Bielefelder Jura-Studentin gewinnt 16.000 Euro bei „Wer wird Millionär?“
Für Nazan Yilmaz aus Herford war der Montagabend bei „Wer wird Millionär?“ ein Wechselbad der Gefühle. In der Auswahlrunde lief zunächst einiges schief: Mehrere Fragen beantwortete sie falsch. Dann kam der Songtitel zum ersten ESC-Sieg Bulgariens – „Bangaranga“. Yilmaz war die einzige Kandidatin mit der richtigen Antwort und brauchte dafür 4,91 Sekunden. Damit saß die 22-Jährige auf dem Quizstuhl.
Yilmaz studiert Jura an der Universität Bielefeld und teilte später mit, dass sie im fünften Semester ist. Nebenbei arbeitet sie im Marta-Museum. Ein Auslandssemester in der Türkei hat sie bereits hinter sich; die Verbindung von deutschem und türkischem Jura sei für sie schwierig gewesen.
Vom Publikum gerettet, vom Joker verunsichert
Mit vier Jokern arbeitete sich die Studentin durch mehrere Fragen. Bei 4.000 Euro wusste sie nicht, dass Fahrräder mit niedrigem Einstieg auch „Tiefeinsteiger“ heißen. Das Publikum half weiter.
Richtig heikel wurde es bei 32.000 Euro. Günther Jauch fragte, was bei einem klassischen Penetrationstest überprüft wird. Zur Auswahl standen die Sicherheit von IT-Systemen, die Spannung von Klaviersaiten, die Güteklasse von Kondomen und der Zustand von Verkehrsbrücken.
Mit dem Begriff konnte Yilmaz zunächst wenig anfangen. Sie setzte ihren letzten Telefonjoker ein: Udo, den sie wegen seiner Lebenserfahrung ausgewählt hatte. Er legte sich zu 80 Prozent auf Antwort C fest, die Güteklasse von Kondomen. Genau diese Möglichkeit hatte Yilmaz zunächst selbst ausgeschlossen. Trotzdem wollte sie dem Joker folgen.
Kurz vor dem Einloggen griff Jauch ein und schlug ihr vor, bei 16.000 Euro auszusteigen. Yilmaz hatte diesen Betrag bereits sicher und spielte um 32.000 Euro. Sie nahm den Vorschlag an – und ersparte sich damit einen möglichen Absturz auf 500 Euro. 15.500 Euro hätten auf dem Spiel gestanden.
Ein kontrollierter Hacking-Versuch
Bei der Auflösung erklärte Jauch, dass ein Penetrationstest tatsächlich die Sicherheit von IT-Systemen gegen Hackerangriffe prüft. Antwort A wäre richtig gewesen: Gemeint ist ein kontrollierter Hacking-Versuch, mit dem Sicherheitslücken in Computersystemen oder Netzwerken identifiziert werden.
Die Kondom-Antwort war falsch. Kondome werden zwar geprüft, sagte Jauch, ein Gütesiegel für ihre „Güteklasse“ gebe es jedoch nicht. Yilmaz nahm 16.000 Euro mit nach Hause.
Nach der Sendung sagte sie, ihre beiden anderen Telefonjoker hätten die richtige Antwort vermutlich sofort gewusst. Das Geld möchte sie unter anderem für eine Reise verwenden. Auf ihrer Wunschliste stehen Japan, Edinburgh und Irland.
Und falls es eines Tages doch mit der Million klappt, hat Yilmaz bereits ein ziemlich klares Bild vor Augen: ein gelber VW Beetle, an den Scheinwerfern künstliche Wimpern. Darin würde sie laut Musik hören – darunter natürlich auch den bulgarischen ESC-Siegersong „Bangaranga“. In Bielefeld darf derweil erst einmal der Gewinn sacken.
