Siebert gewinnt den 23. Mitteldeutschen Marathon von Leipzig nach Halle
Heute, am 4. Oktober 2026, ist in Halle (Saale) der 23. Mitteldeutsche Marathon gelaufen worden. Die 42,195 Kilometer führten von Leipzig nach Halle. 365 Männer und 85 Frauen gingen über die volle Distanz an den Start – eine überschaubare, aber sportlich ordentlich besetzte Spitzengruppe im langen Schatten des Leipziger Laufwochenendes.
Auf dem Programm standen außerdem Halbmarathon, 10-Kilometer-Stadtwerkelauf, 2,7-Kilometer-Salzwirkerlauf, der AOK-Schnupperlauf außerhalb der Wertung und ein Maskottchenlauf zugunsten der HALLIANZ. Für die Straßenbahn bedeutete das am Sonntag Umleitungen. Für die Läufer bedeutete es vor allem: früh los, lange durchhalten, irgendwann tut alles weh.
Siebert wieder vorn
Oleg Siebert von Turbine Halle gewann den Marathon der Männer in 2:36:59 Stunden. René Feder von der LG eXa Leipzig wurde mit 2:42:02 Zweiter, Stefan Wensch kam in 2:49:02 auf Rang drei. Siebert hatte das Rennen bereits vor zwei Jahren gewonnen und war diesmal acht Minuten schneller als der Vorjahressieger.
Bei den Frauen setzte sich Kira Schneider von Spiridon Frankfurt in 3:05:35 durch. Dorothe Puckey folgte in 3:23:34, Wanda Burzik vom Ski-Verein Triebes wurde in 3:23:47 Dritte.
Im Halbmarathon siegte bei den Männern Sören Ulrich vom SV Halle Triathlon in 1:12:21. Andre Skrowny vom GutsMuths Rennsteiglaufverein/LG Süd benötigte 1:14:49, Cedric Sikorski vom Generation 2 – Nordic Team 1:15:44. Bei den Frauen gewann Pauline Alich von OE Teamsport in 1:31:10 vor Livia Keusch von der TU Dresden in 1:35:51 und Emma Stölting vom MTV Gifhorn in 1:35:58. Die Halbmarathon-Staffel ging ebenfalls an OE-Teamsport, vor der Pfarrei Carl Lampert II und dem GSBV Halle.
Kurze Strecken, schnelle Zeiten
Den 10-Kilometer-Stadtwerkelauf der Männer entschied John Bartholomäi in 31:48 Minuten für sich. Hendrik Poltersdorf wurde in 32:13 Zweiter, Francisco José Carrión Requena aus Spanien, der für Eintracht Hildesheim startet, lief in 34:04 auf Platz drei. Bei den Frauen gewann Isabella Berlit in 40:49 vor Anika Schlorhaufer in 41:07 und Anne-Katrin Leich von Triathlon Gera in 41:33.
Beim 10-Kilometer-Walking der Männer siegte Hagen Bernard vom Polizei SV Berlin in 1:14:12. Hans Peter Bodenmann vom Sihltaler Sport Club in der Schweiz kam in 1:30:53 auf Rang zwei, Dav Thorkild vom STV Sörup in 1:32:50 auf Rang drei. Die Frauenwertung gewann Regina Barthel-Lathan in 1:36:55. Christine Bauer wurde in 1:28:15 Zweite, Annett Bräunlich-Andl in 1:30:59 Dritte – die angegebenen Zeiten stehen damit in dieser Reihenfolge in der Ergebnisliste.
Über 2,7 Kilometer war Vitus Mayerhofer vom SV Halle Triathlon in 10:14 Minuten der schnellste Mann. Lion Föllmer vom ASV Sangerhausen brauchte 10:27, Jens Stampnik von Bärenpower Wappiche 10:52. Franka Niemeyer vom Team „Halle (Saale) & Hildesheim – Städtefreundschaft läuft“ gewann die Frauenwertung in 9:55. Annabelle Ludwig vom SC DHfK Leipzig kam nach 11:54 ins Ziel, Alea Jolie Koch von Panthera nach 13:53.
Leipzig im April: Marathon mit Stadiongeschichte
Zum größeren Leipziger Laufjahr gehört der 48. Leipzig Marathon am 19. April 2026. Tausende Teilnehmer starteten dort; die Geschichte der Veranstaltung reicht bis 1897 zurück. Das Rennen stand im Zeichen des 70. Jahrestags der Eröffnung des Zentralstadions am 4. August 1956. Rund 100.000 Zuschauer fasste das Stadion damals, und auch das Eventshirt griff diese Geschichte auf.
14.351 Läufer starteten in Leipzig, mehr als 6.500 davon im Halbmarathon. Jakob Lange vom PTSV Rosenheim gewann bei seinem Leipzig-Debüt den Männer-Marathon in 2:17:43 Stunden. Kurz nach seinem Zieleinlauf setzte starker Regen ein – ziemlich schlechtes Timing für alle, die noch unterwegs waren. Die Zuschauer blieben trotzdem an der Strecke, die Stimmung hielt.
Habtamu Agumas Geleta von der SG Motor Gohlis-Nord Leipzig wurde in 2:25:33 Zweiter und lag rund acht Minuten hinter Lange. Hans Appel von der TG48 Schweinfurt belegte mit 2:28:47 Platz drei. Es folgten Oleg Siebert von Turbine Halle in 2:34:56, Dominik Skandera vom Team Leipziger Foren in 2:35:23, Nico Semper vom SV electronic Hohen Neuendorf in 2:38:39, Øyvind Thyri vom MRC Oslo in 2:39:16, André Rechenberger aus Leipzig in 2:42:14, Jost-Julian Rumpf von den LaufFritzen in 2:42:50 und Felix Raab vom Lauftreff Zazenhausen in 2:43:00.
Den Frauen-Marathon gewann Antonia Müller von der LG eXa Leipzig in 2:43:07 – zum zweiten Mal nach 2024 und mit persönlicher Bestzeit. Marina Guzman Hentschel wurde in 2:50:51 Zweite, Lucy Günther aus Chemnitz in 2:54:11 Dritte. Dahinter liefen Rita Geistdörfer aus Augsburg in 2:55:44, Aleksandra Feuerstake aus Leipzig in 2:58:03, Theresa Döpping vom LFV Oberholz in 2:59:59, Henriette Willing aus Leipzig in 3:01:16, Julie Thorp vom SK Vidar in 3:01:39, Wenche Christenssen von Øl og Kondis in 3:10:06 und Lena Herrmann vom Laufteam Bundeswehr und Reservisten in 3:11:10.
Viele Wege ins Ziel
Der Marathonstart in Leipzig war um 9:30 Uhr angesetzt, der 4-Kilometer-Lauf folgte um 9:40 Uhr, der Halbmarathon um 12:15 Uhr und der 10-Kilometer-Lauf um 13:15 Uhr. Alle vier Wettbewerbe gab es auch als Walking-Variante. Kinder liefen beim Stadtwerke-Kinderlauf je nach Alter 400 bis 800 Meter; beim Stadtwerke-Schülermarathon teilten sich Schulklassen die Marathondistanz in Staffeln. Am Vormittag erreichten dort 2.700 Kinder das Ziel.
Die Strecke war nach internationalen Standards vermessen, bestenlistenfähig und hatte nur geringe Höhenunterschiede. An den Verpflegungsstationen gab es Getränke von Sachsenquelle und Freiberger Alkoholfrei sowie Energiegels. Die Zeitnahme lief mit Bärservice-Transpondern auf der Rückseite der Startnummern. Wer im Ziel war, bekam eine Medaille; die Urkunde ließ sich online abrufen, die Ergebnisse standen noch am Veranstaltungstag im Netz.
Veranstalter waren der Stadtsportbund Leipzig, das Sächsische Staatsministerium des Innern und der Leipzig Marathon e.V. Mehr als 1.000 ehrenamtliche Helfer kümmerten sich um Verpflegung, Zeitmessung und Zielbereich, mehrere Sanitätsstationen um die medizinische Betreuung. Teilnehmer kamen aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland, viele verbanden den Lauf mit einem Aufenthalt in Leipzig. Veranstaltungsleiter Michael Mamzed nannte die Ausgabe trotz des Wetters erfolgreich; die Organisation des Halbmarathons, besonders der Start, sei die größte Herausforderung gewesen.
Die Startnummernausgabe fand am Freitag und Samstag vor dem Lauf statt. Tausende Leipziger unterstützten die Läufer entlang der Strecke. Und irgendwo zwischen nassen Schuhen, Energiegels und dem Geräusch der Absperrgitter blieb noch Platz für die kleinen Läufe, die nicht weniger ernst genommen wurden.
Ein Blick zurück auf Leipzig
Die Chronik des Leipziger Marathons zeigt, wie groß die Laufbewegung geworden ist. Beim New-York-City-Marathon stieg die Teilnehmerzahl von 127 im Jahr 1970 auf über 55.000 im Jahr 2024. Für den LE
