Kann man Krankheiten am Körpergeruch erkennen? Forschende des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS und der TU Dresden haben dafür eine laserbasierte Methode erprobt. Am Standort TU Dresden untersuchten sie, ob sich krankheitsbedingte Veränderungen flüchtiger organischer Verbindungen – sogenannter VOCs – in einfachen Körperabstrichen nachweisen lassen.

Krankheiten können die Zusammensetzung dieser vom Körper abgegebenen Stoffe verändern und damit auch den Körpergeruch. Die Verbindungen gehören zum menschlichen Volatilom und lassen sich unter anderem in der Atemluft und in Körperflüssigkeiten nachweisen. Für ihre Untersuchung nahmen die Forschenden Abstriche aus dem vorderen Nasenbereich, vom Bauchnabel und aus der Ohrmuschel von Probandinnen und Probanden. Der Nasenabstrich erwies sich dabei als besonders vielversprechend.

Laser macht flüchtige Stoffe sichtbar

Zum Einsatz kam die photoakustische Spektroskopie. Das Messsystem des Fraunhofer IIS arbeitet mit breit durchstimmbaren Quantenkaskadenlasern, die Moleküle mit Infrarotlicht anregen. Dabei entstehen winzige, messbare Druckwellen. Ein empfindlicher photoakustischer Detektor erfasst sie; aus den Signalen entsteht ein charakteristischer spektraler „Fingerabdruck“ der flüchtigen Verbindungen.

Ein Spektrometer analysierte anschließend die Muster der VOCs. In ersten Tests unterschieden sich die Spektralmuster gesunder Menschen von denen von Menschen mit Parkinson, COVID-19 oder anderen Krankheitsbildern. Die statistische Auswertung zeigte außerdem, dass offenbar nicht das gesamte Spektrum gemessen werden muss: Der Messumfang ließ sich ohne relevanten Informationsverlust reduzieren. Daraus könnte eine kompakte, schnelle und kostengünstige Messtechnik entstehen – statt eines großen, langsamen Laboraufwands.

Ganz so weit ist es aber noch nicht. Bisherige Verfahren sind häufig aufwendig, zeitintensiv und auf spezialisiertes Personal angewiesen. Die neue Untersuchung war ein erster Machbarkeitsnachweis unter kontrollierten Laborbedingungen.

Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Kleine Studie, vorsichtige Ergebnisse

Aus der Studie SMELLODI wurden 24 Personen ausgewählt: sechs gesunde Kontrollpersonen, sechs Menschen mit Parkinson, sechs mit COVID-19 und sechs mit anderen Krankheitsbildern. Zusätzliche Messungen an drei weiteren Parkinson-Proben nach zwei Wochen gaben erste Hinweise darauf, dass die Ergebnisse zeitlich stabil sein könnten.

Für verlässliche Diagnosen reicht diese Zahl bei Weitem nicht. Die Ergebnisse ersetzen keine ärztliche Diagnose. Größere Studien mit vielfältigeren Personengruppen und unter realen Bedingungen müssen erst zeigen, ob sich Krankheiten anhand der Geruchsmuster tatsächlich zuverlässig unterscheiden lassen. Der Nasenabstrich klingt dabei praktisch – angenehm ist so etwas vermutlich trotzdem nicht, auch wenn es schnell gehen dürfte.

Langfristig könnte die Technik als einfacher Vortest dienen: Sie könnte Hinweise auf mögliche Erkrankungen liefern und die Entscheidung unterstützen, ob weitere Untersuchungen sinnvoll sind. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Aufgaben zwischen Dresden und Fraunhofer

Das Fraunhofer IIS entwickelte den Versuchsaufbau, führte die Labormessungen durch und wertete die Daten statistisch aus. Die TU Dresden steuerte medizinische und klinische Expertise bei und koordinierte die Rekrutierung, die Diagnosen und die Probennahme. Teilweise wurde die Forschung von der Europäischen Union über das Projekt SMELLODI gefördert.

Die Studie von Thorsten Graunke et al. trägt den Titel „Detection of disease-associated VOC signatures with laser-based photoacoustic spectroscopy (LPAS)“. Sie erschien 2026 in Scientific Reports bei Springer Nature, in Band 16 als Artikel 29252. Der DOI lautet: 10.1038/s41598-026-68298-9.

Die zusätzlich herangezogene Quelle aus dem Repositorium der Ludwig-Maximilians-Universität München enthält ausschließlich rohe, komprimierte PDF-Daten und keinen auslesbaren Nachrichtenartikel. Für die Einordnung der Dresdner Untersuchung liefert sie daher keine weiteren verwertbaren Angaben.