Am 17. Mai 2026 ist es endlich so weit: Die Deutsche Film AG (DEFA) feiert ihr 80-jähriges Bestehen. Der Anlass ist mehr als nur ein Jubiläum; er bietet die Möglichkeit, einen Blick auf die Bewegung zu werfen, die die Filmkultur der DDR maßgeblich geprägt hat. Wie die Filmuniversität berichtet, plant das Filmmuseum Potsdam, dieses bedeutende Ereignis mit einer umfangreichen Reihe von Veranstaltungen zu würdigen, die sich über das ganze Jahr ziehen werden.

Seit ihrer Gründung hat die DEFA mehr als 700 Spiel- und über 2.000 Dokumentarfilme produziert und stellt somit einen unverzichtbaren Teil der deutschen Filmgeschichte dar. Bereits am 15. Mai 2026 wird die Film- und Veranstaltungsreihe mit einer Aufführung des Films „Die Mörder sind unter uns“ von Wolfgang Staudte eröffnet, gefolgt von weiteren Klassikern wie „Ehe im Schatten“ und „Freies Land“ an den darauffolgenden Tagen. Diese ersten Spielfilme der Nachkriegszeit sind nicht nur repräsentativ für die damalige Zeit, sondern auch für die Anfänge der DEFA. Die Auswahl an über 700 Spielfilmen zeigt die Vielfalt und den kulturellen Reichtum, den die DEFA hervorgebracht hat, während viele der Werke von den ideologischen Strömungen des Kalten Krieges geprägt waren.

Ausstellungen und Veranstaltungen

Zusätzlich zu den Filmvorführungen plant das Filmmuseum in Zusammenarbeit mit dem Förderverein des Filmmuseums und der DEFA-Stiftung zwei Ausstellungen. Die erste Ausstellung „Diene Ehrlich Friedlichem Aufbau“ wird am 4. Juni 2026 eröffnet und thematisiert die Leistungen der ersten Nachkriegsjahre der DEFA. Begleitend wird der Dokumentarfilm „Wurzeln“, produziert im Jahr 1986, gezeigt. Die nächste große Attraktion, die Sonderausstellung „Ohne Frühstück. Ohne Diskussion. 80 Jahre DEFA-Filme“, öffnet am 24. Juli 2026 ihre Türen und beleuchtet die vielschichtigen Themen, die im DEFA-Kino behandelt wurden.

Ein Höhepunkt wird die Filmmusikgala „80 Jahre DEFA-Filme“ am 3. Oktober 2026 im Nikolaisaal Potsdam sein, bei der musikalische Highlights aus DEFA-Klassikern präsentiert werden. Ehemalige DEFA-Filmschaffende, wie Günther Fischer und Gojko Mitic, werden diese Gala bereichern, und Karteninhaber haben den Vorteil eines ermäßigten Eintritts zu der Jubiläumsausstellung.

Kulturhistorischer Kontext

Die DEFA war nicht nur ein staatliches Filmstudio, sondern diente als Plattform für kulturellen Austausch und künstlerische Freiheit innerhalb der Grenzen der DDR. Wie der Wortmelder berichtet, beinhaltete die Filmproduktion auch zahlreiche Kontakte ins westliche Ausland und einen Dialog mit westlichen Ästhetiken und Ideologien. Regisseur*innen und Filmemacher*innen der DEFA waren oft gefordert, zwischen den strengen ideologischen Vorgaben und ihren kreativen Visionen zu navigieren.

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Obwohl das wissenschaftliche Interesse an der DEFA bisher vergleichsweise überschaubar war, führt die 80-Jahr-Feier dazu, dass mehr über ihre Geschichte erforscht und diskutiert wird. Professor Michael Grisko von der Universität Erfurt widmet sich z.B. der Filmgeschichte und der Erinnerungskultur der DEFA. Seine Arbeiten zeigen auf, wie wichtig die DEFA für das kulturelle Gedächtnis der DDR und darüber hinaus ist.

Die Geschichte der DEFA ist somit ein faszinierendes Beispiel für die Komplexität und Dynamik des DDR-Kinos und seiner Relevanz in der heutigen Zeit. Die Feierlichkeiten zum 80-jährigen Bestehen bieten nicht nur einen Rückblick, sondern auch die Möglichkeit, die kulturellen Auswirkungen und den Erbe der DEFA neu zu bewerten.