Auf einer bedeutenden Delegationsreise unter der Leitung von Ministerpräsident Mario Voigt hat Thüringen Anfang Juni 2026 den indischen Markt ins Visier genommen. Die Reise führte die 60-köpfige Delegation durch Delhi, Hyderabad und Bangalore und hatte das Ziel, die Beziehungen zwischen Thüringen und Indien zu stärken und neue wirtschaftliche sowie wissenschaftliche Kooperationen zu etablieren. TU Ilmenau hebt dabei die wachsende Bedeutung Indiens als Partner in Wissenschaft und Hochschulbildung hervor.

Mit einem klaren Fokus auf Fachkräftegewinnung und gemeinsame Forschungsaktivitäten besuchte die Delegation hochrangige Vertreter indischer Universitäten, Forschungseinrichtungen und Technologiezentren. Die Gespräche umschlossen auch die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit in den Bereichen Photonik, Halbleitertechnologien, Medizintechnik und Künstliche Intelligenz. MDR berichtet, dass Thüringen plant, die Exporte nach Indien zu steigern. Im vergangenen Jahr belief sich das Exportvolumen bereits auf 189 Millionen Euro.

Wirtschaft und Wissenschaft im Einklang

Indien wird als dynamischer Wachstums- und Innovationsmarkt eingestuft. Dies wurde bei der Planung der Delegationsreise deutlich, bei der auch der Austausch mit verschiedenen Ministerien auf der Agenda stand. Gespräche mit Ministern für Außenhandel, Raumfahrt und Technologie sowie Energiepolitik waren ein fester Bestandteil der Reise, um das Netz von Thüringer Unternehmen und indischen Partnern weiter auszubauen. Die Zeit beschreibt, dass auch ein Empfang in der deutschen Botschaft sowie Unternehmensbesuche in Bangalore, einem der Hightech-Zentren Indiens, geplant waren.

Einige der Unternehmen, die im Rahmen dieser Reise besucht wurden, um gemeinsam an Innovationen zu arbeiten, umfassen Skyroot Aerospace und das indische Raumfahrtzentrum, wo das Potential für Kooperationen in der Optik und Photonik erkundet wurde. Die Technische Universität Ilmenau erhofft sich ebenfalls eine enge Zusammenarbeit mit einem führenden indischen Forschungsinstitut, sodass die wissenschaftlichen Beziehungen weiterhin wachsen können. Die Universität zählt über 550 Master- und Promotionsstudierende aus Indien und hat sich somit als eine der wichtigsten internationalen Partnerinstitutionen etabliert.

Fachkräfte im Fokus

Ein zentrales Ziel der Reise war die Werbung um qualifizierte indische Fachkräfte. Gespräche in einer indischen Pflegeschule sollten auf die Möglichkeiten aufmerksam machen, die Thüringen für Fachkräfte bietet. Unterstützung kommt dabei unter anderem vom Goethe-Institut in Delhi, das die Fachkräftevermittlung fördern soll. Diese Kombination aus wirtschaftlicher Expansion und der Gewinnung von hochqualifizierten Mitarbeitern verspricht für Thüringen neue Perspektiven.

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Mit dem Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien, das seit Januar 2026 in Kraft ist und Zölle auf EU-Waren senkt, eröffnen sich zudem neue Marktchancen. Im Vergleich zu den Exporten nach China und den USA, die 1,2 Milliarden Euro und 2 Milliarden Euro betrugen, bleibt Indien mit rund 184 Millionen Euro im Geschäft unter den Thüringer Exporten, steht jedoch hoch im Kurs. 87 Thüringer Unternehmen haben aktuell Exportbeziehungen zu Indien.

Zusammengefasst zeigt die Delegationsreise unter Voigt das Engagement Thüringens, zukunftsorientierte Kooperationen mit Indien zu gestalten und eine wichtige Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu schlagen. Langfristig sollen Partnerschaften aufgebaut werden, die sowohl wissenschaftliche Exzellenz als auch gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen in den Blick nehmen.