Siltronic wird Goldpartner von Team Dresden 2028 und fördert zwei Leistungssportler
Am 29. September 2026 bekam der Besuch in Freiberg eine sportliche Note: Die Short-Track-Läuferin Lisa Eckstein und der 3000-Meter-Hindernisläufer Karl Bebendorf waren beim Halbleiterhersteller Siltronic zu Gast. An der Berthelsdorfer Straße unterzeichneten Projektleiter Jan Riedel und Thomas Zarbock, Leiter des Siltronic-Werks in Freiberg, den Fördervertrag für „Team Dresden 2028“.
Der Freiberger Chip-Zulieferer wird für zwei Jahre Goldpartner des Dresdner Sportprojekts. Werkleiter Zarbock erläuterte Eckstein und Bebendorf am Montag außerdem die Produktion von Siliziumwafern. Ein eher ungewöhnlicher Termin für Leistungssportler – aber einer, bei dem es um Präzision, Ausdauer und ziemlich viel Technik ging.
Unterstützung abseits des Wettkampfs
„Team Dresden 2028“ bringt Dresdner Leistungssportler mit regionalen Unternehmen zusammen. Die Athletinnen und Athleten erhalten unter anderem medizinische Betreuung, Physiotherapie, Laufbahnberatung und mentales Coaching. Konkret gefördert werden nun Karl Bebendorf vom Dresdner SC 1898 und Lisa Eckstein, die in Dresden Shorttrack betreibt.
Bebendorf gewann im August bei den Europameisterschaften in Birmingham Bronze über 3000 Meter Hindernis. Gefreut hat er sich darüber trotzdem nicht uneingeschränkt: Eigentlich wollte er den Titel holen. Weiter geht es für ihn also mit dem bekannten Ehrgeiz, um Medaillen zu kämpfen.
Eckstein belegte bei der Shorttrack-Europameisterschaft im Januar über 1500 Meter den elften Platz. Ihr nächstes großes Ziel liegt näher, als es zunächst klingt: Die Shorttrack-Europameisterschaft findet vom 15. bis 17. Januar 2027 in Dresden statt. Danach peilt sie die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 2030 an.
Wafer aus Freiberg, Ziele in Dresden
Siltronic produziert im rund 40 Kilometer entfernten Freiberg Siliziumwafer für die Chipindustrie und zählt dort zu den wichtigen Arbeitgebern. Das Unternehmen hat sein Werk zuletzt erweitert und neue Mitarbeiter gesucht. Mit der Partnerschaft will Siltronic in die Region investieren und zugleich als Arbeitgeber bekannter werden.
Für die beiden Sportler war der Besuch deshalb mehr als ein Fototermin mit Vertragsmappe. Zwischen Produktionsanlagen und Erklärungen zur Waferherstellung wurde sichtbar, woher die Unterstützung kommt. Der Sport bleibt dabei der Mittelpunkt – mit Training, Wettkämpfen und den kleinen Enttäuschungen, die nach einer Bronzemedaille manchmal größer wirken als die Medaille selbst.
„Team Dresden 2028“ verbindet dafür genau diese beiden Welten: regionale Wirtschaft und Dresdner Leistungssport. Der Vertrag mit Siltronic wurde in Freiberg unterzeichnet, der sportliche Alltag der Geförderten spielt sich weiterhin in Dresden und auf internationalen Eisbahnen und Laufstrecken ab.
Grundstoff für digitale Anwendungen
Siliziumwafer bilden die Grundlage von Halbleiterchips und stecken damit in zahlreichen elektronischen Anwendungen. Benötigt werden sie unter anderem für Smartphones, Computer, Navigationsgeräte und Displays. Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Einsatzgebiet; Siltronic gibt an, diese mit einem breit aufgestellten Produktportfolio abzudecken.
Das Unternehmen arbeitet international mit Partnern und Kunden an Technologien für digitale Anwendungen und beschäftigt rund 4.300 Mitarbeiter. Produktionsstätten gibt es in Europa, Asien und den USA. In Singapur befinden sich laut Unternehmensangaben derzeit die modernsten Produktionsanlagen für 200- und 300-Millimeter-Wafer.
Während in Freiberg also über die Herstellung jener runden Siliziumscheiben gesprochen wurde, richteten sich die Gedanken der Gäste schon wieder nach vorn: bei Eckstein auf Dresden 2027 und Olympia 2030, bei Bebendorf auf die nächste Medaillenchance.
