TU Dresden plant grüne, weitgehend autofreie Mommsenstraße auf dem Campus
Die TU Dresden plant, einen rund 150 Meter langen Abschnitt der Mommsenstraße in Räcknitz neu zu gestalten. Zwischen Helmholtz- und Düfferstraße sollen Pflanzbeete, Sitzflächen aus Holz und aufgemalte Markierungen entstehen. Autos wären dort weitgehend außen vor – und damit würden auch Parkplätze wegfallen.
Das Vorhaben geht aus einer Präsentation der TU Dresden im Stadtbezirksbeirat Plauen hervor. Die Universität möchte den zentralen Campusbereich angenehmer machen und bislang getrennte Campusbereiche besser miteinander verbinden. Studierende wären nicht die einzigen, die davon etwas hätten: Auch Anwohner und Spaziergänger könnten den neuen Freiraum nutzen.
Mehr Grün, weniger Durchfahrt
Für notwendige Lieferdienste soll die geplante Freigabe bestehen bleiben. Nach den Projektangaben bleibt die Erreichbarkeit über das umliegende Straßennetz gewährleistet. Bevor sich auf der Mommsenstraße allerdings etwas verändert, muss sich die Universität noch mit der Stadtverwaltung und dem Landesverkehrsamt abstimmen.
Ähnliche Versuche gab es bereits auf der Altstädter Seestraße und der Neustädter Louisenstraße, wo Pflanzkübel und Sitzmöbel aufgestellt wurden. Die Umgestaltung der Louisenstraße hatte Kritik ausgelöst, weil dafür Parkplätze entfielen. Kurz nach der Einweihung wurden die Möbel außerdem beschmiert – kein sonderlich freundlicher Empfang für neue Aufenthaltsorte.
Der Grünen-Politiker Matthias Jahn sieht in einem begrünten, einladenden und autofreien Mommsenplatz sogar einen möglichen Baustein für die BUGA 2033. Der ADFC begrüßt das Projekt ebenfalls und erwartet eine bessere Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer.
Was das Ganze kostet, ist noch offen
Die Kosten will die TU Dresden übernehmen. Wie hoch die Rechnung ausfällt, steht allerdings noch nicht fest. Zum Vergleich: Für Pflanzkübel und Möbel auf der Louisenstraße hatte die Stadt mehrere Zehntausend Euro ausgegeben. Ob die Mommsenstraße ähnlich teuer wird, lässt sich derzeit nicht sagen.
Die geplante Umgestaltung passt zum Masterplan Campusgestaltung der TU Dresden. Dieses Gesamtkonzept soll die Entwicklung der Außenräume in den kommenden Jahren Schritt für Schritt zu einem Hauptcampus führen. Der Campus soll dabei die Forschung der Exzellenzuniversität widerspiegeln und zum Verweilen einladen. Dafür wurden Leitlinien und Schlüsselprojekte zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität festgelegt.
Campus als öffentlicher Raum
Zum Masterplan gehört auch eine gute Erreichbarkeit und interne Erschließung für alle Verkehrsteilnehmenden. Nachhaltige und zukunftsgerichtete Mobilität ist ein zentraler Bestandteil; die entsprechenden Lösungsansätze stehen im Mobilitätskonzept. Für Außenräume und Gebäude wird außerdem ein einheitliches, barrierefreies Leit- und Orientierungssystem umgesetzt – mit Informationstafeln, Wegweisern, Hinweisschildern und Türschildern. Weitere Informationen dazu gibt es auf den Webseiten der TU Dresden zum barrierefreien Leit- und Orientierungssystem.
Die neuen Pflanzbeete wären dabei nicht bloß Dekoration. Begrünte Elemente sollen die Aufenthaltsqualität verbessern, das Stadtklima unterstützen und zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen. Ökologisch nachhaltige Aspekte werden bei der Gestaltung der Außenräume zunehmend berücksichtigt; zur biologischen Vielfalt auf dem Campus informiert die TU Dresden auf einer eigenen Webseite.
Für Fragen zum nachhaltigen Campus ist Ulrike Seiler, Koordinatorin Nachhaltiger Campus, zuständig. Ansprechpartner ist das Dezernat Gebäudemanagement, Sachgebiet Infrastrukturelles Gebäudemanagement, Gruppe Umweltschutz. Die Besucheradresse lautet: Verwaltungsgebäude B69, Raum 111, Bergstraße 69, 01069 Dresden, Deutschland.
