansatz, der sowohl analytische als auch bioinformatische Methoden vereint. Ihr Fokus liegt auf zwei großen Themenbereichen: der Aufdeckung von Lebensmittelbetrug und den Auswirkungen des Klimawandels auf pflanzliche Nahrungsmittel. Dies ist besonders relevant, da Lebensmittelbetrug nicht nur die Verbraucher täuscht, sondern auch ehrliche Erzeuger benachteiligt.
In der heutigen Welt, wo komplexe Handelsketten und raffinierte Betrugsstrategien verbreitet sind, wird die Forschung an der TU Braunschweig mit ihrer Zielsetzung von objektiven und wissenschaftlich belastbaren Ergebnissen zunehmend bedeutsamer. Die Entwicklung neuer analytischer Methoden, wie massenspektrometrische Verfahren, steht hierbei im Vordergrund. Damit ist es möglich, die Herkunft von Lebensmitteln, etwa „deutschen“ Spargel oder Erdbeeren, genau zu überprüfen und damit Verbrauchertäuschungen entgegenzutreten.
Innovative Ansätze gegen Lebensmittelbetrug
Zusätzlich zu den laufenden Projekten an der TU Braunschweig kommt ein neues mobiles System ins Spiel, das die schnelle Erkennung von Lebensmittelbetrug direkt vor Ort ermöglicht. Laut Informationen von Fraunhofer umfasst dieses System eine kompakte, Siliziumchip-basierte Gaschromatographie (GC), die einfach zu bedienen ist. Diese Methode trennt, identifiziert und quantifiziert Stoffgemische und verspicht eine genaue Bestimmung von Parametern wie Herkunft, Alter und Reinheit von Lebensmitteln, beispielsweise Olivenöl.
Ein schlanker Aufbau der GC-Säule ermöglicht die Anwendung auch außerhalb von Labors, was die Analyse für Laien, wie beispielsweise Abfüller oder Wareneingangsprüfer, zugänglich macht. Erste Tests mit dieser Technologie zeigen vielversprechende Ergebnisse und werden auf der Messe Analytica in München, die vom 24. bis 27. März 2026 stattfindet, präsentiert. Das Projekt trägt den vielversprechenden Namen PUMMEL (Point of Use Micro-Multichannel-Gas-Chromatograph) und wird im Rahmen des Fraunhofer-Programms PREPARE finanziert.
Klimaforschung: Pflanzen unter Druck
Doch nicht nur Lebensmittelbetrug ist ein Thema von großem Einfluss, auch die Forschung zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Nahrungsmittelproduktion ist hochaktuell. Die steigenden CO₂-Konzentrationen und Trockenstress stellen eine ernsthafte Bedrohung für das Nährstoffprofil und den Stoffwechsel von Pflanzen dar. An der TU Braunschweig wird intensiv daran gearbeitet, diese Veränderungen frühzeitig zu erkennen und wertvolle Erkenntnisse für die zukünftige Landwirtschaft abzuleiten.
Besonderes Augenmerk liegt auf der Verbesserung der Vergleichbarkeit von non-targeted-Datensätzen zwischen verschiedenen analytischen Geräten und der Untersuchung nachhaltiger Verfahren. Dies alles geschieht in einem leidenschaftlichen, lösungsorientierten Umfeld, in dem Wissenschaftler und Forscher eng zusammenarbeiten, um den gesamten Prozess vom Labor zur praktischen Anwendung zu optimieren.
Die genannten Themen sind nicht nur wissenschaftliche Herausforderungen, sondern haben auch eine hohe gesellschaftliche und wirtschaftliche Relevanz. Sie stehen im direkten Zusammenhang mit unserem täglichen Leben und den Lebensmitteln, die wir konsumieren. Das Zusammenspiel von Forschung, Behörden und Unternehmen könnte der Schlüssel sein, um in der Zukunft noch besser auf die Bedürfnisse der Verbraucher einzugehen und gleichzeitig die Herstellung von qualitativ hochwertigen Lebensmitteln zu gewährleisten.
Diese interdisziplinäre Forschung trägt nicht nur zur Aufdeckung von Betrugsfällen bei, sondern auch zur Sicherstellung einer nachhaltig produzierten und qualitativ hochwertigen Nahrungsmittelversorgung in einer sich verändernden Welt.
Für weitere Informationen über die analytische Forschung an der TU Braunschweig besuchen Sie bitte diese Seite sowie die Details über das mobile System zur Betrugserkennung auf der Seite von Fraunhofer.