Forschung gegen Fake News: Universität Münster startet zwei große Projekte!
Im digitalen Zeitalter, wo Informationen in Lichtgeschwindigkeit durch das Internet fliegen, steht die Bekämpfung von Desinformation mehr denn je im Vordergrund. Zwei neue Forschungsprojekte an der Universität Münster wurden ins Leben gerufen, um diesen drängenden Herausforderungen zu begegnen. Mit einer Gesamtfördersumme von etwa 2,9 Millionen Euro wird daran gearbeitet, das kritische Denken zu fördern und die demokratischen Strukturen zu stärken.
Das erste Projekt trägt den Titel „Manipulation der Vergangenheit: Rechtsextreme Ideologien und die Instrumentalisierung von Geschichte“. Gefördert durch die VolkswagenStiftung, wird es über vier Jahre hinweg analysieren, wie rechtsextreme Gruppierungen deutsche Geschichte, insbesondere den Nationalsozialismus und den Faschismus, für ihre Zwecke missbrauchen. Dabei wird auch die Verzerrung von historischen Fakten und die algorithmische Verstärkung dieser Desinformation auf Plattformen wie TikTok und YouTube untersucht. Geplant sind außerdem die Entwicklung von Unterrichtsmaterialien sowie ein Werkzeugkoffer für Lehrkräfte, um den Umgang mit diesen Themen in Schulen zu unterstützen. Kooperationspartner sind namhafte Universitäten in Rom und Barcelona.
Die Herausforderungen der Desinformation
Das zweite Projekt, „Synthetische Desinformationsdaten, Infrastruktur für Kollaboration und Analyse-Toolbox für die Social Media-Forschung“ (kurz SynDIKAT), wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert. Mit einer Laufzeit von drei Jahren liegt der Fokus auf der methodischen Erforschung von Desinformation. Ein zentrales Ziel ist es, einen rechtssicheren Datenaustausch zu ermöglichen und die Beurteilung von Erkennungsalgorithmen zu verbessern. Verantwortlich für das Projekt sind die Wissenschaftler Prof. Dr. Christian Grimme und Prof. Dr. Thorsten Quandt, die dabei mit renommierten Partnern wie GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften und der TU Dortmund zusammenarbeiten.
Desinformation, die oft zur Manipulation und Täuschung genutzt wird, stellt eine ernsthafte Bedrohung für die Gesellschaft dar. Wie das BSI ausführlich beschreibt, entsteht Desinformation häufig in koordinierten Kampagnen, die darauf abzielen, Misstrauen gegenüber demokratischen Institutionen zu schüren. Besonders prägnante Beispiele sind die weit verbreiteten Falschaussagen über Impfstoffe während der Corona-Pandemie oder die verzerrte Berichterstattung über den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.
Kritisches Denken als Schlüssel
Um der Verbreitung von Falschinformationen Einhalt zu gebieten, ist kritisches Hinterfragen von Informationen unerlässlich. So rät das BSI dazu, Absender zu prüfen, Quellen zu vergleichen und Bilder auf ihre Echtheit zu überprüfen. Diese Maßnahmen sind besonders wichtig, um die Echtheit von Inhalten nicht nur auf sozialen Medien zu garantieren, sondern auch um unsere Online-Konten und Geräte zu sichern. Cyberstalking, Cybermobbing und Identitätsdiebstahl sind alltägliche Risiken, die durch Sicherheitsmaßnahmen abgemildert werden können.
Durch die Kombination aus wissenschaftlicher Forschung und praktischen Tipps sollen die neuen Projekte an der Universität Münster einen Beitrag zur Aufklärung leisten. Schließlich ist in einer Zeit, wo Desinformation in Form von Deepfakes und automatisierten Social Bots kursiert, dies von entscheidender Bedeutung, um das Vertrauen in unsere Informationsquellen und letztlich auch in unsere Demokratie zu stärken.
