Cyberangriff auf die TUM: Erbeutete Passwörter gefährden Studierenden- und Beschäftigtendaten
Heute, am 6. November 2026, hat die Technische Universität München (TUM) einen IT-Sicherheitsvorfall öffentlich gemacht. Unbekannte griffen das Portal myTUM an. Möglicherweise wurden dabei persönliche Daten von Studierenden und Beschäftigten erbeutet. Wie viele Menschen betroffen sind, war zunächst unklar.
Nach Angaben der TUM waren alle Personen potenziell betroffen, die zum Zeitpunkt des Angriffs bei myTUM angemeldet waren. Die Universität nahm zentrale Systeme vorsorglich vom Netz und sperrte Accounts, bei denen ein Zugriff nachgewiesen wurde. Der Stand der TUM-Mitteilung: Freitag, 6. November 2026, 12:20 Uhr.
Passwörter für zentrale TUM-Systeme erbeutet
Die Angreifer erbeuteten Passwörter für die zentrale Anmeldung an TUM-Systemen, darunter login.tum.de und TUMonline. Unter den Zugangsdaten befanden sich auch die eines Systemverwalters für TUMonline. Nach Einschätzung der Universität wollten die Unbekannten mit den erbeuteten Zugangsdaten an Administratorenpasswörter gelangen.
Mit diesen Zugangsdaten griffen sie das zentrale Campus-Management-System TUMonline an. Die TUM nahm es anschließend vorübergehend vom Netz. Die Zugriffe innerhalb von TUMonline wurden weitgehend protokolliert. Nach der bisherigen Auswertung geht die Universität davon aus, dass keine weiteren Daten aus TUMonline betroffen sind. Dazu zählen etwa Noten oder Studienplatzbewerbungen. Die Prüfung läuft allerdings noch.
Nach bisherigem Stand richteten die Angreifer im zentralen Campus-System keinen Schaden an. Durch die sofortige Sperrung der betroffenen Accounts und die Deaktivierung von TUMonline konnte nach aktuellem Kenntnisstand eine weitere Ausbreitung des Angriffs verhindert werden.
Welche Daten möglicherweise betroffen sind
- Bei allen Betroffenen: TUM-Account-Passwort, Name, private Anschrift und Geburtsdatum
- Bei Beschäftigten zusätzlich: Dienstanschrift und dienstliche Telefonnummer
- Bei Studierenden zusätzlich gegebenenfalls: Matrikelnummer, Studiengang und Anzahl der Fachsemester
Auf Noten oder Bewerbungen hatten die Angreifer demnach keinen Zugriff. Die TUM betont zugleich, dass die Untersuchung weiterläuft und über neue Erkenntnisse informiert werden soll.
Wer sein TUM-Passwort auch außerhalb der Universität verwendet hat, sollte es dort ebenfalls ändern – etwa für private E-Mail-Konten, Online-Shops oder soziale Netzwerke. Für jeden Dienst sollte ein eigenes Passwort verwendet werden. Mehrere Möglichkeiten zum Ändern des TUM-Passworts sollen bis Montag bereitgestellt werden; Informationen zu Ablauf und Frist sollen ebenfalls veröffentlicht werden.
MFA schützt Konten
Anschließend sollen Nutzer die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) aktivieren. Konten mit aktivierter Zwei-Faktor-Anmeldung beziehungsweise MFA waren bei diesem Angriff geschützt. Eine Anleitung soll spätestens am Montagabend unter https://www.it.tum.de/it/aktuelles/ verfügbar sein.
Wegen der möglicherweise betroffenen persönlichen Daten bittet die TUM um besondere Vorsicht bei E-Mails, Briefen und Anrufen. Die Universität fragt niemals per E-Mail, Telefon oder Brief nach Passwörtern. Verdächtige Links sollten nicht angeklickt werden. Verdächtige Nachrichten können an it-sicherheit@tum.de gemeldet werden.
Fragen zum Vorfall nimmt die TUM unter datenschutz-vorfall@tum.de entgegen. Die Datenschutzbeauftragten sind unter datenschutz@tum.de erreichbar.
Anzeige und ein weiterer Angriff in München
Die TUM meldete den Vorfall dem Bayerischen Landesbeauftragten für den Datenschutz und erstattete Strafanzeige. Wenige Wochen zuvor war bereits die Ludwig-Maximilians-Universität München Ziel eines Cyberangriffs. Dabei waren rund 600.000 Datensätze von Studierenden betroffen.
Der aktuelle Vorfall zeigt damit auch ganz praktisch, wie schnell ein einzelnes Passwort zum Problem für mehrere Systeme werden kann. Wer dasselbe Kennwort an mehreren Stellen nutzt, sollte es jetzt nicht nur an der TUM ändern, sondern überall dort, wo es ebenfalls hinterlegt ist.
