Was für eine spannende Zeit für die soziale Arbeit! In der Woche vom 2. bis zum 4. Juni 2026 fand in Aberdeen die European Conference for Social Work Research (ECSWR) statt. Rund 800 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt kamen zusammen, um ihre Forschungsergebnisse zu teilen und sich zu vernetzen. Etwa 1.300 Abstracts wurden im Vorfeld eingereicht, was verdeutlicht, wie hoch im Kurs die Konferenz steht. Ein Highlight der Veranstaltung war die Präsentation von Doinița Grosu von der BTU Cottbus-Senftenberg, die ihr Promotionsprojekt zur Geschichte der Sozialarbeit vorstellte.
Grosus Forschung richtet den Blick auf die Biografie von Christine Galitzi, einer Pionierin der Sozialarbeit in Rumänien. Dies geschah im Rahmen des internationalen Symposiums „Today has a Past and a Place“, das von Forschenden aus Deutschland, der Schweiz, den USA, Kanada und Italien organisiert wurde. Die Diskussionen um den Einfluss des Konzeptes der Sozialhygiene auf die Professionalisierung der Sozialen Arbeit fanden regen Anklang und führten zu intensiven Gesprächen mit Fachkolleginnen und -kollegen.
Internationale Vernetzung und transnationale Perspektiven
Ein zentrales Element der ECSWR 2026 war die Förderung der internationalen Vernetzung, insbesondere durch den Fokus auf osteuropäische Perspektiven und den transnationalen Charakter der Sozialen Arbeit. Grosu nahm auch an der Special Interest Group „Social Work History and Research“ teil und wurde in die internationale Forschungsgruppe aufgenommen. Somit wird sie künftig an der Mitorganisation dieses Netzwerks beteiligt sein, was den Austausch und die Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinweg stärkt.
Die Konferenz umfasste insgesamt rund 48 Symposien, Workshops, Poster Sessionen sowie Keynotes und Dialogformate. Hierbei flossen die Erkenntnisse direkt in die Lehre an der BTU ein, ergänzt durch Unterstützung des Gleichstellungsbüros und der Fakultät 4.
Perspektiven der Internationalen Sozialen Arbeit
Aber was macht die internationale soziale Arbeit so besonders? Laut der Socialnet umfasst sie Themen wie globale Dachverbände, Ethik und Ausbildungsstandards, die über nationale Grenzen hinausgehen. Die Erste Internationale Konferenz Sozialer Arbeit fand bereits 1928 in Paris statt, und seither haben regelmäßige Weltkongresse zu einem breiten Konsens über die Dimensionen der internationalen Sozialen Arbeit geführt.
Zudem bietet die Deutsche Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA) eine Fachgruppe zur internationalen sozialen Arbeit, die sich regelmäßig trifft, um Themen wie globale Ungleichheit, Migration und soziale Gerechtigkeit zu diskutieren. Das nächste Treffen wird am 25. Februar 2026 digital stattfinden. Im vergangenen Jahr fand eine digitale Ringvorlesung statt, die zentrale Themen wie internationale soziale Arbeit und die Reaktionen auf globale Krisen behandelte.
Mit einem klaren Fokus auf die Herausforderung, die die sozialen Arbeit im internationalen Kontext darstellen, zeigt sich, wie relevant der Austausch und die Vernetzung zwischen Fachleuten sind. Der Blick über den Tellerrand ist für die Entwicklung effektiver Strategien in der Sozialarbeit unerlässlich. Der internationale Diskurs trägt nicht nur zur Professionalisierung bei, sondern auch zur Bewältigung der großen Herausforderungen unserer Zeit.