Medizinische Universität Lausitz plant Kooperation mit der TU Dresden
Die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem in Cottbus ist gestartet: Die ersten 38 Studierenden haben kürzlich ihr Medizinstudium begonnen. Nun sucht die neue Universität Kooperationspartner – und blickt dabei unter anderem nach Dresden.
Eine engere Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Dresden ist geplant. Nach Angaben des brandenburgischen Wissenschaftsministeriums soll am kommenden Mittwoch eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet werden. Heute ist der 26.10.2026; ein konkretes Kalenderdatum für die Unterzeichnung wird in den vorliegenden Angaben nicht genannt.
Zusammenarbeit auf mehreren Ebenen
Vorgesehen ist eine „strukturierte Zusammenarbeit im Hochschulbetrieb“. Sie soll Forschung, Studiengänge und Lehre, die Entwicklung des Lehrpersonals sowie die Verwaltung umfassen. In der Bezeichnung der beteiligten Hochschulen ist außerdem von Studium und Lehre, Fakultätsentwicklung und Administration die Rede.
Geplant sind gemeinsame Forschungsprojekte im Rahmen der „Lausitzer Gesundheitsmodellregion“, auch „Modellregion Gesundheit Lausitz“ genannt. Als mögliche weitere Form der Zusammenarbeit stehen ein dualer Studiengang beziehungsweise ein Doppelstudium im Raum.
Die Größenordnung der Cottbuser Universität ist bereits absehbar: Im Vollausbau sollen jährlich etwa 200 Studienplätze für Studienanfänger beziehungsweise Erstsemester zur Verfügung stehen. Zusätzlich sind 80 Professuren und 1.300 weitere Stellen für Forschung und Lehre vorgesehen. Bis dahin ist es noch ein gutes Stück Arbeit – und vermutlich werden dabei nicht nur Bücher bewegt.
Erfahrungen aus der Kooperation in Cottbus
In Cottbus gibt es dafür bereits ein wichtiges Vorbild. Am 31. Juli 2025 unterzeichneten die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL–CT) und die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) einen Kooperationsvertrag.
Unterschrieben haben Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel, Vorstandsvorsitzender der MUL–CT, Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey, Gründungs- und Wissenschaftsvorständin der MUL–CT, sowie Prof. Dr. Gesine Grande, Präsidentin der BTU. Die Vereinbarung formalisiert die bisherige Zusammenarbeit und legt gemeinsame Vorhaben in Forschung, Wissenschaft und Lehre fest.
Die Kooperation umfasst Lehre, Forschung, Wissenstransfer sowie die Bereitstellung von Infrastrukturen und zentralen Dienstleistungen. Beide Hochschulen wollen ihre Stärken vor allem in der Gesundheitssystemforschung und bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens bündeln.
- gemeinsame Nutzung von Datenräumen und Forschungsausstattung
- gemeinsame Promotionen und Publikationen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
- enge Zusammenarbeit in der Medizinerausbildung
- gemeinsame Patentanmeldungen und die Verwertung wissenschaftlicher Ergebnisse
- die Überführung von Forschungsergebnissen in die Praxis
Ein Netzwerk für die Lausitz
BTU und MUL–CT wollen gemeinsam forschen, lehren und in die Gesellschaft hineinwirken. Die BTU bringt wissenschaftliche Expertise aus ihren Profillinien, bestehende Netzwerke und administratives Know-how ein. Außerdem unterstützt sie die MUL–CT beim Aufbau von Studienangeboten und Forschungsschwerpunkten.
Wissenschaftsstaatssekretär Tobias Dünow bezeichnete die BTU als wichtigen Akteur des Strukturwandels in der Lausitz und die MUL–CT als geplantes Zentrum der Modellregion Gesundheit Lausitz. Die Kooperation beider Hochschulen ist im brandenburgischen Unimedizingesetz festgeschrieben.
Laut Dünow wurde die Medizin-Universität innerhalb von knapp vier Jahren von der Konzeptphase bis zur Gründung aufgebaut; im Folgejahr sollen die ersten Studierenden beginnen. Der Kooperationsvertrag zwischen BTU und MUL–CT gilt auf unbestimmte Zeit. Für die geplante Verbindung mit der TU Dresden wird nun am kommenden Mittwoch der nächste formelle Schritt erwartet.
