Ein neues Kapitel in der Bildungslandschaft der Lausitz wird aufgeschlagen: Mit dem Projekt LausitzLabs wird ein regionales Netzwerk ins Leben gerufen, das sich auf die Zukunft der digitalen Bildung konzentriert. Gestern fiel der Startschuss für das innovative Vorhaben am Zentralcampus Cottbus der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU). Das Konzept zielt darauf ab, aus Makerspaces, Satelliten-Labs und flexiblen Lernformaten ein vernetztes Bildungsökosystem zu schaffen, das Schülerinnen und Schülern sowie junge Menschen in Ausbildung niederschwellige Zugänge zu digitaler Bildung und Medienkompetenz eröffnet. Dabei wird die praktische Verknüpfung von MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) und IKT (Informations- und Kommunikationstechnik) besonders betont.
Die Initiatoren des Projekts verfolgen das Ziel, die Bildung in Transformationsregionen wie der Lausitz neu zu denken. Es wird angestrebt, Lernenden nicht nur theoretische Kenntnisse zu vermitteln, sondern ihnen auch praxisnahe, offene und vernetzte Erfahrungen zu bieten. Das CoLab am Zentralcampus Cottbus fungiert dabei als zentraler Experimentier- und Lernort, der sich auf digitale und gesellschaftliche Zukunftskompetenzen fokussiert. Die BTU wird das Projekt wissenschaftlich begleiten und die Auswirkungen auf regionale Kooperationen, Teilhabe und die langfristige Transformation der Lausitz untersuchen. Dabei stehen die Governance-Strukturen sowie die nachhaltige Verankerung von Innovationen im Mittelpunkt.
Erweiterte Bildungsangebote für alle
Die Projektpartnerschaften sind vielfältig: Neben der BTU sind auch die Universität Potsdam, die Junge Tüftler gGmbH, mediale pfade.org und der Landesfachverband Medienbildung Brandenburg e.V. involved. In diesem Netzwerk sollen nicht nur Schülerinnen und Schüler, sondern auch pädagogische Fachkräfte von den neuen Angeboten profitieren, indem sie in Workshops und Veranstaltungen wie dem Pop-Up Maker-Event „zusammen – A Culture of Repair and Making“ am 28. Mai 2026 aktiv teilnehmen können. Dabei konnten Besucher eigene Gegenstände mitbringen, um diese zu reparieren oder zu tauschen und somit ein aktives Zeichen für Nachhaltigkeit zu setzen. Solche interaktiven Ausstellungen zum Thema Reparieren und Selbermachen fördern die Teilhabe und das kreative Schaffen.
Bildung findet heutzutage nicht nur in Klassenzimmern, sondern auch in innovativen Räumen wie Museen und Maker Spaces statt. So beschreibt das Projekt „Educational Ecosystems. Patterns, Practices and Services“ des GEI, wie Bildungsökosysteme in verschiedenen Städten entwickelt werden. Die zentralen Fragen hierbei sind, welche Muster und Praktiken in diesen Ökosystemen vorkommen und welche Zugangshürden sowohl Anbieter als auch junge Lernende sehen. Dies ermöglicht, ein besseres Verständnis für die Dynamik und die Herausforderungen der Bildungslandschaft zu gewinnen und letztlich die Qualität und Teilhabe der Bildung zu steigern.
MINT als Schlüsselkompetenz
Ein weiterer entscheidender Aspekt der LausitzLabs-Initiative ist die Förderung von MINT-Kompetenzen, die für globale Herausforderungen, wie die Energiewende und die digitale Transformation, von zentraler Bedeutung sind. Der MINT-Aktionsplan des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unterstützt die Entwicklung von regionalen MINT-Clustern, die Akteure aus Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammenbringen. Diese Cluster zielen darauf ab, niedrigschwellige, alltagsnahe Bildungsangebote zu schaffen, die nicht nur integrativ sind, sondern auch Chancengerechtigkeit fördern. Bereits 73 MINT-Cluster wurden ins Leben gerufen, um Jugendlichen aus unterschiedlichen kulturellen und sozialen Hintergründen die Möglichkeit zu geben, ihre Fähigkeiten zu entfalten und Berufsperspektiven zu entwickeln.
Insgesamt hat die Lausitz mit der Einführung von LausitzLabs und den damit verbundenen MINT-Initiativen die Chance, ein starkes, nachhaltiges Bildungsnetzwerk zu etablieren, das die nächste Generation auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet.