In Chemnitz und der Kulturregion darf wieder ausprobiert, gebaut, gemalt und gewerkelt werden: Der Maker Advent geht 2026/27 in seine vierte Runde und bleibt diesmal nicht auf die Adventszeit beschränkt. Von November 2026 bis Februar 2027 öffnen Werkstätten, Ateliers, Museen, Unternehmen, Höfe und Vereine ihre Türen. Heute, am 23.10.2026, sind auf makeradvent.de bereits rund 60 Angebote an mehr als 20 Orten gelistet.

Das Gebiet reicht von Zwickau über das Erzgebirge bis nach Freiberg und Dippoldiswalde. Weitere Mitmachangebote kommen laufend dazu. Wer nicht lange suchen will, kann die Plattform nach Ort, Kategorie und Alter filtern; viele Veranstaltungen lassen sich direkt buchen. Erstmals trägt der Maker e. V. die Veranstaltung. Auch die Plattform wurde erweitert: Anbieterinnen und Anbieter können Workshops selbst eintragen und eigenständig verwalten.

Vom Räuchermannel bis zum Lasercutter

Die Bandbreite ist ordentlich. In Grünhainichen gibt es Adventsschautage in der Dreherei und Malwerkstatt von Wendt & Kühn, in Schneeberg wird gedrechselt und geschnitzt. In Reichstädt kommt Wolle der eigenen Schafherde am Spinnrad zum Einsatz. Im Industriemuseum Chemnitz kneten Besucherinnen und Besucher Räucherkerzen aus Knox-Teig und bauen ein eigenes Raachermannel.

Im Vectorlab Chemnitz lässt sich ein Schwibbogen am Computer entwerfen und anschließend per Fräse oder Laser ausschneiden. Das Lehngericht Augustusburg bietet Geschirrtücher an, die mit Plotter und Transferpresse gestaltet werden. Beim Männelmarkt kommen zusätzlich Lasercutter, 3D-Drucker und eine Textilwerkstatt dazu. Dazu gesellen sich Petrykivka-Malerei auf Weihnachtskugeln, die türkische Wassermaltechnik Ebru, eine Senf- und Käseschule, Stollenbacken in der Jugendherberge sowie Weihnachtsmärkte an der TU Chemnitz und in den Kunstsammlungen.

Entstanden ist das Format im Kulturhauptstadtjahr unter dem Dach von „Makers, Business & Arts“. 2025 wurde der Maker Advent mit dem Deutschen Tourismuspreis ausgezeichnet. Mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts wird das Projekt mitfinanziert.

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Stempeln, tupfen, Weihnachtsfreude

Ein kleineres, ruhigeres Angebot findet im Atelier meinekunst statt: der Kreativworkshop „Stempeln, tupfen & Weihnachtsfreude schenken“. Kinder und Erwachsene, Familien, Freunde und Mehrgenerationengruppen gestalten eigene Weihnachtskarten und Geschenkanhänger. Stempel und Aquarellfarben liegen bereit; möglich sind Schneemänner, Tannenbäume, Winterlandschaften und Muster. Eigene Farbideen und kreative Entwürfe sind ausdrücklich willkommen. Vorkenntnisse braucht niemand.

Alle Materialien werden bereitgestellt. Pro Person entstehen bis zu fünf Weihnachtskarten, Geschenkanhänger je nach Zeit und Interesse. Der Workshop dauert zwei Stunden und findet in kleiner Runde mit maximal sechs Personen statt.

  • Samstag, 14. November 2026, 10:00–12:00 Uhr – Familien mit jüngeren Kindern
  • Montag, 23. November 2026, 15:00–17:00 Uhr – Schulkinder und Erwachsene
  • Samstag, 5. Dezember 2026, 10:00–12:00 Uhr – Familien mit jüngeren Kindern
  • Montag, 14. Dezember 2026, 15:00–17:00 Uhr – Schulkinder und Erwachsene

Der Preis beträgt 25 € pro Person inklusive Material. Beim Familienspecial kosten eine erwachsene Person und ein Kind zusammen 45 €; jedes weitere Kind zahlt 20 €. Das Angebot ist ab 6 Jahren geeignet. Kinder von 5 bis 7 Jahren dürfen nur in Begleitung eines Erwachsenen teilnehmen. Ort ist das Atelier meinekunst, Auerbacher Str. 15, 08233 Schreiersgrün. Die Anmeldung erfolgt direkt beim Anbieter.

Eine Region voller Werkzeuge und Ideen

Hinter dem Maker Advent steht eine größere Idee: Die „Maker-Region“ beschreibt die Vielfalt praktischer Kultur in Chemnitz und der Region. Handwerk trifft dort auf Industriegeschichte, Kunst auf Technik, Reparatur auf DIY-Kultur, Bildung auf ehrenamtliches Engagement. In Chemnitz, im Erzgebirge, im Zwickauer Land und in Mittelsachsen gibt es offene Werkstätten und FabLabs, Ateliers und Manufakturen, Vereins-, Kultur- und Bildungsorte sowie Werkstätten, Labore und traditionsreiche Betriebe.

Maker sind Menschen, die Dinge selbst gestalten, bauen, reparieren, erforschen oder weiterentwickeln. Dazu gehören Handwerk, Tüfteln und Selbermachen ebenso wie digitale Fertigung, Open Source, Elektronik, Nachhaltigkeit und gemeinschaftliches Lernen. Ein Makerspace ist meist eine offene oder gemeinschaftlich organisierte Werkstatt mit gemeinsam nutzbaren Werkzeugen und Maschinen. Ein FabLab ist eine spezialisierte Form davon, ausgerichtet auf digitale Fertigung, mit Zugang zu Werkzeugen, Wissen und einer globalen Community.

Als „Makerhubs“ wurden im Kulturhauptstadtjahr Orte mit besonderer Bedeutung für das Programm sichtbar gemacht. Daneben gibt es weitere Orte mit Workshops, offenen Tagen, Kursen und Veranstaltungen. Maker e. V. führt den Gedanken der Maker-Region über das Kulturhauptstadtjahr hinaus weiter – nicht, um Orte neu zu etikettieren, sondern um ihre Eigenständigkeit zu respektieren, ihre Profile sichtbar zu machen, den Austausch zu stärken und passende Zugänge für unterschiedliche Interessierte zu klären.

Angesprochen sind Besucher:innen, Teilnehmer:innen, Partner:innen, Schulen, Vereine, Kommunen, Betriebe und engagierte Einzelpersonen. Die Maker-Region ist kein einzelner Ort mit festen Öffnungszeiten, sondern eine Übersicht über Menschen, Orte und Angebote. Wer mitmachen, lernen, etwas ausprobieren oder sich austauschen will, findet dort passende Formate – manchmal mit Stempel und Aquarellfarbe, manchmal mit Fräse, Laser oder 3D-Drucker.