Die European Conference for Social Work Research (ECSWR) 2026 fand vom 1. bis 3. Juni in Aberdeen statt und zog rund 800 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt an. Diese bedeutende Veranstaltung, die alle zwei Jahre stattfindet, widmete sich der Forschung in der sozialen Arbeit, wobei etwa 1.300 Abstracts zur Teilnahme eingereicht wurden. Ein Highlight der Konferenz war die Präsentation von Doinița Grosu von der BTU Cottbus-Senftenberg, die ihr Promotionsprojekt zur Geschichte der Sozialarbeit vorstellte.
Grosus Forschung fokussiert sich auf die Biografie von Christine Galitzi, einer Pionierin der Sozialarbeit in Rumänien, und beleuchtet damit wesentliche Entwicklungen innerhalb der professionellen Sozialarbeit. Ihr Vortrag war Teil des internationalen Symposiums „Today has a Past and a Place“, organisiert von Forschenden aus Deutschland, der Schweiz, den USA, Kanada und Italien. Die Bedeutung des Symposiums lag in der Diskussion über den Einfluss des Konzepts der Sozialhygiene auf die Professionalisierung der Sozialen Arbeit, was zu lebhaften und intensiven Gesprächen führte.
Internationale Vernetzung und Austausch
Ein zentrales Element der ECSWR 2026 war der Fokus auf osteuropäische Perspektiven sowie der transnationale Charakter der Sozialen Arbeit. Grosu nahm auch an der Special Interest Group (SIG) „Social Work History and Research“ teil und wurde in eine internationale Forschungsgruppe aufgenommen. Veranstaltungen wie die SIG bieten wertvolle Gelegenheiten für Austausch und Vernetzung unter Fachkolleginnen und -kollegen.
Die ECSWR 2026 umfasste eine Vielzahl von Formaten, darunter 48 Symposien, Workshops, Poster Sessions sowie Keynotes und Dialogformate. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen künftig in die Lehre an der BTU einfließen. Die Teilnahme von Grosu wurde durch eine Förderung des Gleichstellungsbüros der Universität sowie der Fakultät 4 ermöglicht.
Vorschau auf die globale Konferenz
Die Gastgeber sind der Kenianische Nationalverband der Sozialarbeiter, und die Konferenz zielt darauf ab, die sozialen Herausforderungen und die Notwendigkeit für einheitliches Handeln zu adressieren. Es ist eine Gelegenheit, die Diskussionen über globale Verantwortung und die Rolle der sozialen Arbeit im internationalen Kontext weiterzuführen.
Zusätzliche Entwicklungen in der internationalen Sozialen Arbeit
Zusätzlich zur ECSWR werden regelmatische Treffen der Fachgruppe Internationale Soziale Arbeit organisiert. Die nächste digitale Veranstaltung findet am 25. Februar 2026 statt, gefolgt von einem Präsenztreffen auf der DGSA-Jahrestagung am 24. April 2026. Solche Treffen fördern den Austausch von Ideen und die Diskussion über zentrale Themen der internationalen Sozialen Arbeit, wie globalen Ungleichheiten und den Einfluss autoritärer Politiken auf zivilgesellschaftliches Engagement.
Im Sommersemester 2025 wird zudem eine digitale Ringvorlesung angeboten, die sich mit dem Selbstverständnis der internationalen sozialen Arbeit und deren Reaktionen auf globale Krisen befasst. Die Vorlesung wird unter anderem die Themen Migration, Rassismus und Klimawandel behandeln, und renommierte Vortragende aus unterschiedlichen Forschungsbereichen werden erwartet.
Die fortlaufenden Bestrebungen in der internationalen sozialen Arbeit verdeutlichen die Relevanz des Fachgebiets in einer zunehmend vernetzten Welt. Die Aktivitäten und Konferenzen fördern nicht nur die wissenschaftliche Zusammenarbeit, sondern auch den praktischen Austausch zur Lösung globaler Herausforderungen.