Universität Jena wird erste Exzellenzuniversität Thüringens
Für die Friedrich-Schiller-Universität Jena ist der 3.10.2026 ein Tag mit ordentlich Rückenwind: Ab 2027 wird sie als eine von fünf neuen Exzellenzeinrichtungen besonders gefördert. Damit wird die FSU zur ersten Exzellenzuniversität Thüringens.
Bundesweit hatten sich elf Universitäten und Universitätsverbünde mit Neuanträgen beworben. Die Auswahl wurde am Freitagnachmittag in Bonn von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) und dem stellvertretenden GWK-Vorsitzenden Falko Mohrs (SPD) bekanntgegeben. Jena wurde dabei als erste ausgewählte Einrichtung genannt.
Universitätspräsident Andreas Marx nannte die Entscheidung „atemberaubend“ und sprach von einer großen Erleichterung. Erst einmal solle gefeiert werden, sagte er – ab Montag beginne dann die Planung für den Exzellenzstatus. Marx ist seit 2024 Präsident der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Für ihn sei die Entscheidung das größte berufliche Erlebnis bisher.
Ein Abend in den Rosensälen
In Jena verfolgten Marx, Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) und Universitätsangehörige die Bekanntgabe in den Rosensälen. Marx wertete den Titel als Anerkennung für die Entwicklung der Universität und für die Menschen, die daran beteiligt waren. Er dankte unter anderem der Politik für ihre Unterstützung – darunter auch dem anwesenden Ministerpräsidenten Voigt.
Thüringens Wissenschaftsminister Christian Tischner (CDU) bezeichnete den Titel als Erfolg für Jena und den gesamten Wissenschaftsstandort Thüringen. Der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Wolfgang Wick, sprach von einem wichtigen Tag für die Wissenschaft in Deutschland.
Was Jena mit dem Titel vorhat
Mit den zusätzlichen Mitteln will die Universität ihre Spitzenforschung stärken und herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fördern. Geplant sind außerdem neue Freiräume für inter- und transdisziplinäre Forschung, eine engere Verbindung von Forschung und Lehre sowie mehr Austausch mit Wirtschaft und Gesellschaft.
Einzelne Exzellenzuniversitäten können bis zu 15 Millionen Euro jährlich erhalten, Universitätsverbünde bis zu 28 Millionen Euro. Das Gesamtbudget der Exzellenzförderung wurde von 533 Millionen Euro jährlich bis 2025 auf 687 Millionen Euro ab 2026 erhöht.
Die Exzellenzstrategie soll international wettbewerbsfähige Forschungsbereiche fördern, Universitäten institutionell stärken und das Hochschulsystem weiterentwickeln. Zuständig für das Verfahren ist der Wissenschaftsrat. Die Exzellenzuniversitäten werden alle sieben Jahre neu ausgeschrieben und überprüft.
Elf Bewerbungen, neue Förderperiode
Für die aktuelle Ausschreibung gab es elf Neuanträge: sieben von Einzeluniversitäten und vier von Universitätsverbünden. Die Ortsbesuche fanden von April bis Juni 2026 statt. Die neue Förderperiode läuft von 2027 bis 2033, danach erfolgt eine erneute Auswahl.
Bereits gefördert werden die RWTH Aachen, die Universität Bonn, die TU Dresden, die Universität Hamburg, die Universität Heidelberg, das Karlsruher Institut für Technologie, die Ludwig-Maximilians-Universität München, die Technische Universität München und die Universität Tübingen. Hinzu kommt der Exzellenzverbund Berlin aus Freier Universität, Humboldt-Universität und Technischer Universität Berlin.
Die Nachricht wurde auch an der Uni Saarland aufmerksam aufgenommen. Für Jena beginnt nun nach dem Feiern die Arbeit: Konzepte schärfen, Strukturen planen, Fördermittel einsetzen. Und ab Montag ist der Ausnahmezustand dann wieder ziemlich akademisch.
