Am 1. Oktober 2026 ist an der TU Bergakademie Freiberg ein neues Kapitel für Forschung und Gründung aufgeschlagen worden: Das „TUBAF Innovation Center“, das neue Zentrum für Transfer und Gründung, wurde am Dienstag im Schlossplatzquartier eröffnet. Es soll wissenschaftliche Ergebnisse schneller in Patente, Unternehmenskooperationen und neue Gründungen bringen – und damit die Region Mittelsachsen stärken.

Die Idee dahinter ist ziemlich bodenständig: Gute Forschung soll nicht in Schubladen verschwinden. Aufgaben, die bislang an unterschiedlichen Stellen der Universität lagen, werden künftig im Zentrum gebündelt. Rektorin Prof. Dr. Jutta Emes war bei der Eröffnung nicht persönlich dabei, erklärte den Anspruch des Zentrums aber in einer Videobotschaft. Erkenntnisse gewinnen, Lösungen entwickeln und Wirkung entfalten – das soll künftig stärker zusammengehören.

Eine Adresse für Ideen, Patente und Start-ups

Transferstelle, Gründungsberatung und Schutzrechtsabteilung arbeiten nun unter einem Dach. Die TU Bergakademie Freiberg bündelt damit erstmals ihre Kompetenzen in den Bereichen Transfer, Start-ups und Schutzrechte. Das TUBAF Innovation Center unterstützt dabei, wissenschaftliche Ideen, Erkenntnisse und Technologien sichtbar zu machen und in die Anwendung zu überführen.

Für Forschende gibt es eine zentrale Anlaufstelle: von der ersten Idee über Verwertungs- und Schutzrechtsfragen bis hin zu Kooperationen mit Unternehmen, der Weiterentwicklung von Technologien oder einer eigenen Gründung. Früh lässt sich dort prüfen, ob aus einem Ansatz eher ein Patent, eine Zusammenarbeit mit der Wirtschaft oder ein Start-up werden könnte. Die Direktoren Dr. Stephan Meschke und Andre Uhlmann stellten bei der Eröffnung vor, wie diese Aufgaben künftig miteinander verbunden werden sollen.

Das Zentrum ist außerdem Teil der Verbünde 4transfer im Bereich Transfer und SAXEED für den Bereich Start-ups. Unternehmen und andere Partner erhalten direkten Zugang zu wissenschaftlicher Expertise, Technologien und Kooperationsmöglichkeiten der Universität. Eine zentrale Tür also – auch wenn dahinter natürlich weiterhin viele verschiedene Fachgebiete liegen.

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Freiberg bringt schon einiges mit

Bei der Eröffnung ging es nicht nur um neue Strukturen, sondern auch um die Frage, wie Wissen erfolgreich zwischen Wissenschaft und Wirtschaft unterwegs sein kann. Eine Gesprächsrunde mit Vertretern der Universität, eines Unternehmens und der IHK Chemnitz nahm genau diesen Austausch in den Blick. Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kommunen und Wirtschaftsorganisationen waren dabei.

Die Ausgangslage der TU Bergakademie Freiberg ist dabei bemerkenswert: Laut einer Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft meldet die Universität jährlich rund 24 Patente je 1.000 Studierende. Der bundesweite Hochschuldurchschnitt liegt demnach bei etwa zwei Patenten je 1.000 Studierende. Auch bei der Förderung von Gründungen gehört die TU laut dem Bericht unter den kleineren Hochschulen zur Spitzengruppe.

Das neue Zentrum soll diese vorhandenen Stärken bündeln und den Weg wissenschaftlicher Ideen in Unternehmen und neue Gründungen erleichtern. Vom Labor bis zur Kooperation, vom Schutzrecht bis zum Geschäftsmodell – künftig soll es dafür weniger Zuständigkeits-Pingpong geben.

Warum solche Verbindungen wichtiger werden

Forschung und Entwicklung gelten in Unternehmen als Innovationstreiber. Zugleich ist Forschung neben der Lehre eine zentrale Aufgabe des Wissenschaftssystems. Dass Unternehmen und Wissenschaft zunehmend in dieselbe Richtung arbeiten, ist deshalb kein Freiberg-spezifischer Sonderfall, sondern Teil einer größeren Entwicklung.

Ein Beispiel liefert Hessen: Dort werden staatliche Förderprogramme unter der Dachmarke „Technologieland Hessen“ gebündelt. Ziel ist es, Innovationen zu fördern und Unternehmen sowie Forschung stärker miteinander zu vernetzen. Unterstützt werden unter anderem Kompetenzfeldberatung und finanzielle Förderung.

Auch das Forschungsförderprogramm LOEWE – die „Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz“ – setzt auf anwendungsnahe Forschungs- und Entwicklungsprojekte zwischen Unternehmen und Hochschulen. Die Hessischen Hochschulpakte stärken zusätzlich den Wissens- und Technologietransfer. In Freiberg bekommt dieser Gedanke nun eine eigene Adresse im Schlossplatzquartier.