Am 29. April 2026 wird ein neues Kapitel in der MINT-Bildung (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) aufgeschlagen. Ein Verbundprojekt, das von der Technischen Universität Braunschweig und der Leibniz Universität Hannover ins Leben gerufen wurde, zielt darauf ab, den Zugang zu qualitätsvoller MINT-Bildung für Jugendliche zu verbessern. Das Projekt mit dem Namen „Erfolgsfaktoren für Zugang, Nutzung und Qualität von MINT-Angeboten durch Fallstudien explorieren (MINT-FaSt)“ wird durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) mit rund 850.000 Euro gefördert.
Das Projekt legt seinen Fokus auf die Zugänglichkeit und Attraktivität von MINT-Angeboten, insbesondere für unterrepräsentierte Gruppen. Die Partner wollen herausfinden, welche Faktoren entscheidend sind, um klug gestaltete Bildungsangebote zu schaffen, die die Vielfalt der Talente im MINT-Bereich fördern können. Dabei wird auf Kooperationen zwischen verschiedenen Akteuren gesetzt, und es werden flexible, gut erreichbare Lernorte angestrebt.
Forschung und Methodik
Im Rahmen von MINT-FaSt werden verschiedene Forschungsmethoden eingesetzt, darunter Fallstudien, Interviews und Umfragen zu bestehenden MINT-Angeboten. Das Auftakttreffen fand kürzlich auf dem Campus Lehrkräftebildung der Leibniz Universität Hannover statt, wo Einblicke in die Forschungsmethodik und die Wissenschaftskommunikation gegeben wurden. Die Ergebnisse dieser исследования sollen direkt in die Lehrkräftebildung und Praxis integriert werden, um eine praktische Umsetzung in Schulen und außerschulischen Lernangeboten zu ermöglichen.
Regionale MINT-Cluster
Parallel zu diesem Projekt gibt es landesweit zahlreiche Initiativen zur Förderung der MINT-Bildung, insbesondere durch die sogenannten MINT-Cluster. Diese Cluster, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiiert wurden, zielen darauf ab, Akteure aus Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu vernetzen. Dies schafft niedrigschwellige und alltagsnahe Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche. In Deutschland wurden bisher 73 MINT-Cluster gegründet, die sich regionalen Bedürfnissen anpassen und vielfältige Lernorte bereitstellen, sei es in Form von Maker Spaces oder Forschungswerkstätten.
Ein besonderes Augenmerk legt man hierbei auf benachteiligte Gruppen, einschließlich Mädchen und Jugendlichen in Risikolagen. Zusammenarbeit mit Schulen wird durch Programme wie „Startchancen“ gefördert, die darauf abzielen, die Bildungschancen für sozial benachteiligte Schülerinnen und Schüler zu erhöhen.
- MINTcon (Mannheim): Vernetzung bestehender Angebote zur MINT-Bildung.
- techniKAmpus (Karlsruhe): Außerschulische MINT-Angebote in offenen Kinder- und Jugendarbeitsstätten.
- MAKEitREAL (Heilbronn-Franken): Ansprache von Mädchen mit Migrationshintergrund durch mobile Makerspaces.
- makeMINTcool (Stuttgart): Sichtbarmachung und Weiterentwicklung bestehender Angebote.
- MINT4Life (Südlicher Oberrhein): Etablierung von 3D-Druck-Werkstätten.
- MINT mobil (Bamberg): MINT-Mobil für außerschulische Angebote im ländlichen Raum.
Die MINT-Cluster sind seit ihrer ersten Förderrunde im Jahr 2020 kontinuierlich gewachsen und sind in allen Bundesländern aktiv, um innovative Lernformate anzubieten und somit die MINT-Bildung bundesweit zu revolutionieren. Mit diesen Initiativen wird ein klarer Schritt in die Zukunft gemacht, um alle Jugendlichen, unabhängig von ihren Hintergründen, optimal auf die Herausforderungen der Digitalisierung und des globalen Wandels vorzubereiten.
Weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen in der MINT-Bildung sowie zu den MINT-Clustern finden Sie auf den Seiten der Technischen Universität Braunschweig und der Bildung Forschung Digital.