Lee Chichester hat seit dem Sommersemester 2026 die Juniorprofessur für Kunstwissenschaft und Ästhetische Theorie am Institut für Kunstwissenschaft – Filmwissenschaft – Kunstpädagogik (IKFK) an der Universität Bremen inne. Zuvor war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ruhr-Universität Bochum und hat bedeutende Stationen am Exzellenzcluster „Bild Wissen Gestaltung“ der Humboldt-Universität zu Berlin sowie an der Kollegforschungsgruppe „Imaginarien der Kraft“ der Universität Hamburg durchlaufen. Diese Erlebnisse bilden eine solide Grundlage für ihre aktuelle Position.
Chichester bringt eine doppelte akademische Ausbildung mit: Sie ist sowohl Kunsthistorikerin als auch Biologin. Ein wesentlicher Schwerpunkt ihrer Forschung liegt auf der Analyse der Bilder in den Naturwissenschaften und den künstlerischen Erkenntnispraktiken, die sich von der Frühneuzeit bis zur Moderne erstrecken. In ihrer Dissertation widmete sie sich der visuellen und verkörperten Wissensproduktion durch künstlerisch inspirierte Bildgebung und Modellierung in der britischen Entwicklungsbiologie des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts.
Aktuelle Forschungsschwerpunkte
In ihrem gegenwärtigen Postdoc-Projekt untersucht Chichester die Vermittlung von wissenschaftlichen Inhalten in populären Wissenschaftsausstellungen, insbesondere im Kontext politischer Konflikte. Damit erweitert sie den Diskurs um die Rolle von Kunst und Wissenschaft in der Gesellschaft.
Ein weiterer bedeutender Forschungsschwerpunkt von Chichester ist die Geschichte der Kunstwissenschaft, betrachtet aus einer geschlechterhistorischen und institutionskritischen Perspektive. Dies wird durch verschiedene forschungsbasierte Ausstellungen ergänzt, die sie an Museen kuratiert hat. Diese Ausstellungen befassen sich unter anderem mit Mensch-Tier-Beziehungen um 1900, betrachtet durch die Brille der Animal- und Post-Colonial-Studies.
Besonders hervorzuheben sind die Ausstellungen, die sie im Kunstmuseum Bern im Jahr 2021 kuratiert hat, sowie eine geplante Ausstellung im Franz Marc Museum in Kochel am See, die für 2025 angedacht ist.
Das Institut für Kunstwissenschaft
Das Institut für Kunstwissenschaft, an dem Chichester unterrichtet, bietet vielfältige Lehrveranstaltungen im Bereich Kunstwissenschaft und Ästhetik. Im Sommersemester 2026 ist ein umfangreiches Vorlesungsverzeichnis veröffentlicht worden, und die Anmeldungen zu Lehrveranstaltungen werden individuell durch die Lehrenden geregelt. Neben den Lehrveranstaltungen sind auch die aktuellsten Informationen zur Modulzuordnung im Campusmanagement-Portal der UdK zu finden.
Ein wichtiger Bestandteil des Instituts ist das digitale Bildarchiv für Lehre und Forschung, das den Zugang zu Bilddatenbanken wie Fylr, Prometheus und Artstor ermöglicht. Darüber hinaus werden in den sogenannten Kolloquien aktuelle Themen und neue Forschungsergebnisse vorgestellt. Die nächsten Termine sind geplant für den 23. April 2026 und danach regelmäßig bis zum September 2026, wobei namhafte Wissenschaftler wie Stephan Kemperdick und Andreas Beyer referieren.
Die Geschäftsführung des Instituts obliegt Prof. Dr. Stefan Neuner, unterstützt von Katja Borchhardt in der Institutsverwaltung. Dies bildet den organisatorischen Rahmen, innerhalb dessen Chichester und ihre Kolleg:innen tätig sind. Die Universität Bremen, die mit ihren innovativen Forschungsprojekten auf sich aufmerksam macht, profitiert enorm von Chichesters Expertise.
Mehr Informationen über die neue Juniorprofessorin Chichester und ihre Forschungsschwerpunkte können auf der Universität Bremen gefunden werden. Über das Institut für Kunstwissenschaft und Ästhetik an der UdK Berlin gibt es ebenfalls wertvolle Informationen zu akademischen Programmen und Forschungsinitiativen.