Aalener Barbara-Kolloquium stellt die Nachfolge in der Gießereiforschung ins Zentrum
Am 3. Dezember 2026 wird in Aalen über eine Frage gesprochen, die in der Gießereiforschung längst mehr ist als eine Personalie: „Die Nachfolge“. Unter diesem Titel steht das Aalener Barbara-Kolloquium im Zeichen des Generationswechsels. Im Mittelpunkt steht die Nachfolge von Prof. Dr. Lothar Kallien, der die Gießereiforschung am Standort Aalen über viele Jahre geprägt hat.
Kallien setzte dabei einen besonderen Schwerpunkt auf den Druckguss und gab weit über die Region hinaus wichtige Impulse für die Branche. Nun richtet sich der Blick nach vorn. Wer übernimmt Verantwortung, wie bleibt Wissen erhalten – und wie kann Zusammenarbeit künftig noch enger funktionieren?
Netzwerk für die nächste Etappe
Prof. Wolfram Volk von der Technischen Universität München stellt beim Kolloquium das Gießereikompetenznetzwerk Süd vor. Sein Beitrag soll einen Ausblick auf die künftige Zusammenarbeit und Vernetzung in der Gießereiforschung geben. Der Veranstaltungsort liegt damit nahe an einem der beteiligten Wissenschaftsstandorte: Die Technische Universität München ist in München beheimatet.
Aus der Industrie sind ergänzend Fachvorträge angekündigt, unter anderem von Bocar, BMW, Handtmann und Föhl. Auf dem Programm stehen:
- „Zukunft ermöglichen: Warum wir in Forschung, Bildung und Innovation investieren“ – Dr. Todor Ivanov, BTC GmbH, Waldmössingen
- „Die BMW Leichtmetallgießerei Landshut – Gusstechnologien für die Mobilität von heute und morgen“ – Rainer Güntner, BMW Group, Landshut
- „Transformation durch Innovation“ – Dipl.-Ing. Dirk Seckler, Albert Handtmann Metallgusswerk GmbH & Co. KG, Biberach/Riss
- „Führung in unsicheren Zeiten: Vertrauen schaffen. Orientierung geben. Zukunft gestalten“ – Dr. Frank Kirkorowicz, Adolf Föhl GmbH + Co. KG, Rudersberg
Vorgesehen sind außerdem eine Einführung in das Thema Nachfolge und ein Gießerabend mit Abendessen im Gießereilabor. Erst zuhören, diskutieren, vielleicht widersprechen – und später bei einem Teller Essen weiterreden. So ein Abend kann manchmal mehr bewegen als die sauberste PowerPoint-Folie.
Vom flüssigen Metall zum Bauteil
Der Druckguss passt als Schwerpunkt nicht zufällig zu Aalens Forschungstradition. Das Verfahren ermöglicht einen schnellen Weg von der flüssigen Schmelze zum fertigen Bauteil. Im Bereich Gießereitechnologie der Hochschule Aalen stehen dafür drei Druckgießmaschinen für Lehre und Forschung zur Verfügung.
Im Gießereilabor reicht das Spektrum von der Gasinjektion zur Herstellung hohler Strukturen über Salzkerne für Strukturbauteile bis zu CFK-Magnesium- und CFK-Aluminium-Druckguss-Hybridbauteilen. Untersucht und entwickelt werden außerdem Magnesium-, Aluminium- und Zinklegierungen. Hinzu kommen Prozessoptimierung durch innovative Sensorik, Alterungsvorgänge bei Zinkdruckgusslegierungen, Asynchronläufer für Elektromaschinen aus Reinkupfer sowie der Einsatz künstlicher Intelligenz zur Qualitätsüberwachung im Druckguss.
Zur Ausstattung gehören die DAK 400 Frech Vacural, eine Kaltkammerdruckgießmaschine von Müller-Weingarten/Frech mit 800 Tonnen Schließkraft, und die DAW 125E Frech Vacural, eine Kaltkammerdruckgießmaschine mit 400 Tonnen Schließkraft für Aluminium- und Magnesiumlegierungen. Für Forschungsarbeiten im Bereich Zinkdruckguss steht außerdem die GDK750 Frech, eine Warmkammermaschine, bereit.
Anmeldung und Termin
Das Kolloquium findet am 3. Dezember 2026 statt. Die angegebene Anmeldeadresse lautet Anmeldung-su0825(at)stw.de. Wer die Nachfolge in der Gießereiforschung nicht nur als Abschied, sondern als Arbeitsauftrag begreifen will, dürfte in Aalen einiges zum Mitschreiben finden.
